Phersis
2299
schriftreste matt | ta stehen und die die Schul-tern der zweiten Figur zuwendet. Diesezweite Figur, die durch die Beischrift eita,d. i. ’AtSag, bezeichnet ist, ist ein Mann vonköniglicher Würde, mit starkem spitzen Bart,mit einem weifsen Mantel um die Hüften be-kleidet und mit Sandalen an den Fiifsen, dasHaupt mit einem Löwenfell bedeckt. Er sitztauf einem Thron mit Lehne, die mit schönenOrnamenten bemalt ist, und hält in der Rechtenin der Weise eines Szepters einen von einerSchlange umringelten Stab. Die Linke legt erauf die Schultern einer Frau, welche nebenihm steht und ihn ansieht. Diese [welche dieBeischrift (jpersipnai = rhgascpövsia hat] ist inein weifses Gewand gekleidet, mit Halsbandund Ohrringen in gelber Farbe angethan, trägtauf dem Haupte ein breites Diadem und hältin der Linken ein Szepter, auf dessen Spitzeein Vogel sitzt“ (Brunn). Die Darstellung in 2Corneto hingegen ist diese: Links auf einemThrone sitzt Hades (aita); zu seiner Linkennach der Mitte des Bildes zu steht Persephone (tpersipnei); rechts befindet sich, dem Hadesgegenüberstehend, der dreiköpfige Geryones(cerun), mit Schild und Lanze bewaffnet; Hadesstreckt gegen ihn in befehlender Weise dielinke Hand aus. Robert, Hermes 19, deutetdie Darstellung dahin, dafs dem Geryoneus dieHerden des Hades abgenommen werden. Es 3kann somit an der Identität der ijpersipnai mitder Persephone kein Zweifel sein. Was dieForm des Namens cpersipnai betrifft, so findetsich auch ein lat.-etr. prosepnai auf einemSpiegel von Orbetello (Fahr. no. 206 bis). Ausdieser Form ergiebt sich, dafs das cp von cpe r-sipnai nicht etwa auf die griechische Form<p£QBscpovri (Fick, Griech. Personennamen 2 464)zurückzuführen ist, sondern, dafs griech. JIsp-eecpovri sich zunächst in etr. prsepnai oder 4·prsipnai wandelte, dafs dann in letzterer reinetruskischen Form unter dem Einflüsse des rdas p aspiriert wurde (vgl. z. B. etr. settre =Sertor; allrpa = "Atgoitog), was in der lat.-etr.Form selbstverständlich unterblieb. Schliefs-lich schoben dann beide Formen zwischen diedrei Konsonanten der ersten Silbe einen Hilfs-vokal ein, und so bildete sich dann aus (prsipnaidas cpersipnai, aus prsepnai das prosepnai.Das -ai, -ei am Ende kann das griech. -sia 5sein, kann aber auch durch die Analogie desso häufigen -ai, -ei der weiblichen etr. Gentil-namen an das Wort geraten sein. [C. Pauli.]
Phersis (<ksgeig) = Persephone , I)iod. 27, 5.Fick-Bechtel, Hie griech. Personennamen 464;vgl. auch Usener, Sitzungsber. d. kais. Äkad.d. Wiss. zu Wien 137 (1897), III S. 51. Vgl.Phersipnai u. Pherse = Perseus . Gerhard, Ges.akad, Abh, 1 , 130. [Höfer.]
Plierusa (thegovaa), 1) Tochter des Nereus «(s. d.) und der Doris, 11 . 18, 43. Hes. Theog. 248.Apollod. 1, 2, 7. Hyg. praef. p. 28 Bunte.Schoemann, Op. ac. 2 p. 166. Braun, Griech.Götterl. § 75. 80. 94. 98. — 2) Eine der Horen,Hyg. /'. 183. [Stoll.]
Phiale ($«zl?j), eine Nymphe im Gefolgeder jagenden Artemis, Ov. Met. 3, 172. VglPhialo, Phialos. [Stoll.]
Philadelpheia 2300
Phialo ( Φιαλώ ), Tochter des arkadischenHeros Alkimedon, Geliebte des Herakles, demsie den Aichmagoras gebar, Paus. 8, 12, 3;s. Alkimedon nr. 1. Vgl. Phialos. [Stoll.]Phialos (Φίαλος) s. Phigalos.
