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diesem Drama scheint der Tod der Stiefmutterund ihrer Helfershelferin an derselben Stelle,wo die Phiniden einst ausgesetzt waren, vor-gekommen zu sein), dann der Hinweis desKomödiendichters Timoikles {Athen . 6, 2i3c)auf die (Divsldca xvtplol der Tragödie, sowiedie Phinidae des Attius, aus denen mehrereFragmente erhalten sind. Ygl. ferner dasEpos (JnvslSca des Timotheos von . Milet (, Said. Tipo&sos).
Erheblich verändert ist die Sage bei l)io-nysios Skytobrachion ( Sehol. Ap. Phod. 2, 207),welchem Diod. 4, 43, 3 ff. im wesentlichenfolgt (vgl. Bethe, Quaestiones IHodoreue my-thographae 14, wo zwei Versionen im Sehol.Ap. Bhod. 2, 207 nachgewiesen sind). Hierist alles Wunderbare, wie Blendung und Hei-lung, beseitigt und entsprechend der ganzenTendenz von Dionysios’ Argonauten-Erzählungaller Ruhm auf Herakles übertragen. Phinensist in zweiter Ehe mit einer Skythin vermähltund verbannt auf deren Verleumdung die Söhnein die einsame Wildnis. Als Herakles mitden Argonauten kommt, flehen die Phinidenihn um Rettung an. Ein Greis bezeugt dieUnschuld der Kinder und Herakles führt siedeshalb aus der Einsamkeit in den väterlichenPalast zurück. Piiineus verwahrt sich gegendie Einmischung in seine Angelegenheitenund will den einen Sohn ins Meer stürzen,wird aber von Herakles mit einem Ful'strittgetötet. Kleopatra und ihre Söhne werdendarauf wieder in die Herrschaft eingesetzt;sie beabsichtigen, die Stiefmutter zu töten,schicken sie aber auf Rat der Argonauten zuihrem Vater nach Skythien, der schliefslichseine eigene Tochter des Todes schuldigspricht. Nach Diodor 4, 44, 2—3 verläuftdie Bestrafung des Phineus etwas anders: dieBoreaden kommen als erste wegen ihrer Ver-wandtschaft mit den Phiniden diesen zu Hilfe,sprengen ihre Fesseln (nach 4, 43, 3 sind diePhiniden aufserdem öuoQvyysvoi d. h. einge-graben bezw. in ein Grab gesperrt, und werdenfortwährend gegeifselt) und töten die sichwidersetzenden Barbaren; als Phineus mitanderen Thrakern herbeieilt, entsteht einegrofse Schlacht, in welcher Herakles ihn undviele Barbaren tötet.
Von Bildwerken, die zu dieser Sagen-gruppe gehören, ist ein Gemälde in Kyzikosnur durch Anthol. Pal. 3, 4 bekannt: Kleopa-tras Söhne, Klytios und Polymedes, töten hierdie böse Stiefmutter aus Phrygien . Ein rot-figuriges Vasenbild aus Altamura {Annal. d.Inst. 1882 Tav. 0 p. 90 ff.; danach die neben-stehende Abbildung 1) zeigt einen König voreinem Tisch mit Speisen sitzen, feindlichnaht von der einen Seite eine Boreas-Gestalt,während auf der andern Seite ein Verteidigerdes Königs den Speer schwingt. Eine Sagen-form, die dieser Darstellung entspricht, läfstsich schwerlich ausdenken, wohl aber ist esmöglich, dafs der Maler zwei Bildertypenkombiniert hat: Phineus mit dem Speisetischund seinen Verteidiger aus einem Bild derHarpyien-Boreaden-Sage und Boreas , der denPhineus strafen will, aus einem Kreis von
Bildern, denen nur die Version der zweitenSagengruppe zu Grunde liegt. Zwei Variantendieses letzteren Typus bietet vielleicht dasschwarzfigurige Vasenbild Mm. Etrusc. Gre-gorian. 2, 31, 2 und 2 a (vgl. die nebenstehendeAbbildung): in lebhafter Bewegung naht hierBoreas (auf 2 a von vorn, auf 2 von hinten) einem ]sitzenden König, und zwar auf 2 offenbar auf ]Geheifs des Hermes; daneben stehen verschie- 1dene männliche Gestalten, alle mit lebhaften !Geberden des Staunens oder Schreckens.
Dritte Gruppe. Die Sagenform der ersten(Harpyien-Boreaden) und zweiten Gruppe (dau-ernde Bestrafung wegen des Frevels an seinenKindern) finden sich zu einer einzigen Er-zählung kombiniert bei 1) Asklepiades Tragil.fr. 3 (Sehol. Hom. Od. 12, 09; vgl. Eustath.1712, 13), 2) Hygin. fab. 19 und 3) ServiusTerg. Aen. 3, 209 (vgl. Myth. Vat. 1 , 26. 27;
2, 142; 3, 5, 5; Fulgent. Mythol. 3, 11; Sehol.Stat. Theb. 8, 255). Asklepiades erzählte zu-nächst die Argonautenfahrt bis Bithynien undfuhr dann fort, Phineus sei zuerst mit derBoreas-Tochter Kleopatra , dann mit Eurytia(Eustath. hat tr igccv statt Kignriav) vermähltgewesen und habe die von der Stiefmutterverleumdeten Kinder dieser zum Töten über-geben. Zeus zürnte und liefs Phineus nur dieWahl zwischen Tod und Blindheit. Dadurchdafs Phineus die Blindheit wählte, erzürnteer den Helios, welcher ihm nunmehr die Har-pyien schickte. Als die Argonauten kamenund seinen Rat für die Durchfahrt durch diePlankten bezw. Symplegaden verlangten, machtePhineus die Befreiung von den Harpyien zurBedingung (= Apollod. 1, 9, 21, 4) und schil-derte, nachdem diese Bedingung angenommenwar, genau die Fahrt und die Art, wie dieArgonauten zuvor eine Taube sollten hin-durchfliegen lassen. Die Boreadlen aber ver-trieben die Harpyien und die· Argonautenkamen infolge der Ratschläge des Phineusnach Kolchis . — Ilygin. fab. 19 kombiniertdie Sagen ähnlich, nur fügt er Bestandteiledirekt aus Apoll. Bhod. hinzu: Phineus istSohn des Agenor (== Ap. Eh. 2. 178) undThraker (= Ap. Eh. 2, 238) und blendet selbstdie Söhne (= Apollod. 3, 15, 3); er hatte dieGabe der Weissagung von Apollo erhalten, sieaber mifsbraucht und war deshalb von Zeus mit Blindheit und mit den Harpyien bestraft(= Ap. Eh. 2, 181 ff.), quae Iovis canes essedicuntur (= Ap. Eh. 2, 289). Als die Argo-nauten kommen und seinen Rat erbitten, ver-spricht er dies, falls sie ihn befreien würden -(= Apollod. 1 , 9, 21, 4). Darauf verfolgen dieBoreaden die Harpyien bis zu den Strophaden jund Phineus giebt seinen Rat für die Symple- ,jgaden mit der Taube etc. (alles = Ap. Eh.). '— Serv. Verg. Aen. 3, 209 und die zuvor ge-nannten römischen Parallelquellen haben die :Kombinierung derart vollzogen, dafs Phineus ;seine Söhne geblendet hat und deswegen von iden Göttern geblendet und zugleich mit denHarpyien bestraft ist, welche dann von denBoreaden bis zu den Plotai-Strophaden ver-folgt werden, wo Iris dazwischen tritt. Letzteresdeckt sicli mit Apollonias Bhod., der bei Ser-