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Pharmakos
Pharmakos
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Izetz. Chil. 5, 731), wo ihn die gaffende Menge(χάβχοντες Hippon. fr. 8), nachdem er zu Bodengeworfen worden war, mit Meerzwiebeln undFeigenzweigen 7mal ( Roscher, Philol. 60, 360 ff.u. unt. Sp. 2280,4-2) auf das Zeugungsglied (&νμόςHippon. fr. 9, vgl. mit Anecd. Ox. 3, 366 &νμός τοαρρεν αιδοίον u. Izetz. a.a. Ο. έπτάν.ις ... ραπί-σαντες έχεϊνον εις το πέος) schlugen, Hippon. fr.
4. 5. 8. Dazu wurde auf der Flöte der χραδίηςνόμος — χράδη heifst der Feigenzweig, mit dem ιman den φαρμαχός schlug, daher letzterer selbstχραδηαίτης heilst, vgl. Hesych. χραδηαίτης,φαρμαχός δ τοϊς χράδαις βαλλόμενος — gespielt,Iiesych. χραδίης νόμος: νόμον τινά έπανλοναιτοϊς έχπεμπομένοις φαρμαχοϊς, χράδαις χα'ιϋ'ρίαις έπιρραβδιζομένοις, vgl. auch Mimnermosbei Hippon. fr. 96. Der φαρμαχός von Apollon selbst gegeifselt soll nach Usener 60, 1 dar-gestellt sein auf den Münzen von Kaulonia :s. Bd. 3 Sp. 1000, 57 ff. Darauf fand die Tötung 2der Opfermenschen statt; vgl. die ZeugnisseSp. 2277, der Leichnam wurde auf einem Stofsunfruchtbarer ( άγριος ) Bäume verbrannt, unddie Asche ins Meer verstreut, Tzetz. a. d. 0.735: τέλος πνρι χατέχαιον etc., wobei wohlnicht mit Mannhardt 129 an einen Feuertodder Opfer zu denken ist, vgl. Stengel 89. Toepffer143. Usener 60. Bohde a. a. 0. Ob Suidas undEtym. Μ. φάνιον τόπος, εις ον τά χα&άρματαέξ,έβαλλον hierher gehört, ist mir unklar. Was 3die Todesart selbst anbetrifft, so nehmenToepffer 143, v. Prott 119 und, wenigstens fürAthen , Usener 60 u. Anm. 3 (vgl. die obenerwähnte Kultlegende aus Istros ) die Steinigung(Verbrennung für Athen vermutet Bohde 78, 2nach Fupolis fr 20 Mein. 2, 469 aus Harpo-kration 138, 14) als die ursprüngliche an, wiesie bezeugt ist für Abdera (Sp. 2280), Massalia (Sp. 2281), Ephesos (Sp. 2280). Es sei auch daranerinnert, dafs die Steinigung überhaupt in Athen 4eine gewöhnliche Art der Todesstrafe war; sosteinigten die Athener den Kyrsilos {Hem. decor. 204) und den Lykides ( Herod. 9, 5) samtihren Angehörigen, weil beide zur Unterwerfungunter die Perser geraten hatten, und drohtenaus demselben Grunde Alexander von Make-donien mit Steinigung ( Lykurg 17, 71). Estrifft also den ίερόΰνλος dieselbe Strafe wieden προδότης (vgl. auch Thuc. 5, 60), wie dennauch Antiphon de Her. caede 10 το ίεροανλεΐν όxal το προδιδόναι την πόλιν verbindet, vgl.auch Κ. F. Hermann, Abh. d. Ges. d.Wiss. zuGöttingen 6, 302. Eine Bestätigung der Stei-nigung und zugleich einen Beweis für die vonStengel, Hermes a. a. 0. 86ff. (vgl. jedoch auchKultusaltert , 2 117. 213) in Abrede gestelltealljährliche Opferung der φαρμαχοί würde dieInschrift C. I. A. 3, 296 liefern ( Bescher, Kyn-anthropie 34 Anm. 87), die einen ίερεύς λι9ο-φόρος nennt; doch scheint dieser dem eleusi- 6nischen Kultkreis anzugehören und zu demvon Athen , 9, 406 d. 407 c erwähnte Feste βαλ-λητνς in Beziehung zu stehen, TU. Yischer,N. Schweiz . Mus. 3 (1863), 58. Hittenbergerzu C. I. A. a. a. 0. vgl. 3, 702. Mommsen 473,
