Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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Philomela

Philomela

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vgl. S. 73): zwei Frauen im Profil einandergegenüberstehend, nach vorn geneigt, sind mitausgestreckten Händen gemeinschaftlich aneinem zwischen ihnen befindlichen Gegenstand,der leider nicht mehr zu erkennen ist, be-schäftigt. Über dem Haupt der rechts stehen-den Frauengestalt liest man ΜΟ^ΔΙΑΒΧ d. i.Χελιδίον (Chelidon); auch neben der linkenGestalt sind noch Buchstabenreste erkennbar:vielleicht war die Tötung des Itys oder dieZurüstung des Mahles dargestellt.

Nach megarischer Sage (Paus. 1, 41, 8. 9)war Perseus , der Schwiegersohn des megari-schen Pandion, König im megarischen Pagai*)(s. unt. Sp. 2346), er tötet sich, da er die Schwesternicht einholen kann, mit eigener Hand undgeniefst bei den Megarern Heroenehren, wobeiman bei dem Opfer statt der Gerste Steinchenzur Bedeckung des Opfertieres verwendet. DafsTereus in einen Wiedehopf verwandelt -wurde,geht aus den Worten des Pausanias : καί. τονέποπα τον όρνι&α ένταϋ&α φανηναι πρώτονλέγονοιν hervor. Die Schwestern aber fliehennach Attika (dies als Ort der Flucht durchattische Interpolation bezeichnet, Thrämer 469,33) und & ρηνου βαι . . . υπ'ο δακρύων δια-φΓείρονται· καί ΰφιβι την ές άηδόνα καίχελιδόνα μεταβολήν έπεφήμισαν Ζτι . . καί αύταιαί ορνι&ες έλεεινον καί ϋρήνομ όμοιον άδονΰιν.Auf diese Form der Sage weist auch Schol.Pur. Ith es. 550 hin: λέγεται ... ή Πρόχνη μετάτο χρεανομήβαιΙτνν . διά την λύπην μετά-βλη&ήναι εις ορνιν. Vgl. auch unten Sp. 2348.

In der attisch-phokischen Sage istPandion König von Athen **). Das Weitere

*) Wenn Oder a. a. 0. 552 sagt:Nun ist aber Tereusnach einstimmiger Tradition des Altertums ein tliraki-scherKönig und weiter nichts. Selbst die Megarer haltendaran fest trotz ihres Kultus, so irrt er: in der mega-rischen Version der Sage bei Pausanias steht nichts vonder thrakischen Herkunft des Tereus.

**) Merkwürdig ist die Notiz bei Lactant. Plac'td. adStat. Theb. 8, 616: Pandioniae volucres] dicit propter Prog-nen et Philomelam, quae filiae Syrii crant Pandionis.Die Vermutung von Vollmer, der Seyrii statt Syrii vor-schlägt, ist offenbar unrichtig; was hat Pandion mit Skyroszu schaffen? Bei Apollod. 8, 14, 8 verfolgt Tereus dieSchwestern άρπάσας Πελεκυν. Das ist, wie schonWelcher, Aesch . Tril. 508, 796 (vgl. Oder a. a. 0. 555) sah,ein der kleinasiatischen Sage entlehnter Zug; dort wirdder dem Tereus entsprechende Polytechnos in einenSpecht, Πελεκάν verwandelt. Eine ähnliche Reminiscenz,allerdings an die boiotisch-kleinasiatische Sage, scheintbei Lactant. vorzuliegen: der Vater der Aedon Πανδάοεωςist mit TIaröUov verwechselt, wenn nicht beide überhauptidentisch ( Roscher, Bert. Phil. Wockenschr. 1884, 1544) sind,ΙΙανόάρεως aber (vgl. Strabo 14, 665: in Pinara in Lykien ΙΙάνάαρος Χιμάται, tvyov ίσως ομώνυμος r ω Τρωικ.ώ·. ώςκαι Πανόαρέον κούρη χλωρηϊς άηόών και γάρ toötovεκ Λυκιας φάση·) wird Lykier genannt. Es wird daherauch bei Lactant. a. a. 0. zu schreiben sein, filiae LyciiPandionis. Oder liegt Vermengung mit der westgriechi-schen Version vor und bezieht sich Syrius auf die vonSteph. Byz. s. v. Σϋρος erwähnte akarnanische Insel?"Weitere Züge, welche dem Philomelamythos, abgesehenvon der Handlung selbst, mit der Aedonsage gemeinsamsind, scheinen noch folgende zu sein: Daulis (ob. Sp. 2346,6)erscheint als Wohnsitz des Aedongemahls Zetes beiHerodor im Schol. Apoll. Rhod. 1, 211. Das Motiv desWebens kehrt in der Aedonsage nr. 8 und im Philomela-mythos wieder, dort im Wettstreit der Aedon mit ihremGatten, hier als Mittel zur Mitteilung an die Schwester.

