Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
Seite
2379-2380
JPEG-Download
 

2379

2380

Phlegyas

Stnt. Theh. 4, 539. Hymenaios heifst Sohndes Phi. bei Nonnos Dion. 29, 33. Seine Tochterist Koronis, die Mutter des Asklepios durchApollon, Hymn . Hom. 16; Find. Pyth. 3, 8 ff.;Apollod. 3, 10, 3, 6 ; Schol. Nicandr. Ther. 685.In dem Paian des Isyllos ( Ephem. arch. 1885,66 ; Wilamoivitz, Isyllos v. Epidaurus S. 13;vgl. auch Bla/s, Jahrb. f. Philol. 1885 S. 822 ff.)wird als ihr eigentlicher Name Λί'γΙα ange-geben, Κορωνίς sei nur ein Beiname. In dem igenannten Hymnus auf Asklepios (16) bringtKoronis diesen zur Welt Αωτίω iv πεδίω, beiPindar wohnt sie in Lakereia am Boibeissee,womit beidemal dieselbe thessalische Gegendbezeichnet ist Hier ist also auch die Heimatdes Phlegyas gedacht. Apollodor sagt nur all-gemein iv Θεαβαλία. Eine Tochter Gyrtonewird dem Phi. gegeben Schol. Apollon . Ehod.1,57; von ihr soll die Stadt Gyrton (Gyrtone)in Thessalien unweit des unteren Peneios be- 2nannt sein. Steph. Byz. s. v. Γυρτών nenntGyrton als Bruder des Phlegyas; nach ihmhabe die Stadt den Namen erhalten. Ixionist des Phlegyas Bruder bei Straho 9, 442 C.,danach Eustath. zur Bias p. 333, 26. EineGemahlin des Phlegyas nennt nur Isyllos, mitNamen Kleophema.

Während bei Pindar Pyth. 3 der ενιπποςΦλεγνας in Lakereia wohnt, berichtet Paus.

9, 36, 1. 2 von seinem Königtum in Orchomenos. SHier herrscht er nach dem Tode des Eteokles.Das Land, welches vorher nach Andreus, demVater des Eteokles, ίίνδρηΐς benannt war, wurdenun nach Phi. Φλεγναντίς genannt. Zu der StadtΆνδρηις kam eine zweite, die Phi. gründete,Φλεγνα (vgl. Steph. Byz., der auch die Be-zeichnung Φλεγναντίς für das Land anführt).Hier scharte Phi. die streitbarsten der Griechenum sich (προδέχτεσεν & Φλεγνας ομώνυμον αντίο(πόλεν) τους τα πολεμεκά άρίδτονς των Ελλήνων 4ανλλεξας ές αυτήν). In Orchomenos stirbt Phi.kinderlos, sein Nachfolger ist Chryses, der Sohndes Poseidon und der Chrysogeneia, der Tochterdes Almos.

Die epidaurische Sage, wie sie Paus. 2 , 26, 4giebt, lautet: Phi. kam in den Peloponnes ,angeblich um das Land kennen zu lernen, inWahrheit um die Zahl und Streitbarkeit derBevölkerung abzuschätzen·, denn er war einsehr kriegslustiger Mann und gewohnt überall 51zu plündern. Seine Tochter, die ohne Wissendes Vaters von Apollon geschwängert war,folgte ihm und gebar im epidaurischen Landeden Asklepios . Auch ein Orakel des Apollon( 2 , 26, 6 ) bestätigte diese Geburt in Epidaurus .Hier ist von der Wanderung des Phlegyasjedenfalls nur im Zusammenhänge mit derKoronis die Rede, deren Anwesenheit in Epi-daurus erklärt werden soll, und Phi. bleibtimmerhin ein Fremdling. Dagegen geht Isyllos eso weit, ihn zu einem einheimischen Epidaurierzu machen ( Φλεγύας πατριό Επίδαυρον ίναιεν),der die Kleophema, eine Tochter des Landes-heros Malos und der Erato, zur Gemahlin hat.

