Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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2347-2348
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Philomela

Philomeleides

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Laethusa (?) aber, eine Freundin der Prokne,führte dieser die Schwester zu. Es folgt dasItysmahl, das wohl erst aus dem Thyestes-oder Tantalosmythos herübergenommen ist, wiees auch der Aedonsage noch fremd ist, Thrämer474, 82 ff. Die Tötung des Itys vergleichtToepffer hei Pauly-Wissoiva Bd. 1 Sp. 1770,54 ff. s. v. Amazones mit der Tötung des Orpheusund Pentheus durch die thrakischen Maina-den. Bei Ov. Met. 6, 658 schleudert Philo-mela dem nach dem Sohne fragenden Tereusdas blutige Haupt des Itys ins Gesicht, beiAchill . Tat.'p, 3. 4 bringen ihm beide Schwe-stern die Überreste des Sohnes, Kopf undHände, in einem Korbe. Tereus verfolgt dieFliehenden mit dem Beil (s. oben Sp. 2345, 47)oder dem Schwerte ( Konon 31. Ov. Met. 6, 666.Ach. Tat. 5, 3. Schol. Arist. av. 212), auf derunten erwähnten Vase mit zwei Speeren. Inbetreff der Verwandlung ist zu bemerken, dafsnicht, wie Bd. 2 Sp. 570, 62 angegeben, nurrömische Schriftsteller die Philomela in eineNachtigall und die Prokne in eine Schwalbeverwandelt werden lassen, sondern dafs schonAgatharchides (de mari Erythr. 7 in Geogr.Gr. min. 1, 114, 33) dies berichtet, der aberauffallender Weise nur von der Metamorphoseder Philomela und des Tereus erzählt, Prokneaber überhaupt unerwähnt läfst. Anspielungenauf die Philomelasage finden sich aufser .inden Bd. 2 Sp. 572, 30ff. erwähnten Stellenferner bei Plato Phaed. 85 a. Plut. Quaest.conv. 8, 7, 2. Luc. de merc. cond. 41. Schol.Eur. Phoen. 1515. Schol. Eur. Andr. 862.Lact. Plac. ad Stat. Theb. 5, 120. Eufin. Be-cognit. 10, 16. Cornutus - Schol. zu Juven. 6,643 (Phil. 53, 1894 ; 530), wo statt Procnearundinem zu lesen ist hirundinem.

Zu der Bd. 1 Sp. 85 gegebenen Deutungunseres Tiermärchens ist nachzutragen: Diebefremdende Thatsache, dafs Tereus in denscheuen ängstlichenWiedehopf, der nach Konon31 Nachtigallen und Schwalben verfolgen soll,verwandelt wird, erklärt sich nach Oder a. a. 0.543 ff. aus der Vorstellung der Alten (Sophoklesa. a. 0. v. 5. Aesch . Suppl. 62; vgl. Lenz,Zoologie der Griech. und Bcimer 318, 987, wodasselbe vom Kuckuck erzählt wird), dafs derWiedehopf sich zu bestimmten Zeiten in einenandern Vogel, in den κέρκος Sperber ver-wandele: Tereus ist also nach ursprünglicherSage, die auch bei Hygin. a. a. 0. (Tereumautem accipitrem factum) noch erhalten ist,in einen κέρκος verwandelt worden, der späterinfolge der oben erwähnten volkstümlichenVerwechslung beider Vögel durch den Wiede-hopf verdrängt wurde. Auf den κίρκος pafsttreffend das τηρεΐν. Das spähende Lauerndes Raubvogels, dessen Bedeutung man mitdem Namen Τηρεί>ς (Schol. Arist. av. 102.Etijm. M. p. 757, 45 Gaisf.·, vgl. Achill . Tat.5, 5 Τηρενς . . . ορνις γίνεται . . . και τηρον-βιν ετι τον ττά&ονς την εικόνα) in Verbindungsetzte, und ?ποψ (nach Hesych. = ίπόπτης)erweckte dieselbe Vorstellung: r der Beobachter,Späher Oder a. a. 0. 553. M. Mayer a. a. 0.493 f. So dürfte auch ob. Sp. 2346, 65, der Namedes Königs Lynkeus nicht zufällig sein: Τηρενς

und Λνγκενς sind beide όξ,νόερκεΐς. DafsTereus als Thraker erscheint, ist wohl demUmstand zuzuschreiben, dafs sein Name andie thrakischen Königsnamen Teres anklang(vgl. Thuk. 2, 29) und dafs um Daulis der Sagenach Thraker wohnten, Oder a. a. 0. 552f.Thrämer 470, 50ff; vgl. auch M. Mayer a. a. 0.494 ff.

