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Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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Phineus

Phineus

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ihnen doch vergönnt sein, die Harpyien einzu-holen; aber Hermes tritt dazwischen und ge-bietet im Namen des Zeus, von der Verfolgungabzulassen. So bleiben denn die Harpyienam Leben, die Inseln aber erhalten von jenemaxQatpfivoa der Boreaden ihren Namen Stro-phaden; vgl. Hesiod fr. 8183: Schol. Ap.Hhod. 2, 297. 296. Möglich dafs Hesiod ,welcher in der Theogon. 267 die HarpyienAello und Okypete nennt, hier die letztereOkypode nannte; aber wahrscheinlich gehendie Worte Apollodors 1 , 9, 21, 7: 'HaLodos ähleysi avtgvSlxv7t6driv nur auf die Stelle derTheogonie zurück, vgl. Hiller v. Gaertringena. a. 0. 57, 204. Wo die Harpyien, die selbst-verständlich nicht mehr zu Phineus zurück-kehren, nunmehr ihre Zuflucht finden, ist fürHesiod nicht bezeugt. Nach den Naupaktien fr. 3(Schol. Ap. Hhod. 2, 299) flüchten sie nach Kreta in eine Höhle des Arginoeis-Berges (über diesenBerg vgl. Maafs, Gotting, gel. Anz. 1890,379, 2). Antimachos folgt in der Lyde derErzählung Hesiods -, auch bei ihm sind dieBoreaden Argonauten (fr. 7: Schol. Ap. Hhod.

1, 211), sie verfolgen die Harpyien bis zu denPlotai-Inseln, die dann von der Umkehr derBoreaden den Namen Strophaden erhalten,und die Harpyien bleiben am Leben (fr. 13:Schol. Ap. Hhod. 2, 296. 297). Pherekydessagt, dafs die Boreaden die Harpyien überdas Ägäische und Sizilische Meer verfolgen,und er stimmt mit Hesiod bezw. den Nau-paktien darin überein, dafs die Boreaden dieHarpyien nicht töten und dafs diese ihreletzte Zuflucht auf Kreta in der Höhle amArginoeis finden (fr. 69: Schol. Ap. Hhod. 2,299. 271). Endlich schliefst sich den bishergenannten Autoren in den wesentlichsten Zügenauch Apollonios von Rhodos 2,178 ff. an, dessenErzählung etwa folgendes besagt: Phineushatte von Apollo die Gabe der Weissagungerhalten, mifsbrauchte sie aber, indem er denMenschen auch Zeus geheimste Pläne mitteilte,so dafs sie sich um die Götter nicht mehr zukümmern brauchten (2, 181 nebst Schol., ferner

2, 246. 311 ff.). Zur Strafe sandte Zeus ihmein langes Greisenalter, Blindheit und dieHarpyien. Phineus, dem die Sehergabe bleibt(2, 311ff. 453ff.), weifs, dafs er einst, wenndie Argonauten kommen, von den Harpyienbefreit werden wird (2, 196. 212. 234). Daherfleht er sofort, als die Argo bei ihm landet,die Argonauten um ihre Hilfe an und schwörtden Boreaden, dafs sie nach dem göttlichenWillen kein Leid treffen wird, wenn sie ihnbefreien. Alsbald sind Kalais und Zetes zurHilfeleistung bereit, stürzen mit gezücktenSchwertern auf die heranfliegenden Harpyienlos und verfolgen sie sturmschnell über weiteLande bis zu den Plotai-Inseln. Dort trittnicht Hermes, wie bei Hesiod , sondern Irisdazwischen (Schol. Ap. Hhod. 2, 286 motiviertdies u. a. damit, dafs Iris eine Schwester derHarpyien sei), verbietet die Tötung der Har-pyien und schwört, dafs Phineus dauernd vonihnen befreit bleiben soll. Die Boreadenlassen von der Verfolgung ab und kehren zurArgo zurück; die Plotai-Inseln heifsen hinfort