Phicomone (?), Danaide, vermählt mit Plexip-pos, Hyg. f. 170 (der Name ist korrupt). [Stoll.]Phidaleia (Φιδάλεια), Gattin des Byzas,welchein Abwesenheit desselben die Stadt Byzantion gegen den Skythenkönig Odryses durch Be-wertung des Heeres mit Schlangen tapfer undglücklich verteidigte. In Byzanz war ihr eineStatue errichtet. Hesych. Mil. fr. 4, 18. 19. 34(Müller fr. hist. gr. 4 p. 149 f. 152); vgl. Steph.Byz. s. v. Γνναι,γ.όπολις. Anth. Plan. 66. 67.Izetz. (Jhil. 2. hist. 40. Noim. Dion. 36, 177.Vgl. IHonys. Byz. Anapl. Bospor. Thrac. fr. 37(Müller, Geogr. gr. min. 2 p. 46), wo sie eineTochter des Barbysses heifst, die sich nach derUmarmung des Byzas aus Scham und Furchtvor dem Vater ins Meer stürzte und zu einemFelsen wurde, welcher für das Grab der Phi-daleia gehalten und Phidaleia genannt ward.[Vgl. auch Coden. de orig. p. 7 c. 59 ed. Bonn .und überhaupt Roscher, Jahrb. f. cl. Phil. 1886S. 237f. R.] [Stoll.]
Phidnos (Φίδνος) — Aphidnos (s. d.). DafsPhidnos, wie die Codices AM der Iliasscholien(zu Γ 242) lesen, die richtige Lesart sei, hatzuerst Maafs (Index schol. Gryphiswald. 1889S. VII) erkannt und zugleich (a. a. O.) auf ähnlicheFälle der Aphaeresis und Prosthesis bei Eigen-namen hingewiesen. Vgl. Pheidas. [Roscher.]Phigaleus (Φιγαλενς), Beiname des Dionysos,Lykophr. 212, nach seiner Verehrung in Phiga-lia in Arkadien , Tzetz. und Schol. z. d. St.Über den Dionysoskult in Phigalia vgl. Paus.
8, 39, 6 und weitere Belege bei Immerwahr,Kulte und Mythen Arkadiens 1, 185 f. 190.Doch zieht Izetzes die Lesart Φ<τ\γαΙενς ■—παρά το ίν cppyotg καί ίίρεαιν αλλεοί&αι — vor.Vgl. Eust. ad Hom. 11 . 664, 46. [[Hofer.]Phigalia (Φιγαλία), Nymphe, Diryade, nachwelcher die arkadische Stadt Phigalia benanntsein sollte, Paus. 8, 39, 2. [Stoll.]
Phigalos (Φίγαλος), Sohn dies Lvkaon, nachandern ein Äutochthon, Griimder der arkadi-schen Stadt Phigaleia . Späfter soll Phialos,Sohn des Bukolion, Vater des; Simos, ein zwei-ter Gründer der Stadt geworden sein und sienach sich Phialeia genannt haben; Phialeiaist also die jüngere Form des Namens. Paus.
8, 3, 1. 8, 5, 5. 8, 39, 2. Hessych. u. Steph. B.s. v. Φιγάλεια. Ourtius, Pelop. 1, 318f. 343 n. 27.
[Stoll.]
Phila (Φίλα) , Beiname der Aphrodite miteinem von Adeimantos zu Ehren der Gemahlin :des Demetrios Poliorketes , Phila, gestifteten 'Tempel (Φιλαϊον), der wahrscheinlich mit demvon Paus. 1, 37, 7 beschriebenen Aphrodite-tempel identisch ist, Athen . 6, 255c. G. 1 . G.
1, 507. Bursian, Geogr. v. Griechenl. 1, 327, 2.Milchhöfer, Karten von Attica l,47f. 7,24Anm. 1.
[Höfer.]
Philadelpheia, Personifikation der klein-asiatischen Stadt, dargestellt auf der puteo-lanischen Basis 'als eine mit einem bis aufdie Fiifse reichenden Chiton und darüber ge-