s. Bd. 2 s. v. Itys . Eine ganz abweichendeDarstellung findet sich bei Pust, ad Hom. Od.1875, 3ff., wo Philomela als Gattin des Tereuserscheint und Prokne die jener sonst zuge-schriebene Rolle spielt. Tereus ist thraki-scher (s. unt. Sp. 2348, 1) König in Daulis, woauch die Tötung des Itys durch Prokne undPhilomela stattfindet, Thuk. 2,29. Paus. 1,41,8.10, 4, 8. Strabo 7, 321. 9, 428. Steph. Byz.s. v. Αανλίς. Konon 31; vgl. Senec. Thyest.275. Bei Apollod. 3, 14, 8 ist Tereus Königin Thrakien (vgl. Paus. 1, 5, 4. Hyg. f. 45.Pust, ad Hom. Od. 1875, 4. Probus ad Verg.Eclog. 6, 79 p. 23 Keil. Auson. Technop. 9, 21p. 137 Schenkl. Stat. Theb. 5, 121. Seneca , Here.Oet. 953. Ov. amor. 2,6,7. Memed. am. 459), aberes findet wenigstens in Daulis, wo die fliehendenSchwestern eingeholt werden, die Vogelmeta-morphose statt. Daulis (nicht Aulis, wie Bd. 2Sp. 572, 4 steht, vgl. U. Hofer, Konon 97) wirdvon Tzetz. Hes. op. 566 ferner als Schauplatz derSchändung Philomelas angegeben. Aus diesenTraditionen folgert Thrämer 470 mit Recht, dafsauch in Daulis von alters her eine Sage von derNachtigall und Schwalbe existierte; die Be-zeichnung Αανλιάς όρνις wird von den Dich-tern nach Thuk. 2, 29 (vgl. Plut. Quaest. conv.7, 8, 2: Ααυλίδες όρνι&ες. Poet. lat. min. ed.Baehrens 1, 108: Daulias ales = Procne. Verg.Cir. 200: Dauliades puellae) für die Nachtigallgebraucht und auch heute noch ist die Nachti-gall ein in Daulis häufig vorkommender Vogel,Ulrichs, Meisen u. Forsch, in Griechenl. 1, 148f.,der, um dies gleich hier zu erwähnen, gleich-zeitig feststellt, dafs die Erzählung des Paus.(10, 4, 9), dafs in Daulis keine Schwalben nisten,auf falscher Beobachtung beruht. M. Mayer,Hermes 27 (1892), 429f. erkennt in dem Frag-ment des Sophokles (Nauck 2 p. 95), wo er vs. 9f.schreibt: άεΐ δε μίαει τώνδε δαυλόν εις τόπονδρυμούς τ έρημους καί πάγους αποιχιεΐ,eine Anspielung auf die Namen der Örtlich-keiten, an denen der Philomelamythos lokali-siert ist: πάγοι soll an das megarische Pagai(oben Sp. 2345) erinnern, der daulos τόπος unddie δρυμοί an Daulis und an das zwischenTrachis, Daulis und dem phokischen Trachingelegene Drymos. Über die Gewaltthat desTereus an Philomela und die Entdeckung desFrevels s, Bd. 2 Sp. 571, 60ff. Nach Apollod.a. a. 0. (der Text ist nicht heil überliefert,s. U. Hofer, Konon 96) und Probus a. a. 0.verbirgt Tereus die geschändete und der Zungeberaubte Philomela an einsamem Orte, bis diesedurch das Gewebe bei unverdächtiger ( Höfer ,Konon 97) Gelegenheit der Schwester Nach-richt zukommen läfst und von dieser aufge-sucht wird. Nach Hyg. f. 45, wo der Inhalteiner Tragödie des Philokles (Nauck, oder desKarkinos nach Thrämer 470, 62) wiedergegebenwird, tötet Tereus auf dem Heimweg von Athen die der Philomela von Pandion mitgegebenenBegleiter durch Sturz ins Meer, vergewaltigtdie Jungfrau und schickt sie nach seinerRückkehr nach Thrakien zu dem König Lyn-keus der Name soll wohl anspielen auf diescharfe Beobachtung, die dieser auf die ihmAnvertraute geben soll; dessen Gemahlin