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Kampf mit den Freiern (vgl. Knute, quomodoPersei fabulam artifices Graeci et Romani trac-taverint; Dissert. Bonn 1893, 41) findet man■ 1) auf einer praenestinischen Ciste: Mon. d.
Inst. 6, 40; 2) auf einer etruskischen Urne:
, Koerte, rilievi detle urne etrusche 2 Taf. 40, 4S. 10G; 3) auf einem pompejanischen Wand-gemälde: Helbig, Wand gern. Campaniens 1203.Diese Darstellungen bieten jedoch nichts fürPhineus Charakteristisches .
3) Der bekannte Phineus der Harpyien-und Argonautensage, dessen Schicksal imAltertum sehr oft behandelt ist. Die zahl-reichen Zeugnisse zerfallen in drei Gruppen.Die Versionen der ersten Gruppe stimmendarin überein, dafs Phineus wegen eines Ver-gehens gegen die Götter mit Blindheit undmit jenen schrecklichen Harpyien bestraftwird, die ihm Speise und Trank rauben oderbeschmutzen, dal's aber später die Söhne desBoreas , Kalais und Zetes, ihn von diesen Un-holden befreien. Die zweite Gruppe weifs voneiner Erlösung des Phineus nichts, sondernberichtet nur, dafs Phineus wegen eines Ver-gehens an seinen eigenen Kindern (in ältererFassung wohl auch wegen eines anderen Ver-gehens) nach unerbittlichem Gesetz gerichtet,geblendet und getötet wird. Die dritte Gruppevereinigt die Versionen der beiden ersten
! Gruppen dahin, dafs Phineus wegen des Ver-gehens an seinen Kindern geblendet und mitden Harpyien bestraft wird, von denen ihnspäter die Boreaden befreien.
I Erste Gruppe. Die Sage, dafs die Bo-S readen Phineus von den Harpyien befreien,; findet sich schon auf alten Bildwerken dar-gestellt: auf der Kypselos-Lade (Paus. 5, 17,11), an dem amykläischen Thron (Paus. 3,18, 16), auf einer schwarzfigurigen Schüsselaus Ägina im Berliner Museum nr. 1682(abgeb. Furtwängler, Archäol. Zeitung 1882,197 Taf. 9; erhalten sind nur die fliehendenHarpyien), dann auf der schwarzfigurigenVase der Sammlung Feoli, jetzt in Würzburg nr. 354 (abgeb. Monum. d. Inst. 10, 8, WienerVorlegebl. Ser. C Taf. 8 nr. 3a; von Duhn,Bemerkungen zur Würzburger Phineusschale,Heidelberger Festschrift zur 36. Philolog. -Vers.in Karlsruhe 1882 S. 118; Baumeister, Ilenkm.d. Muss. Altert. S. 1331 Fig. 1485; eine maß-gebende Abbildung erscheint demnächst beiFurtwängler-Reichhold, Griech. Vasenmal.·, be-i sprochen von Flasch, Annali d. Inst. 1874, 175;Arch. Zeitg. 1880, 158; Urlichs, Antikensamml.d. Universität Würzburg 3, 89 nr. 354): hierfliehen die Harpyien, verfolgt von Kalais undl Zetes, dem Meere zu; Phineus ist als blinderGreis charakterisiert; neben ihm steht auf dereinen Seite eine zumeist als seine Gemahlinerklärte Frau mit der Beischrift „Erichtho“(der Name wurde zunächst „Erichtho“· oder„Prichthö“ gelesen vgl. Urlichs, Beiträge zurKunstgesch. 30; Kretschmer in Kuhns Zeitschr.f. vergl. Sprachf. 1888, 384. 427; derselbe,Griech. Vaseninschr. 55. 228; dann für gefälschterklärt von Sittl, Phineusschale u. ähnlicheVasen, Progr. Würzburg 1892, 6. 19; indessenvon Boehlau und Bulle, Athen . Mitt. 1900, 47
