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Phineus
Phineus
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Argonauten auf der Ares-Insel die Stympha-liden auf Phineus· ’ Rat {ex Phinei monitu)durch Waffenlärm verscheuchten, besondereBedeutung beizulegen ist. Bei Apoll. Ehod.
2, 383 spricht zwar Phineus auch von diesenVögeln auf der Aretias-Insel, aber den spe-ziellen Rat betreffs der Verscheuchung giebt2, 1046 Amphidamas.
Genealogie des Phineus. Die Elterndes Phineus sind Phoinix (Sohn des Agenor)und Kassiepeia (Tochter des Arabos), seineGeschwister sind u. a. Kilix, Doryklos, Atym-nos (von Kassiepeia und Zeus) und Europa :so dichtet Hesiod fr. 56 (ergänzt aus Schol.Ap. Eh. 2, 178, vgl. Hiller von Gaertringena. a. 0. 56, 200), fr. 45 und 55 (ergänzt ausSchol. Hom. 11 . 14, 321, Eustath. 089, 35; vgl.oben Bd. 2 Sp. 986). Ihm folgen bezüglichder Eltern des Phineus: Pherekyd. fr. 41,Antimach. fr. 14, Asklepiad. fr. 4 (alle laut 2Schol. Ap. Eh. 2, 178), Skymn. 959. DieseGenealogie weist, wie Tümpel oben Bd. 2Sp. 987 betont, nach Karien , die Einfügungdes Phineus speziell auf die Zeit der mile-sischen Kolonisation der Pontos-Kiisten. ImZusammenhang, wie es scheint, mit der Kad-mos-Sage sind eine grofse Zahl der Phoinix-Kinder zu Kindern des Agenor und Geschwisterndes Kadmos gemacht worden (z. B. Europa,Kilix u. a.) und so auch Phineus, dessen VaterAgenor ist bei Hellanik. fr. 38 {Schol. Ap.Eh. 2, 178); Apoll. Ehod. 2, 178; Apollod. 1,
9, 21, 1; Val. Flacc. 4, 444. 522. 582; Orph.
f Arg. 680; Hygin. fab. 19; Ovid. ex Ponto 1,
4, 37; Serv. Verg. A.en. 3,'209; Nonn. Dionys.
2, 680ff.; Schol. Eurip. Phoen. 5. 217. Beloswird als Vater nur bei denen angenommensein, welche den Phineus der Andromeda-Sage|j mit unserem Phineus identifizierten (s. obenPhineus nr. 2). Dagegen wird gelegentlichPoseidon als Vater genannt {Apollod. 1, 9,21 , 1 ).
Die Gemahlin des Phineus heifst auf derWürzburger Phineusschale (s. o.) Erichtho,d. i. eine Kurzform zu Erichthonia, auf welcheVollform auch der Name Chthonia zurückgeht.Erichtho ist somit wohl dieselbe wie Chthonia,die zuerst Tochter des Erechtheus, dann Toch-ter des Boreas und der Oreithyia hiefs (vgl.oben Bd. 1 Sp. 907; Pauly-Wissoioa, Eeal-E.
3, 2523). Erst nachdem diese Erichtho-Chthoniazur Tochter des Boreas geworden war, magman sie teils wegen der Boreaden-Sage, teilswegen der thrakischen Nachbarschaft beiderSagen als Phineus’ Gattin anerkannt haben.Später wurde der Tochter des Boreas und derOreithyia und Gemahlin des Phineus überein-stimmend der Name Kleopatra beigelegt, wieGruppe, Griech. Myth . 342 vermutet, in An-lehnung an die gleichnamige Tochter desIdas und der Marpessa. Diesen Namen Kleo-patra führt sie im Zusammenhang der Phi-niden-Sage (zweite Gruppe) bei Soph. Tym-panist. {Schol. Soph. Antig. 981), Phineus I{Schol. Ap. Eh. 2, 178. 238) vgl. Antig. 980;Apollod. 3, 15, 2—3; Dionys. Skytobr. {Schol.Ap. Eh. 2, 207); Diod . 4, 43, 3; Schol. Ap.Eh. 1, 211. 2, 140; Anth. Pal. 3, 4; Asklepiad.Roscher, Lexikon der gr. u. röm. Mythol. III.
