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Pharmakos
Pharnake
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nischen Tempelschatzes, von einem Felsen her-abgestürzt habe, erkennt Toepffer 144 denselbenZusammenhang, und dafs das Herabstürzen vonFelsenhöhen überhaupt als Strafe für Tempel-raub festgesetzt war, fügt Paus. a. a. 0. hinzu:έτεταχτο δε /.cd αΧΧως τοίς Αμφιχτυόοιν Ις τουςονΧώντας αυτή η δίκη. Vgl. auch KP. Hermann,Abh. d. Ges. d. Wiss. zu Gotting. 6 (1853—55),302 und die von ihm herangezogene Stelle ausPhilo de provid. 2, 28: lex erat statuta, sacri-legum atit. dari praecipitem aut demergi autcremari. Und die Erzählung, dafs die Perser(Herod. 8, 37. Diod. 11, 14. Ulrichs a. a. O.53, 11) und später die Gallier (Paus. 10, 23.Justin. 24, 8), die das delphische Heiligtumplündern wollten, durch herabstürzende Felsenund Steine ihren Tod fanden, beruht auf der-selben Anschauung, dafs für den Tempel-räuber die Steinigung die gebührende Strafeist. Vielleicht gehört auch die dem Tantaloswegen seines ßaubes von Nektar und Am-brosia drohende Strafe, der über seinem Haupteschwebende Fels, dessen Herabsturz er immerfürchten mufs, in den Kreis derselben An-schauungen, Pind. Ol. 1 , 58 ff. (90 ff.). Auch derKultgebrauch von Leukas geh ört hierher: alljähr-lich bei einem Feste des Apollon wurden Ver-brecher (τις των ίν αίτια οντων) vom leukadi-schen Felsen άποτροπής χάριν berabgestürzt;doch suchte man nach Möglichkeit den Sturzzu mildern, indem man an das Opfer Flügel undVögel anhand und es unten mit Kähnen er-wartete, um es womöglich aufzufischen unddann über die Grenze zu schaffen. Vgl. auchden Brauch von Hylai, nach dem dem Apolloheilige Männer von steilen Abhängen und Felsenherabsprangen. Paus. 10, 32, 6. 0. Müller,
Dorier 1 , 232f. 259f. Toepffer 145. Att. Gen. 266.Dieterich, Nekyia 27 f. v. Wilamowitz , Hom.Unters. 73, 2. — Beachtenswert ist, was Meister ,Abh. d. philol. hist. Kl. d. K. S. Ges. d. Wiss. 13,689 Anm. 1 ausführt (vgl. auch Serglc z. Hippon.fr. 5), dafs bei Hipponax (fr. 43, 4) φάρμακον'Heilmittel’ die mittlere Silbe kurz hat, wäh-rend unser Wort φάρμάχος (φαρμαχός), das beiden Attikern die mittlere Silbe gleichfalls kurzhat, bei Hippon. fr. 5 diese lang zeigt. Meisterbezeichnet den Ursprung und die Bildung vonunserem φαρμαχός als unbekannt und fährtfort: 'DieAnnahme, dafs das Wort bei Hipponax in ursprünglicher Messung gebraucht und beiden Attikern nach φάρμάχον die mittlere Silbeverkürzt sei, ist, soviel ich sehen kann, zulässig.Auch könnte, wenn *φάρμαΡος zu Grunde läge(vgl. Smyth, The vowel System 43) bei Hipponax*φάρμαχχος, bei den Attikern φάρμάχος ent-standen sein’. Hiermit müssen wir uns be-gnügen; doch sei es noch gestattet, eine Ver-mutung zu äufsern, durch die vielleicht aufdie viel besprochene Stelle des Pausanias (10,28, 5) in der Schilderung des Gemäldes desPolygnotos in der Lesche zu Delphoi einLicht fällt: neben dem Manne, der gegen seinenVater gefrevelt hat, sagt Pausanias , ΙεράβεβυΧηχώς ανηρ νπέβχε δίχην γννή δε ηχολάξουβα αυτόν φάρμακα άΧΧα τε και ίςαΐχίαν οϊδεν άν&ρώπων. Die ältere Litteraturhierüber verzeichnet Pobert, Nekyia (16. Hall.