wieder als Erichtho erkannt). Auf der anderenSeite des Phineus stehen zwei Frauen, derenWesen wir nicht kennen; die Beischrift wurdefrüher auf die Horen gedeutet, dann von Sittlauf Schwestern der Boreaden, bis Boehlauund Bulle feststellten, dafs jede der Fraueneinst einen eigenen Namen führte, die einevielleicht Morfpho). Weitere Darstellungender Phineus-Sage bieten: eine rotfigurigeHydria aus Athen (abgeb. Millingen, Anc.uned. mon. Taf. 15; Stackeiberg, Gräber derHellenen Taf. 38, 1; vgl. Flasch, Archäol.Zeitg. 1880, 139) und eine rotfigurige Amphoraaus Kameiros im Brit·. Mus. (abg. Flasch, Arch.Zeitg. 1880, 142 Taf. 12, 2), wo jedoch nurder blinde Phineus und die Harpyien dar-gestellt sind, die soeben die Speisen und dieTrinkschale von dem Tische forttragen. Da-gegen wird die Deutung des rotfigurigenBildes einer Amphora aus Nola im BritishMus. (abgeb. Archäol. Zeitg. 1880,143 Taf. 12, 1;1881, 163; Wiener Vorlegeblätter Ser. C Taf. 8, 1;Duruy , Histoire des Grecs 1, 735) auf Phineusvor dem Tisch mit Speisen bestritten vonPetersen, Archäol.-epigr. Mitt. 1882, 52ff.;Wassner, de heroum cultu, Dissert. Kiel 1883,56 These 6; Klein, Griech. Vasen mit Lieb-lingsinschr.- 143. — Während die bisher auf-geführten Bildwerke keinen Anhalt dafürbieten, ob die Künstler die Vertreibung derHarpyien durch die Boreaden als eine Episodeder Argonautenfahrt betrachten, schauen einegröfsere Zahl von Argonauten dieser Ver-treibung zu auf der grofsen Amphora desMuseo Jatta, Catalogo del Mus. Jatta nr. 1095S. 503ff. (abgeb. Monum. d. Inst. 3, 49, da-nach teilweise oben Artikel Boreaden Bd. 1Sp. 800; vgl. Annal. d. Inst. 1843, 1; Bull,d. Inst. 1845, 27; Bull. Nap. 3 (1845), 28;4 (1846), 109; Wieseler, Phüol. 1850, 600;Rochette, Journ. d. Sav. 1852, 591; Heydemann,Bull, d. Inst. 1871, 223; Stephani, Boreas u.d. Boreaden 19; Flasch, Archäol. Zeitg. 1880,140 ff.).
In den litterarischen Zeugnissen, die vonHiller von Gaertringen, de Graecorum fabulisad Thraces pertinentibus, Berlin 1886, ein-gehend besprochen sind, ist für die Harpyien-Boreaden-Sage die Verknüpfung mit der Ar-gonauten-Sage allgemein gegeben, und soweites sich um die Zeugnisse der ersten Gruppehandelt, herrscht auch darüber Übereinstim-mung, dafs Phineus am Pontos bezw. Bosporoswohnte. Hesiod erzählte in den Eoeen (fr. 170Rzach: Schal. Ap. Rhod. 2, 181), Phineus seigeblendet worden, weil er Phrixos den Weg(nach Kolchis ) gewiesen habe. Aufser derBlindheit, die in den Katalogoi fr. 78 (Sehol.Ap>. Rh. a. a. O.) damit begründet wird, dafsPhineus ein langes Leben dem Augenlichtvorgezogen habe, wurden ihm aber auch dieHarpyien geschickt. Diese werden spätervon den Boreaden Kalais und Zetes verjagtund bis zu jenen Inseln verfolgt, die hinfortden Namen Strophadcn tragen sollten: dennhier machten die Boreaden Halt und wandtensich zum Zeus Ainesios (d. i. auf dem Ainosvon Kephallenia ) mit der Bitte, es möge
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