Pharmakos
Pharmakos
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πόλεως τοιαντης αγώνα, έν&νμη&είς μεν Δημό-κριτον έλεν9ερωβαντα λοιμού ποτέ ’ίβδηρίτσ.ς;(Philostr. vit. A. Τ. 4, 10 ί), so vermutet Eliiszu Op. Ib. a. a. 0., dafs Demokritos auf die-selbe Weise, d. h. durch ein Menschenopfer, Ab-dera von einer Seuche befreit habe. Doch weistder Ovidianische Ausdruck 'certis diebus’ nichtauf ein gelegentliches, sondern auf ein stehendesOpfer hin. — IY. Für Massalia (und daraus istein Rückschlufs auf die Mutterstadt Phokaiaerlaubt), zeugt Petron. fr. 1 p. 109 Buecheleraus Serv. ad Vcrg. A.en. 3, 57: Massiliensesquotiens pestilentia laborabant, unus se ex pau-peribus offerebat alendus anno integro publicissumptibus et purioribus cibis; hic postea ornatusverbenis et vestibus sacrio circumducebatur pertotam civitatem cum execrationibus, ut in ipsumreciderent mala totius civitatis, et sic praecipi-tabatur, und hierher wird auch zu beziehensein Lactant, ad Stat. Theb. 10, 793: lustrarecivitatem humana hostia Gallicus mos est. namaliquis de egentissimis proliciebatur praemiis,ut se ad hoc venderet, qui anno toto publicissumptibus edebatur purioribus cibis deniquecerto et solcmni die per totam civitatem ductusex urbe extra pomeria saxis occidebatur a po-pulo. Wenn diese Sühnbräuche im Kulte desApollo, wie man annimmt (s. unten), ein Ana-logon im sogenannten 'leukadischen Sprung’haben, ist es dann Zufall, dafs nach Charonvon Ijampsakos bei Paus. mul. virt. 18 Phobosvon P h o k a i a zuerst j enen Sprung gethan h aben[ soll ?
Abweichend von der gewöhnlichen Annahme,dafs die Austreibung bez. Tötung des Phar-makos als Sühnemittel diene, kommt Mann-hardt 131 ff. 138 (vgl. 123 f.) zu dem Resultat,dafs der Pharmakos den Wachstumsgeist dar-! stelle, der „durch Behang mit Feigen und durchdas Schlagen mit den belaubten Feigengertenauf den übrigen Körper, mit den Meerzwiebeln(vgl. d. A. Pan Bd. 3 Sp. 1357, 20ff.) εις το πέοςvon den wachstumhindernden Mächten befreitund zur Herstellung der Gesundheit und zurProkreation im nächsten Jahre fähig gemachtwerden sollte“.
Kehren wir zur Legende des Istros zurück.Schon Mercklin 27 (63) bezeichnete als dunkel-sten Punkt der Sage die Mitwirkung desAchilleirs und suchte diese durch eine für <Athen zwar nicht nachweisbare, aber sonstbezeugte Beziehung des Achilleus zu Apollon zu erklären, indem er darauf hinwies, dafsAchilleus durch die Geschosse des Apollon selbst oder nach anderer Überlieferung imTempel des Gottes seinen Tod findet; auchdurch den Besitz der Heilkraft und Mantikstehe er dem Apollon nahe. Toepffer 144 meint,dafs die an sich auffällige Erwähnung desAchilleus in einer attischen Kultlegende ihre (erklärende Deutung durch den unten (Sp. 2282)erwähnten Mythos seines Sohnes Neoptolemos finde. Mannhardt 125 schliefst aus der Er-wähnung des Achilleus, dafs der Ursprung undder Brauch der φαρμακοί in einer Landschaftgesucht werden müsse, die im Leben desAchilleus eine Rolle spielte, Thessalien, Skyrosu. s. w. Usener kommt in seiner gründlichen
Untersuchung zu folgendem, von 0. Gruppe,Bursians Jahresber. 102 (1899), 148 gebilligtenResultat: Das durchsichtige Appellativum Φαρ-μαχός ist an die Stelle des Eigennamens desehemaligen Heros oder des Gottes, den Achil-leus tötet, getreten; dieser Heros oder vielmehrGott aber ist Thersites, auf den jene Züge vonder Mifsgestalt der φαρμακοί (ob. Sp. 2278) voll-kommen passen, Thersites aber wieder ist der) altlakonische Gott Θηρίτας (Hesych. s. v. Paus.
