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alten, wie sonst Kronos gedacht wurde, zudeuten, wenn nicht vielleicht Mifsverständniseines alten Kultbildes, an dem die Bemalungder Haare verblafst war, vorliege, vgl. Over-beck, Kunstmythol. Zeus 268. Nach M. Mayer,Giganten u. Titanen 82, 70 hatte man vermut-lich dem Bilde seine kostbare Perrücke ge-stohlen. In ähnlicher Weise erklärt Wissowa,Philol, Abhandl-, M. Hertz . . dargebracht 158f.die Entstehung der Bezeichnung Venus Calva.Doch scheint es mir auch möglich, dafs Φα-λακρός, eigentlich 'mit blanker Spitze’ (Fick,Kuhns Zeitschr. 22, 223. Studniczka, Kyrene 185 f.) den Zeus als Berggott bezeichnet:φαλάκρα wird nach Steph. Byz. von einemkahlen Berg gesagt, Φαλάκρα (Belegstellenbei Pape-Benseler ) heilst eine der Bergspitzendes Ida, ein Vorgebirge Euboias Φαλάκραι,Φαλακρόν ein Vorgebirge auf Korkyra etc. Erstspäteres, unabsichtliches oder absichtlichesMifsverständnis könnte daraus einen kahl-köpfigen Zeus geschaffen haben. — 2) einerder Söhne des Aiolos und der Telepora (Tele-patra), Schol. Hom. Od. 10, 6. Apostol. 1, 83.An letzterer Stelle steht Φαρακλός; vgl. Schol.Marc. Byk. 24, wo statt Φαλάκραν steht 'Φα-ράκλαν. Nach Nymphodoros, Polyainos undPanyasis (vgl. Tzschirner, Panyasidis fr gm. 6p. 45) war Phalakros (v. 1. Φνλάΐκος, Φνλάκιος,Φνλαιος) Wächter der Rinder des Helios (Schol.Hom. Od. 12, 301. Meineke, Anal . Alex. 370)und hatte nach Philostephanos im Schol. Hom.a. a. 0. in Mylai ein Heroon. Damit stimmtdie Notiz bei Appian b. c. 5, 116 überein, dafsbei dem unmittelbar bei Mylai gelegenenArtemision (Holm, Gesch. Sicil. 1,.50. 345) dieHerden des Helios geweidet hätten. Vielleichterrinnert auch das ono. von Mylai gelegeneΦαλάκρίον ( Φάλακρον , C. Müller ) άκρον (Ptolem.Geogr. 3, 4, 2. Holm a. a. Ο. 1, 13) an Pha-lakros. [Hofer.]
Phalanna (Φάλαννα), 1) Tochter der Tyro(Τυρούς 0. Müller, Orchomenos 255 statt deshandschr. Τυρόν), Eponyme der gleichnamigenStadt in Perrhaibia, Steph. Byz. s. v. Φάλαννα. —2) Im Schol. Hom. Od. 11, 235 Tv ρ ώ i'äov]ναύτης έπωννμως οντω χαλεϊσ&αί φαοι όιά τηνλευκότητα · λέγεβ&αι, οΐ μεν ’Όαβαν (ob iden-tisch mit Ossa bei Konon Bd. 3 Sp. 1230,40ff.?),oi äi Συλώ, οί ό ’s ’Ραάνην (v. 1. Όαάνην)vermutet W. Badtke, Hermes 38 (1903), 150mit Bezug auf Steph. Byz. (s. oben nr. 1)Φαλάννην, so dafs Mutter und Tochter den-selben Namen geführt hätten. [Höfer.]
Phaliintheus ( Φαλαν&εύς ), Beiname desHermes auf einer attischen Inschrift, C. I. G.2, 3, 1606 p. 91, wozu Koehler bemerkt: 'I)eorigine Attiea tituli dubito’. Bangabe, Ant.hellen. 2, 2371 p. 1016 leitet den Beinamen vondem arkadischen όρος Φάλαν&ον (Paus. 8, 35, 9;vgl. Steph. Byz.) ab, und in der That ist fürMethydrion, in dessen Nähe dieser Berg lag,alter Hermeskult bezeugt, Porphyr, de abst. 2,16.
[Höfer.]
