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Pharm akos
Pharmakos
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legomena to the Study of Greek Beligion 95 ff.A. Mommsen, Feste der Stadt Athen 468 ff.
Unter φαρμακοί, auch καθάρματα genannt,sind jene Opfermenschen zu verstehen, die zurReinigung und Entsühnung eines Volkes odereiner Gemeinde unter bestimmten Zeremoniengetötet wurden, vgl. 1) Arcad. 51 (Herodianed. Lentz 1, 150, 3): φαρμαχός, b έπί καθαρμωτης πόλεως τελευτών. 2) Ämmonios ρ. 142 Valck. :φαρμακός ... ο έπί καθάρσει της πόλεως ριπ- 1τόμενος. 3) Suid. S. ν. φαρμαχός' ό έπί κα-θαρμω 7t όλε ως αναιρούμενος, ον λέγουσι κά-θαρμα. 4) Schot. Ar. equ. 1196 (= Suid. s. v.φαρμακούς) . . . φαρμακούς, οίπερ καθαίρονσιτάς πόλεις τω ξαντών φόνφ. 5) Schot. Ar. ran.730 φαρμακοΐσι: καθάρμασι . . . εθνον. ονςέχάλονν καζάρματα. 6) Schot. Ar. Flut, καζάρ-ματα έλέγοντο οι θυόμενοι τοΐς θεοίς. 7) Tzetz.Chil. 5, 726 ff. ο φαρμαχός το κάθαρμα . . .ήγον προς θυσίαν εις καθαρμόν κα'ι φάρμακον 2πόλεως τής νοσούσης. 8) Suid. s. ν. κάθαρμα’υπέρ 0ε καθαρμού πόλεως άνήρονν έστολισμένοντινά , ον έκάλονν κάθαρμα.
Über die Zahl und das Geschlecht derφαρμακοί sind die Angaben verschieden: inmanchen Städten (s. Sp. 2281) war es ein φαρ-μαχός, öfters zwei, und zwar nach Hesyeh (s. v.φαρμακοί’ καθαρτήριοι, περικαθαίροντες τάςπόλεις, άνήρ και γυνή) ein Mann und ein Weib.Dies scheint der ältere Brauch gewesen zu sein, svgl. die sieben Jünglinge und sieben Jung-frauen, die von den Athenern nach Kreta ge-sendet wurden, die Opferung eines Jünglingsund einer Jungfrau alljährlich in Patrai zurBeschwichtigung des Zornes der Artemis (Paus.
7, 19, 4), das aufsergewöhnliche Menschenopferin Rom vom Jahre 216 v. Chr., das auf einefrühere Sitte zurückgreift, bei dem Gallus etGalla, Graecus et Graeca lebendig begrabenwurden (Liv. 22, 57, 6; vgl. Plin. h. n. 28, 2, 412. Biels, Sihyllin. Btätter 85). Wir wendenuns zu den einzelnen Orten, für die die Ein-richtung der φαρμακοί bezeugt ist. I. Athen:Harpokrat. s. ν. φαρμαχός (Suid. s. ν. φαρμαχός) :Avo άνδρας Αθήνησιν έξήγον, καθάρσια έσο-μενονς τής πόλεως, έν τοΐς Θαργηλίοις, ένα μϊνυπέρ των ανδρών, ε'να δέ υπέρ των γυναικών ■Wenn ν. Wilamowitz, Hermes 22, 647, 1 stattδύο άνδρας lesen will δύο άρνας (= 'Siinden-böeke’), so läfst er die sonst vielfache bezeugte 5Überlieferung, dafs die φαρμακοί Menschenwaren, aufser acht. Die Notiz des Harpokra-tion wird ergänzt durch Helladios b. Phot,bibl. 279 p. 534 Bekker, dafs es Sitte in Athengewesen sei φαρμαχονς άγειν δύο, und zwarhabe der für die Entsühnung der Männer be-stimmte schwarze Feigen um den Hals getragen,der andere weifse Feigen (vgl. oben Zeugnis 8:έστολισμένον τινά, und zur kathartischen Kraftder Feige Mommsen 476, 2. Toepffer, Att. 6Geneat. 249. Bohde a. a. 0. 2, 406 f.). Weiterberichtet Hetladios, dafs diese φαρμακοί auchσύβακχοι (ν. 1. αύμβακχοι, Mommsen, 472, 4)genannt worden seien, und dafs diese Ein-richtung zur Abwehr pestartiger Krankheitengetroffen und zuruckzuführen sei auf die Er-mordung des Androgeos (s. d.) und die zurStrafe dafür folgende Pest, und nun fügt er