з, 19, 7), und der Kampf zwischen beidencharakterisiert sich als der Kampf des sieg-reichen Sommergottes Achilleus (vgl. zu Achil-leus als Lichtgott auch Alb. Weber, Sitzungs-ber. d, k. pr. Äk. d. W. 1898, 571) gegen denWinter; der Diebstahl der Opferschalen desApollon stellt sich dar als eine 'Wandlungder Sage vom Raub des himmlischen Schatzes’.Als Parallele weist Usener 47 auf den Dreifufs-
i raub des Herakles und auf die Sage vom Todedes Aisopos hin, dem die Delphier aus Rach-sucht eine goldene Schale des Apollon imReisegepäck versteckten und den sie dannunter der Anklage des Tempelraubes vom Felsenherabstürzten (Plut. de ser. num. vind. 12 Schot.Ar. Vesp. 1446. Herod. 2,134. IT. Ulrichs, Reisen
и. Forsch, in Griechen!. 1 , 47, 18), wie auchThersites ursprünglich seinen Tod durch Sturzvom Felsen durch die Hand des Meleagrosgefunden hatte, Pherekgdes im Schal. Toionl.II. 2, 212; Usener 46. An die Sage vom Ai-sopos erinnert lebhaft die von Plut. praec. reip.ger. 32 überlieferte Erzählung, die gleichfallsin Delphoi spielt: Orgilaos, Sohn des Phalis,löst seine Verlobung mit der Tochter desDelpbiers Krates wegen eines ungünstigen Vor-zeichens, da während der Libation der Misch-krug von selbst zerbricht, und entfernt sichmit seinen Vater, ö δε Κράτης Ολίγον νοτερονd'vovßiv αύτοΐς νποβαλών χρνΰίον τι τωνΙερών χατ εκρη μνιβ ε τον Όργίλαον χαί τοναδελφόν άκριτους. Auf Tötung des Pharmakosdurch Sturz vom Felsen scheint Zeugnis 2(Sp. 2277) hinzuweisen. Als analoge Erscheinungweisen Usener 48 und Toepffer 144 ferner auf dieSteinigung des Neoptolemos durch die Delphierhin (Eur. Andr. 1128) wegen angeblichenTempelraubes (ebend. 1093 ff) oder wegen desRaubes des heiligen Opferfleisches ( Pherekydesim Schot, Eur. Andr. 1128). Wenn Achilleus ,weil er die zum Opfer für Artemis bestimmteIphigeneia der Opferung entziehen will, vonden Griechen mit Steinigung bedroht [Eur.I. A. 1350), ja nach anderer Überlieferung(Bd. 1 Sp. 32, 19 ff.) durch Steinwürfe schwerverwundet wird, dürfte dieser Zug der Sageauf gleicher Anschauung beruhen: Strafe fürden Versuch, etwas Gottgeheiligtes seiner Be-stimmung zu entziehen, wenn hier allerdingsauch nicht Apollo, sondern seine Schwester inBetracht kommt. Auf ähnliche Weise ist eswohl zu erklären, wenn die Arkader den Aristo-krates steinigen, der im Tempel der ArtemisHymnia die Priesterin der Göttin geschändethatte, Paus. 8, 5, 12. Auch in der Erzählungdes Paus. (10, 2, 4; vgl. auch Philo bei Euseb.pr. ev. 8, 14, 33), dafs sich Philomelos, derAnführer der Phoker und Plünderer des apolli-