Zu den Bd. 2 Sp. 572, 36 ff. erwähnten bild-lichen Darstellungen ist nachzutragen: 1) ImAstartetempel zu Ilierapolis-Bambyke warennach Luc. de dea Syr. 40 dargestellt Philo-mela und Prokne noch in Menschengestalt,während Tereus schon zum Vogel gewordenwar. Man könnte in dieser Darstellung an diemegarische Form der Sage (ob. Sp. 2345) denken,nach der Tereus früher als die Frauen ver-wandelt worden zu sein scheint. 2) Vaseaus Ruvo, jetzt in Neapel (Heydemann 3233S. 533 mit Literaturangaben), die Personensind teilweise durch Inschrift bezeichnet: Aufeinem Zweigespann steht neben dem Wagen-lenker Prokne, sich umsehend nach dem andernGespann, auf dem neben dem WagenlenkerΦΙΛΟΜΗΛΑ steht; über Philomela in der obe-ren Reihe befindet sich Apate (ΑΓΑΤΑ), dieR. dem bärtigen THPEYi entgegenstreckend,der zu Pferd sitzt, die L. staunend erhoben,in der R. zwei Speere haltend. Ihm folgenzwei Jünglinge, nach Heydemann vielleicht dieden beiden Schwestern zu Hilfe eilenden Brüder,Butes und Erechtheus. 3) Die Marmorgruppedes Alkamenes (Bd.2 Sp. 572, 62 ff.) erkenntWinter, Arch. Anz. 9 (1894), 40 (vgl. Michaelis,Athen . Mitt. 1876, 304 ff.) in der a. a. 0. ab-gebildeten, auf der Akropolis gefundenen, früherauf Ge Kurotrophos gedeuteten Gi-uppe: Proknedas Messer in der L. zückend gegen Itys , densie mit der R. fest an ihren Scbiofs drängt.

[Höferj

Philoineleides (ΦιΙομηΙείάης)., König aufLesbos , der die Vorüberschiffenden zum Ring-kampf herausforderte und schliefslich vonOdysseus (s. d.) überwunden waa-d: Odyss. 4, 343.17, 134 u. Schol., der berichtet,, dafs einige alteErklärer den Namen fälschlich als Metronymi-kon fafsten und auf Patroklos bezogen; siehePhilomela 1. [Roscher.] [Nach Hellanikos imSchol. Hom. Od. 4, 343; vgl. Eust. ad Od. 1498,62 ff. töteten ihn Odysseus und Diomedes durchList und machten sein Grab zu einem Ort derEinkehr für Fremde (τον τάφον αντον κατα -γώγιον ίςένοιν έιΐοίηοαν). Während also beiHomer Odysseus allein im offenen Kampfe denPh. erlegt, tritt bei Hellanikos dafür der listigeMord ein, von Odysseus und Diomedes voll-bracht, wie in ähnlicher Weise diese beidenden Palamedes (Kypria bei Paus. 10, 31, 2)oder den Dolon (s. d.) töten, wie beide dasPalladion (s. d.) rauben usw. Philomeleides,der die Fremden zum Ringkampf zwingt, biser endlich dem Stärkeren unterliegt, findetseine Parallele in Antaios (s. d. nr. 1), Kerkyon(s. d.) usw. Aus den Worten: τον τάφον αντονκαταγώγιον ξίνων έτιοίηΰαν kann man vielleichtauf eine Form der Sage schliefsen, nach derPh. die Fremden zuerst gastlich aufnahm, siedann aber zum Ringkampfe zwang und tötete;