{Schol. Hom. Od. 12, 69); Hygin. fab. 19;Serv. Verg. Aen. 3, 209; vgl. auch Nonn,Dionys. 2, 689; dann aber auch bei Dichtern,die nur die Harpyien-Boreaden-Sage (ersteGruppe) behandeln: Apoll. Ehod. 2, 239; Val.Flacc. 4, 464; letztere nehmen übrigens an,dafs die Ehe mit Kleopatra zur Zeit der Be-gegnung mit den Argonauten längst gelöstwar. — Die zweite Frau des Phineus heifstentweder Eidothea, Schwester des Kadmos{Sophokl. Tympanist. fr. 587; dann war hierPhineus sicher nicht der Sohn des Agenor,sondern Sohn des Poseidon oder Phoinix) oderIdaia, Tochter des Dardanos {Sophokl. Phineus I :Schol. Ap. Eh, 2, 178; Apollod. 3, 15, 3; Schol.Soph. Ant. 980; Schol. Ap. Eh. 1 , 211. 2, 140;Ovid. rem. am. 454) oder Eurytia {Asklepiad.fr. 3: Schol. Hom. Od. 12, 69) oder sie wirdeinfach als Phrygierin {Anthol. Pal. 3, 4)bezw. als Skythin {Dionys. Skytobr. Schol. Ap.2, 207, cf. 140) bezeichnet; Diodor folgt 4. 44,4,wo er den Vater der zweiten Frau einfach alsSkythen bezeichnet, dem Dionysios , vermischtdagegen 4, 43, 3 dies mit der landläufigenÜberlieferung und spricht daher von Idaia,der Tochter des Skythenkönigs Dardanos.Für die Erklärung dieser Namen hat manteils äufserliche Gründe geltend gemacht:Idaia, Tochter des Dardanos, sei wegen derNähe von Ida und Troja gewählt, Eidotheaund Eurytia seien milesische Namen (vgl.Eidothea, Tochter des Eurytos von Milet );teils hat man in diesen Namen Meereswesenzu erkennen geglaubt (vgl. oben Bd. 1Sp. 1218)
Als Söhne des Phineus werden genannt1) Thynos und Mariandynos: Schol. Ap. Eh.2, 181 (nach cod. Paris , stand dies bei He-siod. — fr. 79 Ezach — im cod. Laur. stehtjedoch cpaoi statt qprjfft); vgl. Schol. Ap. Eh.2, 780 und 140, wo sie als Kinder der zweitenEhe bezeichnet werden, um anzudeuten, dafses sich nicht um die geblendeten Phinidenhandelt. 2) Paphlagon: Steph. Byz. ncapla-yovia ; Eustath Dionys. Perieg. 787; Arrian.fr. 41 {Eustath. a. a. O. 793), der zugleichThynos und Bithynos (vielleicht auch Mysos)Adoptivsöhne des Phineus nennt (vgl. Arrian.fr. 36. 40; Eustath. a. a. O. 322. 809. 3) Par-thenios und Krambos: Sophokl. fr. 587: Schol.Ap. Eh. 2, 178 (wo andere Oreithyios stattParthenios hersteilen wollten); 2, 140 (woauch Karambis bezw. Kromnos gelesen wird);2, 238. Diese Söhne der Kleopatra sindEponyme des Parthenios-Flusses und des Vor-gebirges Karambis (bezw. der Stadt Kromna)in Paphlagonien . 4) Aspondos und Terymbas:Schol. Soph, Antig. 971. 981: Namensformund Bedeutung nicht sicher. 5) Plexippos undPandion: Apollod. 3, 15, 3, Schol. Soph, Antig.971. 981, vermutlich aus einem attischen Phi-niden-Drama, vgl. oben Bd. 3 Sp. 1519. 6) Kly-tios und Polymedes: Epigramm aus Kyzikos ,Anthol. Pal. 3, 4. — Als Töchter des PhineusEraseia und Harpyreia werden die Harpyienerklärt bei Palaiphat. 22, Tzetz. Chil. 1 , 220,Tzetz. Lykophr. 166.
Ort der Phineus - Sage. Da unsere75