2. Mannhardt 209. Aufser Stengel erklärt sichauch Mommsen 473 gegen die Annahme einer 'regelmäfsigen Tötung an den Thargelien, wäh-
rend die übrigen obengenannten Gelehrten ge-neigt sind, wenigstens für die ältere Zeit (sojetzt auch Stengel, Kultusalt.) jährliche Opfe-rung anzunehmen; später mag eine Milderungeingetreten sein, worauf vielleicht der Ausdruckάπομίμημα (s. ob. Sp. 2276) weist, in der Weise,dafs man den φαρμαχός über die Grenze trieb,vgl. ( Lys.) in Andocid. 53: vvv ovv χρη νομί-ξειν τιμωρονμένονς xal άπαλλαττ ο μένους ’Ανδο-χίδον την πόλιν χα&αίρειν χαι αποδιοπομπεϊα&αιχαϊ φαρμαχόν άποπέμπειν χαι άλιτηρίον όπαλ-λάττεαϋαι , ως έν τούτων ούτός έατιν, vgl. dievon Mannhardtr 129 ff. angeführten Parallelen,besonders die Austreibung des Bulimos in Chai-roneia. Dafs in Athen die Reinigung der Stadt(durch das Opfer bez. die Austreibung derφαρμαχοί) am 6. Thargelion stattfand, bezeugtHiog. Luert. 2, 44. Für die Opferung bei be-sonderen Gelegenheiten, Seuchen, Hungersnotu. s. w. vgl. Schot. Arist. ran. 730. eejiiit. 1136.Tzetz. Chil. 5, 726 u. die Bräuche von Massalia und Ephesos (Sp. 2281). Weitere Opferungenvon φαρμαχοί fanden statt:
II. Im ionischen Abdera, wo certis diebus, d. h.nach Toepffer 144 an einem periodisch wieder-kehrenden Feste, ein Mensch gesteinigt wurde,Ooid Ibis 467 f. und Kallimachos im Schol. C.und Ask. ebend. ( Schneider, Callim. 2, 544).Schon K. F. Hermann, Gesamm. Abhandl. u.Beiträge 109 hatte diese Sitte mit den Sühn-gebräuchen des apollinischen Kultus in Zu-sammenhang gebracht, weil durch die Münzenfür Abdera Apollokult feststehe. Auch Toepffer144 nimmt aus der Analogie des Kultgebrauchesin Abdera mit der attischen Thargelienzeri-monie innern Zusammenhang beider Bräuchean. Ein bestimmtes Zeugnis für die Zugehörig-keit des Kultgebrauches in Abdera zur Apollo-religion findet sich m. E. im Schol. G. zu OoidTb. a. a. 0.: Mos erat in Abdera civitate sin-gulis annis hominem immolari pro peccatiscivium, sed prius VII diebus excommunicari,ut sic omnium peccata solus haberet. Bei dergrofsen Rolle, welche die Siebenzahl im Kultusund Mythus des Apollo spielt ((vgl. Boscher,Philol. 60 [1901], 360 ff.), ist ihne Erwähnungauch hier bedeutungsvoll; es kommt hinzu,dafs auch bei dem ionischen Kultgebrauch derAustreibung bez. der Tötung der Pharmakoidie Siebenzahl eine Rolle spielt: siebenmalwurde der Pharmakos mit Meerzwiebeln etc.auf das Zeugungsglied geschlagen; s. oben. —Übrigens berichtet das Schol. P. Ov. lb., dafsdie Abderiten den Pharmakos sich erkaufthätten ( emptum hominem pro capitibus om-nium devotum lapidibus occidebant), wobeiman wohl an den Brauch in Ionien (ob. Sp. 2278)und von Massilia (s. Sp. 2281) zu denken hat.III. Da Apollonios von Tyana, der in Ephesos zuReinigung der Stadt einen alten Bettler hattesteinigen lassen, an dessen Stelle man unterdem Steinenhaufen einen gewaltigen totenHund — man vgl. die ähnliche Erzählung vonder dem apollinischen Kreise angehörigenHekabe, die gesteinigt zum Hunde wurde, Bd. 1Sp. 1882, 40ff. und Boscher, Kynanthropie 32 ff.— fand, zu seiner Rechtfertigung sagt: Τιςδ’ αν σοφός έχλιπεΐν αοι δοχεΐ τον νπερ