Aufser dem Beinamen ενεππος bei Pindar und der Angabe des Pausanias 2 , 26, 4 ήναολεμιχώτατος των τότε, xal ίπεων εχάατοτείψ ονς τνχοι τους καρπούς εφερε και ήλαννε

Phlegyas

την λείαν findet sich keine nähere Kennzeich-nung der Persönlichkeit des Phi., der ja imGrunde genommen auch kein persönliches Wesenhat, sondern in dem derPhlegyer aufgeht. Ver-einzelt wird ihm ein Frevel zugeschrieben, dersonst dem Gesamtvolke zur Last gelegt wird,nämlich den Apollotempel in Delphi in Brandgesteckt zu haben, Schol. Stat. Theb. 1 , 713:Phlegyas filius Martis, qui apud Delphos templumApollinis incedit und Sen;, zu Verg. Aen. 6 , 618:Phlegyas habuit Coronidem filiam, quam Apollovitiavit . . quod pater dolens incendit Apollinistemplum et eius sagittis est ad inferos trusus, woes also eine Rachethat ist, die Phi. wiederummit dem Tode büfst. Sonst wird er durchLykos und Nykteus umgebracht, Apollod. 3, 5,5.

Die Vorstellung, dafs Phlegyas persönlichgefrevelt habe, mufs verbreiteter gewesen sein,als die erwähnten vereinzelten Nachrichtenglauben liefsen, da er bei Vergil . Aen. 6 , 618 ff.unter den Biifsern der Unterwelt erscheint:Phlegyasque miserrimus omnes admonet et magnatestatur voce per umbras : discite iustitiam monitiet non temnere divos. Dafs es ein Frevel gegenApollon gewesen ist, sagt Statius Theb. 1 , 712 ff.:ultrix tibi (sc. Apollini) torva Megaera ieiunumPhlegyan subter cava saxa iacentem aeternopremit accubitu dapibusque profanis instimulat,sed mixta famem fastidia vincunt. Phlegyaswird hier durch die Angst vor dem Felsen,der über ihm einzustürzen droht, und gleich-zeitig durch den Hunger gepeinigt, im dem erverharren mufs, weil die neben ihm liegendeFurie ihm die Vorgesetzten Speisen verleidet.Statius hat die bei Verg. Aen. 6 , 60)1 ff. demIxion und Peirithoos zugedachten Stirafen aufPhlegyas übertragen. Valerius Flaccius 2,192 ff.begnügt sich mit der zweiten Strafee: inferniqualis sub nocte barathri adeubat (attonitumPhlegyan et Thesea iuxta Tisiphone tsaevasquedapes et pocula libat (tormenti genus) et nigrisamplectitur hydris. Bei Dante ( Hölle HB) ist ausdem Vergilischen Büfser und Bufspre>,diger einFährmann, also ein Beauftragter desr Unter-welt geworden, dem es ein Vergniügen ist,immer neue Seelen der Hölle zu;zuführen.(. Havet, Le supplice de Phlegyas, Bevue de philol.1888 S. 145 ff. glaubt zwischen Vergil und Statius bezw. Valerius Flaccus Übereinstimmung her-steilen zu müssen und setzt ^deshalb Aen. 6 ,616620 hinter V. 601. Jene Übereinstimmungist aber nicht erforderlich.)

Das Volk der Phlegyer wird II. 13, 301 f.als ein kriegerischer Stamm erwähnt, zu demsich von Thrakien her Ares und Phobos ebensowie zu den mit ihnen nachbarlich verfeindetenEphyrern begeben (τώ μεν &ρ ix ΘρήκηςΈφύ-ρους μέτα &ωρήββεο&ον ή'ε μετά Φλεγνας με~γαλήτορας). Hierzu bemerkt Strabo 7, 330 C.(vgl. 9, 442 C.), dafs Ephyrer soviel bedeute alsKrannonier und dafs unter den Phlegyern dieGyrtonier zu verstehen seien ( ψαβεν .. . Εφόρουςμ,βν λέγεδ9αε τονς Κραννωνίονς, Φλεγνας δετους Γνρτωνεονς). Ebenso Steph. Byz. s. v.Κραννών und Eustath. p. 333, 26; 337, 15;933, 25. In den Scholien zu der Ih'asstelle wirdgleichfalls bestätigt, dafs Gyrton die Stadt derPhlegyer ist, und hinzugefügt, dafs diese ein