Plialantkos (Φάλαν%ος, Phalanthus oder -tus),1) Sohn des Agelaos, Enkel des Stymphalos, Epo-nymos der alten arkadischen Stadt Phalanthosauf dem Φάλαν&ον όρος zwischen Trikolonoi und
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Methydrion. Paus. 8, 35, 9. Steph, Byz. s. v.<]>dXav&og. — 2) 'Phoeniker ’, Beherrscher derBurg Achaia, des späteren Ialysos auf Rhodos ,von dem Dorier Iphiklos (s. o. Bd. 2 Sp. 208) be-lagert und vertrieben. — 3) Ein Tanagräer inder Ihebais des Statius 9, 127. Über seine my-thologische Bedeutungslosigkeit vgl. Studniczka,Kyrene 191. — 4) Mythischer Gründer vonTarent und Brentesion. Er gilt als Spar-taner (Z7taQTidtpg Paus. 10, 10, 3; Aaxt -daigovog ebend. 13, 10; Laco Hör. carm. 2,6, 11; Mart. 28, 3), als Amykläer Sil. Ital. 7,665, vgl. Dionys. Perieg. 377: (Tapas) vjv nor’’AgvKlaicov titolioBaro KaQtsqog ’ÄQTjg), als He-raklide (octavus ab Hercule Serv. ad Georg.4, 125, ad Aen. 3, 551. Schol. Cruq. ad Hör.carm. 2, 6, 11), dagegen auch als Sohn desPoseidon, wie Taras (Acro ad Hör. carm, 1,28, 29), endlich als Sohn des Aratos (lustin
3, 4, 8). Als seine Gemahlin, die ihm nachItalien folgte, nennt Paus. 10, 10, 8 Aithra.Der Überlieferung nach war er Führer derParthenier (über diese vgl. Duncker, Gesch. d,Altert. 5 6 , 428 ff.; Busolt, Griech, Gesch. 1 2 ,405ff. und speziell Doehle, Gesch, Tarents,Progr. des Strafsb. Lyc. 1877). Er beabsich-tigte einen Handstreich gegen die spartiatischenVollbürger an dem von den Achaiern über-nommenen Feste der Hyakinthien zu Amyklai,der jedoch vereitelt wurde. Antiochos vonSyrakus bei Strab. 6, 3, 2. Es kam endlichzur Auswanderung der Parthenier unter seinerFührung; drei Versionen eines Orakels, dasihnen das Ziel angedeutet haben soll, sindüberliefert: von Antiochos a. a. O., bei Paus.10, 10, 6 und Dionys. Halle. Hxc. 17, 2 (vgl.Eckermann in der Allgem. Encyklopädie 3, 21u. d. W. Phalanthos S. 406 f.). Zunächst be-geben sie sich nach Tainaron, von dem HafenGytheion aus erfolgt die Abfahrt. Aufge-nommen werden sie in Tarent , so erfahrenwir a. a. O. aus Antiochos, von den Barbarenund kretischen Begründern der Stadt. DafsTarent schon bestanden habe, erwähnen auchandere, wie Pausan. 10, 10, 8; lustin. 3, 4, 11;Serv. ad Aen. 3, 551. 6, 773, ad Georg. 4, 126.Von harten Kämpfen bis zur Kolonisation be-richten Ephoros bei Strab. 6, 3, 3; Pausan.10, 10, 7; lustin. a. a. 0. Innere Zwistigkeitenveranlafsten später, dafs Phalanthos in dieVerbannung nach dem feindlichen Brentesionging, wo man ihn aufnahm und nach seinemTode hoch in Ehren hielt Strab. 6, 3, 6. Wieer aber bis zuletzt um die Wohlfahrt Tarents,der berühmtesten aller lakedämonischen Ko-lonien, besorgt gewesen sei, erzählt lustin. 3,
4, 13 ff.: er habe die Brundisiner seine Ascheauf den Markt von Tarent streuen lassen,weil damit das delphische Orakel die dauerndeBlüte der Stadt verknüpft hatte, und wurdedeshalb in Tarent göttlicher Ehren teilhaftig.Auf ihn führten die Phalanthiaden von Tarent ihren Ursprung zurück: <S>uXavriudai (sic) oiTaQSvxlvoi iltyovto dito rav diaoryiordroivnag’ avrolg Steph. Byz. s. v. ’A&pvai,. Im
5, Jahrh. stifteten die Tarentiner infolge einesSieges über die Peuketier und Japyger Weih-geschenke nach Delphi von der Hand des
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