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gegeben, wenn in dieser bereits Ph. vorkam, wasallerdings nur erschlossen (Sp. 2254, 47 ff.), nichtbewiesen werden kann; es lag natürlich sehrnahe, den kosmogonischen Ph. der orphischenTheogonie mit dem Ph. des neuen theogonischenMythos zu verbinden. Wahrscheinlich warenbeide Gottheiten, der zu vermutende Ph. vomHelikon und von Kroton und der wahrschein-lich aus Kleinasien stammende der jüngerenorphischen Theogonien, von Haus aus identisch.Zahlreiche Gottheiten sind in der Blütezeit deraltboiotischen Kultur wie von Griechenland nach Kleinasien , so auch umgekehrt gewandert;so kann auch der kleinasiatische Licht- undLebensgott bereits in der griechischen Vorzeitnach dem Helikon, von dort nach Lokris undweiter nach Kroton, wo die altorphische Theo-gonie gedichtet ward, gekommen sein, und nichtsspricht dagegen, dafs der jugendliche klein-asiatische Gott, sei es hier, sei es schon imMutterland, mit dem dort verehrten Liebesgottausgeglichen und durch Übertragung des Namenseiner Göttin als Protogonos bezeichnet wurde.Setzte man nun die beiden gleichnamigen, ur-verwandten Gottheiten sich gleich, so mufstedie Geburt aus dem Ei, die von dem Ph.-Erosder alten Theogonie erzählt worden war(Sp. 1121,40 ff.), auf Ph.-Erikapaios-Metis übergehen; soerhielt letzterer auch die goldenen Flügel(Sp. 2250, 23). Eine Änderung war freilich not-wendig: in dem alten Gedicht, das wie alle älte-ren griechischen Theogonien das Vollkommeneaus dem Unvollkommenen hervorgehen liefs,erzeugte die Nacht das Ei aus sich. Die neueLehre setzte dagegen an den Anfang das Voll-kommene; es mufste also die Nacht vielmehrdurch Ph. gezeugt sein lassen. Den Ersatz botdie neutrale Vorstellung vom Chronos, der schonbei Pherekydes als Urwesen vorgekommen war;er wurde nun der Erzeuger des Welteis:
•Was die Entstehungszeit dieses Mythosanbetrifft, so bietet das hier neu Vorgetragenekeinen sicheren Anhalt, um über das obenSp. 1146 ff. Bemerkte hinaus- oder davon ab-zugehen. Zeller, der geneigt zu sein scheint,in Ph. einen barbarischen Gott zu erblicken,auf den orphische und auch umgedeutete älteregriechische Vorstellungen übertragen seien, hältes (Phil. d. Griech. 1 5 99 f.) für offenbar, dafsein solcher Versuch erst der Zeit jenes reli-giösen und philosophischen Synkretismus an-gehören könne, der seit dem Anfang des drittenvorchristlichen Jahrhunderts eingerissen unddurch die allegorische Mythendeutung derStoiker zuerst zum System gemacht wordensei. Das ist ein Zirkelschlufs; wann dieserSynkretismus begann, soll ja erst festgestelltwerden. — Für den hellenistischen Ursprungdes Ph.mythos kann nun freilich mancherleiangeführt werden. Wenn der Timotheos, demAmol ). 5, 5 — natürlich mittelbar — den theo-gonischen Kybelemythos nacherzählt, der Eu-molpide ist, der für Ptolemaios I die Einführungdes Serapisdienstes aus Sinope theoretisch be-gründete — und diese Gleichheit ist mindestenssehr wahrscheinlich, vgl. Susemihl, Geseh. d.yriech. Litt. 2, 29 5 ’’ —, so sind in Ägypten da-mals wahrscheinlich wirklich eleusinische und
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kleinasiatische Vorstellungen verknüpft worden(Handb. § 308). Eine Spur dieser Theokrasieist die Einfügung der kleinasiatischen Mise inden Kreis der eleusinischen Gottheiten, die wohlnicht in Kos (oben Bd. 2. Sp. 3025, 58), sonderneben in Älexandreia erfolgte. Wie die athe-nischen Orphiker des VI. Jahrhunderts an dieeleusinischen Kulte, so knüpften 2—300 Jahrespäter ihre hellenistischen Nachahmer an derenNachbildungen an. So erscheint Mise in demorphischen Hymnos 42, wo sie, wie es scheint,als Persephone mit Isis-Demeter gepaart (v. 9),zugleich aber als weiblicher Teil des mann-weiblichen Dionysos-Iakchos bezeichnet wird(v. 4), der hier wegen der Verbindung mitPersephone den Namen Thesmophoros erhält(v. 1). Dieser mannweibliche Dionysos-Thesmo-phoros steht dem mannweiblichen Ph., der alled-^atpccTa aufgeschrieben hat ( Nonn. 1). 12, 33),und der schliefslich in Dionysos wieder auf-lebt, nahe. Eben diesem wahrscheinlich alexan-drinischen Vorstellungskreis, in_dem orphische,eleusinische und kleinasiatische Überlieferungenzusammengeflossen sind, könnte nun auch derPh.mythos selbst angehören; und da vor derhellenistischen Zeit von Ph. nichts bekannt ist,was auf die diesen Fragen ferner stehendenForscher einen tiefen Eindruck zu machenpflegt, so wird die Vermutung leicht Beifallfinden, dafs der Ph.mythos zwar in derselbenZeit entstand, in der die griechischen Mystikerdieselben Lehren vortrugen, d. h. kurz vor Hera-kleitos, aber nicht in einer griechischen, sondernin einer barbarischen oder wenigstens für Bar-,baren gedichteten Theogonie, aus welcher ei-erst in Älexandreia in die orphische Litteraturiibertragen wurde. Dem gegenüber rnuls hervor-gehoben werden, dafs entscheidende Beweisedafür nicht vorliegen, dafs der Ph.mythos nichtbereits im Athen der Peisistratiden gedichtetund dem Kreise der orphischen Mythen einverleibtwurde. Den sehr bestimmten, aber haltlosenVersicherungen Zellers (Phil. d. Gr. I 5 100, 1),welcher es für unmöglich erklärt, dafs diePhilosophen des IV. Jahrhunderts von mehrerenbestehenden orphischen Theogonien nur eineerwähnen, ist entgegen zu halten, ijafs dasargumentum ex silentio überhaupt bedenklich,bei einer Litteratur vollends, die sich anMysterien anlehnt und mit dem Geheimnis-vollen umhüllt, nichts wert ist, wie denn that-sächlich auch auf die unserem Dichter zu-nächst stehenden Mystiker, deren Alter jetztniemand mehr bezweifelt, wie Pherekydes, vonPlaton entweder gar nicht oder höchstens ge-legentlich und unbestimmt hingewiesen wird.Alle die Bedingungen, die in Älexandreia dasAufkommen des Ph.mythos erleichterten, be-standen thatsächlichbereits im Athen desVI. Jahr-hunderts, wie denn Timotheos offenbar denSpuren der peisistrateisclien Theologen nach-gegangen ist. Schon die athenische Tyrannishat emsig die politischen und wegen der poli-tischen auch die religiösen Beziehungen zuKleinasien gepflegt. Rheia, die ja in Eleusis altbezeugt ist, gab die Verknüpfung mit diesemHeiligtum, das, durch die Peisistratiden gänz-lich umgestaltet, den athenischen Orphikern
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