Winckelmannsprogramm) 60, gegen den ichbemerke, dafs der von Pausanias hier sowie5, 18, 2 gebrauchte Ausdruck φάρμακα είδεναιoffenbar auf Hom. 11. 11, 741 zurückgeht . .Αγαμήδην, η τόοα φάρμακα r/drj κτΧ. Pobertselbst erkennt in der strafenden, gewöhnlichals φαρμαχίς (s. Sp. 22761 bezeichneten Fraueine ■ Göttin, wahrscheinlich Αίχη, die miteiner Mörserkeule den Tempelräuber straft(vgl. oben Sp. 2276, 22 ff., wo diese φαρμαχίς\Χνγρών] als eine der beiden Moiren gefasst ist).Dieterich, Nekyia 68 f. meint, die Strafe werdehier durch Gift vollzogen, einer allgemeinenStrafe, wie sie auf der Oberwelt als Todes-strafe üblich war, berührt sich also mit Welcher,Kl. Sehr. 5, 103. Pobert findet es auffällig,dafs der strafenden Figur die Beischrift aufdem Gemälde gefehlt haben sollte. Da wirnun aber nach der Kultlegende des Istros be-rechtigt sind, den Φαρμαχός als Typus desίερόανΧ os aufzufassen, da man ferner wenig-stens in der Zeit nach Hipponax (s. oben)φαρμαχός ohne weiteres neben φάρμαχον 'Gift’stellte, sollte da nicht in der Strafe durch dieφαρμαχίς ein Hinweis liegen auf die, wennauch ursprünglich nicht vorhandene, Gleich-setzung von ΙερόανΧος = Φαρμαχός ? Mandenke auch daran, dafs das Gemälde desPolygnotos in Delphoi sich befand und dafsPharmakos heilige Schalen des Apollon ge-stohlen (ίεροσνΧεΐνΙ) hatte. Nach Iaoc. dial.mort. 30, 1 freilich wird der ίερόανΧος von derChimaira zerrissen. [Höfer.]
Pliarnake? (Φαρνάχη?). Bei Hesych. s. v.Κιν[ν2νρας’ ΑπόΧΧωνος καί Φαρνα . . . παίς,βααιΧενς Κυπρίων liest man allgemein nachder allerdings nicht ganz zweifellosen Über-lieferung bei Suidas s. v. Καταγηράααι,ς: Ki-ννρας . . . απόγονος Φαρνάχης, βααιΧενς Κυ-πρίων (s. Bernhardy ζ. d. St.) = Απόλλωνος χαϊφαρνά(χης ) παΐς, s. Schmidt zu Ilesych. a. a. 0.Ob derselbe Name in der korrupten StelleAppend. Proverb. 4, 68 p. 450: Κιννρας ήνάπόγονοςΦάρμη f βααιΧόως Κυπρίων) wiederkehrt,ist sehr zweifelhaft, da hier, wemn die LesartβααιΧέως richtig ist, Φά puijf eim männlicherName ist; oder man mufs mit Suidas stattβαβιΧίως lesen βααιΧενς. Um Übeireinstimmungzwischen Hesych. einerseits \mä Suidas-Append.Prov. andererseits zu gewinnen, müfste manan den letzteren Stellen απόγονος in der selte-nen Bedeutung von 'Sohn’ auffassen. Es kommtferner hinzu, dafs man bei genealogischen An-gaben in erster Linie den Vaternamen erwartetoder die Namen beider Eltern, aber nicht, wieman bei Suidas anzunehmen gezwungen ist,lediglich nur den Mutternamen. Auf Grundder angeführten Stellen hat Mancher auch beiApollod. 3, 14, 3 den Namen Φαρνάχη einge-setzt. Apollodor berichtet, dafs Sandokos (San-dakos, Wernicke, Aus der Anomia 75), derUrurenkel des Kephalos (Kephalos-Tithonos-Phaethon-Astynoos-Sandokos), aus Syrien nachKilikien gekommen sei, dort Kelenderis ge-gründet und die Tochter des Megassares (so,nicht Megessares), des Königs der Hyrier inIsaurien (’Τριέων statt der überlieferten Σνρίωνhergestellt von Hercher, Philol. 6 [1851], 573)