Strophaden; die Harpyien aber finden Zufluchtin Schlupfwinkeln des Diktäischen Gebirges 'auf Kreta (2, 299. 434. Schol. Ap. Hhod. 2, 299fährt als Zeugen für die Flucht nach Kreta !aufser den Naupaktien und Pherekydes auch |noch Neoptolemos an). Apollonios fügt dann :eine längere Schilderung hinzu, wie Phineus |den Argonauten genaue Weisungen giebt für :die Fahrt durch die Symplegaden, wo sie zu- ·,vor eine Taube sollen hindurchfliegen lassen,für den weiteren Weg nach Kolchis und dieRichtung der Heimfahrt. Es folgt die Ge-schichte des Paraibios (s. u.), Opfer, Mahl-zeiten, die Errichtung eines Altars für dieZwölf-Götter u. s. w., bis endlich die Argo-nauten am dritten Tag die Fahrt fortsetzen,um auf der ferneren Fahrt noch mehrmalsder Ratschläge des Phineus zu gedenken.Val. Flacc. Argonaut . 4, 424ff folgt· der Schil-derung des Apollonios, nur setzt Typhon, derVater der Harpyien, statt Iris der Verfolgungder Harpyien ein Ziel. Ovid , Metam. 6, 712bis 7, 4 und Senec. Med. 784. Phoen. fr. 63bieten keine neuen Züge. Vergil. Aen. 3, 210ff.läfst die Harpyien auf den Strophaden bleibenund dort später noch den Aeneas belästigen.Ebenso scheint Hygin. fab. 14 (p. 43 Bunte)anzunehmen, dafs sie diese Inseln zu ihremdauernden Aufenthalt nehmen.

Von den bisher erwähnten Zeugnissenweicht eine Reihe von Autoren insofern er-heblich ab, als die Harpyien von den Boreadengetötet werden. Für diese Version scheinenbei Philodein. -περ l ενβεβ. p. 18 ed. Gomperzcitiert zu werden: Aeschylos Phineus (fr. 258bis 260 Nauck 2 ), Ibykos (fr. 49 Bergk, Poet,lyr. Gr.*) und Telestes (fr. 7 vgl. fr. 1 Bergk).

Am ausführlichsten ist Apollodor 1, 9, 21, 37(das weitere deckt sich mit Apoll. Hhod., derauch citiert wird): die Argonauten bitten Phi-neus um Ratschläge für die weitere Fahrt,doch dieser macht die Befreiung von den Har-pyien zur Vorbedingung seiner Mitteilungen.Infolge dessen setzen die Argonauten vor Phi-neus einen Tisch mit Speisen nieder, auf denalsbald die Harpyien losstürmen. Die Boreadenverfolgen sie mit gezückten Schwertern und esgiebt nunmehr keinen andern Weg als denTod; denn nach dem Schicksalsspruch mufstenentweder die Harpyien durch die Boreadenihren Tod finden oder es mufsten die Boreadenselbst sterben, falls sie die Harpyien nichteinholen konnten. Als die Harpyien so ver-

folgt wurden, stürzte die eine (Nikothoe oder ;

Aellopus) im Peloponnes in den Tigres-Flufs, j

der seitdem Harpys hiefs; die andere aber j

(Okypete oder Okythoe) floh über die Pro- ;

pontis bis zu den Echinaden-Inseln, dort wandte j

sie sich um und sank ermattet zugleich mit *

ihrem Verfolger auf den Strand nieder; die ;

Inseln heifsen danach von jetzt an Strophaden. j

Die Vorstellung, dafs die Harpyieh getötet I

werden und die Boreaden am Leben bleiben, ]

kehrt wieder bei Oppian Cyneg. 2, 624, Schol. j

Ap. Hhod. 2, 285 und Palaiphat. περί αταοτ. 1

22 ed Festa (= Apostel. 18, 68; vgl. Tzetz. j.

Lyk. 167 und Tzetz. Chil. 1, 218 ff.). Alleindaneben findet sich auch die vielleicht schon

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