hinzu καί έκράτει το έθος αεί καθαίρειν τηνπάλιν τοΐς φαρμαχοΐς (s. unten). Wer dientenun als φαρμαχός? Zu Arist. equ. 1135 ff. είτούσδε (die Demagogen) επίτηδες ώσπερ δημο-σίους τρέφεις έν τή πνκνί’ καθ’ όταν μή αοιτύχη ίίψον δν, τούτων ός αν ή παχύς, θιίσαςέπιδειπνεΐς giebt das Schot. 1136 zwei Erklä-rungen, entweder habe man zu δημοσίους zuergänzen βονς oder ταύρους, δημόσιοι bedeutealso s. v. a. Opfertiere, oder unter δημόσιοιseien die vom Staate gefütterten φαρμακοί zuverstehen: έτρεφον γάρ τινας Αθηναίοι λίαναγεννεϊς καί αχρήστους καί έν καιρω συμφοράςτίνος έπελθούσης τή πόλει . . . ϊθνον τούτουςένεκα τον καθαρθήναι τον μιάσματος. Für dieerste Erklärung entscheiden sich Stengel 87 u.Mommsen 475, 3, der zugleich für die bis da-hin nicht bezeugte Bedeutung von δημόσιοι —Opfertiere einen inschriftlichen Beleg (Bert,phil. Wochenschr. 1898, 123) erbringt; dagegenfassen v. Prott 117 f., Mannhardt. 126; vgl.Usener 61 die δημόσιοι als φαρμακοί auf, vgl.die analogen Gebräuche in den ionischenStäSten Kleinasiens am Thargelienfeste (Hip-ponax fr. 37) [vgl. auch unten Sp. 2181, 14. 24],wo nach Hipponax fr. 7 BergIC S. 463; vgl.Tzetz. Chil. 731 f. nach der wohl richtigen Er-klärung von Usener 61 u. Anm. 2 die φαρμακοίmit Feigen, Weifsbrot und Käse ein Jahr langverpflegt -wurden, wohl auch mit gekochtenSpeisen (vgl. Hesyeh. φαρμακή ... ή χύτρα, ήνήτοίμαξον τοΐς καθαίρονσι τάς πόλεις, wennnicht χύτρα auch hier wie bei Pherekratesbei Athen. 14, 653 a (1, 163 Kock) die schwarzeFeige bedeutet). Dagegen fafst Mannhardt,128 die Stelle des Hipponax so auf, als habeman dem φαρμαχός diese Speisen erst kurzvor der Hinrichtung gereicht, nachdem er eineZeit lang habe hungern müssen (λιμω γένηταιξηρός, Hippon. fr. 9). Wir werden also unterφαρμακοί diejenigen Menschen zu verstehenhaben, die sich freiwillig, wenn anders dasSühnopfer wirksam sein sollte (Usener 61),bereit finden liefsen, in den Tod zu gehen,nachdem sie eine Zeit lang trefflich beköstigtworden waren. Das waren natürlich nur Leute,die nichts mehr zu verlieren hatten, zu nichtsmehr zu gebrauchen waren (αγεννεϊς καί άχρη-στοι, Schot. Ar. equ. 1136) oder denen infolgeihrer Mifsgestalt (άμορφος, Tzetz. Chil. 5, 729,φαύλος καί παρά τής φύαεως έπιβονλενόμενοι,Schot. Ar. ran. 730) mit den Mitteln zum Er-werb auch die Lust am Leben geschwundenwar. Wenn Arist. ran. 731 ff. von πονηροίx&x πονηρών spricht, die der Staat in frühererZeit nicht einmal zu φαρμακοί verwendet hätte,so scheint es fast, als wäre das Angebot, alsφαρμαχός zu dienen, für den Bedarf mehr alsgenügend gewesen. Wenn jedoch Mannhardt126 und Bohde meinen, man habe zu φαρμακοίVerbrecher oder ohnehin Verurteilte genommen,so fehlt m. W. hierfür die Überlieferung; nurfür den ähnlichen Brauch von Leukas (s. unten)ist etwas Ähnliches bezeugt. Von der Feigen-schnur, die die φαρμακοί in Athen trugen, warschon ob. Sp. 2277,57 ff. die Rede. Nach ionischemBrauch führte man den φαρμαχός an einenzweckentsprechenden Platz (τόπος πρόσφορος,
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