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räuberisches und gewaltthätiges Volk seien(Schot N 301: Φλεγναι Γόρτυναν κάτοικο-νντεςπαρανομώτατον και λρβτρικόν διψ/ον βίου, καικατατρεχοντες τονς περίοικους χαλεπώς ρδικονν. . . Schot Ν 302: . . . άλλως' Φλεγναι ί&νοςβίαιον περί την Γνρτώνα . . .). Was hier überden Stammsitz der Phlegyer gesagt wird, be-gegnet sich mit den Nachrichten über die Heimatdes Phlegyas, insofern es sich um eine thessali-sche Gegend handelt. Dafs die Phlegyer ihrenNamen von Phlegyas haben, bezeugt Strabo0, 442 C. Wenn Gyrton in Schol. N 301 nachBoiotien verlegt wird (die Θήβα üoi werden alsπληαιόχωροι bezeichnet) und Eustath. p. 933, 10von einem Gyrtone in Phokis spricht, so istnur irrtümlich, weil auch in jenen LandschaftenKunde von den Phlegyern erhalten ist, derName der thessalischen Stadt mitübertragenworden.
In Boiotien kennt Phlegyer am Kephissosder hymn. in Apoll. 278ff.: ιξες δ’ ίς Φλεγνωνάνδρων τιόλιν νβριΰτάων, οι Αιός ονκ άλέγοντεςίπϊ χΟΌνι ναιετάαακον ίν καλή βήοσρ Κηφιαίδοςίγγνϋτ λί-ην-ης. Gemeint ist der Ort Orclio-menos, von dem Paus. 9, 30, 1. 2 des näherenberichtet. Hier sind es die von Phlegyaszusammengebrachten Bewohner seiner neu-gegründeten Stadt (vgl. Steph. Byz. s. ν. Φλεγνα),die sich zunächst im Bunde mit den Orcho-meniern befinden, dann aber sich von ihnentrennen und Plünderungszüge in die Nachbar-schaft unternehmen. Sie wagten es sogar (vgl.10, 7, 1) das Heiligtum in Delphi anzugreifen.Zu ihrer Bekämpfung kam Philammon mit einerargivischen Mannschaft herbei; er fiel nebstseinen Leuten. Der Gott selbst trieb diePhlegyer von seinem Tempel durch fortwährendeBlitze und starkes Erdbeben zurück; diejenigen,welche dabei nicht umkamen, raffte eine pest-artige Krankheit hinweg, nur einige wenigeentkamen nach Phokis (vgl. Paus. 10, 4, 1: dieBewohner von Panopeus bezeichnen sich alsPhlegyer, welche aus Orchomenos nach Phokisgeflohen sind). Die Scholien zu 17. 13, 301u. 302 und Eustath. z. d. St. (933, 10) erzählenmit Berufung auf Pherekydes ebenfalls, dafsdie Phlegyer sich an dem Tempel des Apollon versündigt haben, und zwar werden die Aus-drücke gebraucht ίνέπρηααν τον ίν Αελψοιςναόν und πειιορ9ηκέναι τον ίν Πν&Όί ναόν,sodafs also von dem vollendeten Zerstörungs-werke die Rede ist, während es bei Pausaniasa. a. O. nur heilst: ίπι το ιερόν ονλήΰοντεςατρατεύοναι τό ίν Αελφοϊς und der Angriffdurch den Gott abgeschlagen wird. DafsApollon die Phlegyer züchtigt, deutet auchSchot II. 13, 301 an: κατά Αιός προαίρεσινυπό Απόλλωνος διεψ&άρηΰαν, aber nicht blofsmit Beziehung auf Delphi, sondern wegenmehrerer solcher Frevelthaten. Dafs Thebenvon den Phlegyern besonders bedroht "war, wird,wiederum nach Pherekydes, mehrfach erwähnt,Schot II. 13, 301. 302; Eustath. 933, 10; Schol.Od. 11, 262. 264; Schot Apoll. Ehod. 1, 735.Amphion und Zethos bauten Mauern um dieStadt zum Schutze gegen die Phlegyer. Spätereroberten diese, als Amphion und Zethos ge-storben waren, Theben dennoch unter Führung
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ihres Königs Eurymachos. Nach Schol. II. 13,302 a. E. wurden sie dafür von Apollon in dieUnterwelt geschleudert: Θηβαίοις ίπιχειρήααν-τες υπό Απόλλωνος κατεταρταρώ&ηβαν. EbensoEustath. 933, 10. Im entgegengesetzten Sinnewerden die Phlegyer Paus. 9, 9, 2 in die the-banische Sage verflochten: in dem Kriege derSieben gegen Theben erhalten die ThebanerHilfe von den Phokern und von den Phlegyernaus dem Minyerlande (τοϊς Θηβαίοις μιο&ο-φορικά rjXOe παρά Φωκίων κα'ι ίκ τής Μιννάδοςχώρας οΐ Φλεγναι).
Auch in Phokis werden Wohnsitze derPhlegyer genannt, Daulis Schol. II. 13, 302nach Ephoros bezw. Oemophilos und Eustath.933, 10; Panopeus Paus. 10, 4, 1; Delphi Schol.Nicandr. Ther. 685: Φλεγναι £&νος Φωκίδοςπαρά Αελφοϊς ωκ-ηΰαν, auch ein Apolloheilig-tum soll ihren Namen getragen haben (ebenda .·οί Αελφοι Απόλλωνος Ιερόν Φλεγνήϊον Ιδρνοαντο),also auch hier neben der Überlieferung vonder Feindschaft zwischen Apollon und denPhlegyern vereinzelt eine gegenteilige An-schauung. Phoker im Kampfe gegen diePhlegyer werden erwähnt Paus. 8, 4, 3. InPhokis soll das Wort φλεγυ&ν gleich όβρίξεινnach dem Namen der Phlegyer gebildet wor-den sein, Schot U. 13, 302.
Endlich ist anzunehmen, dafs Phlegyer auchnach Arkadien gewandert sind, vgl. AugustSchultz , Phlegyersagen in Jahrb. f. klass. Philol.1882 S. 345ff. Elatos, bei Steph. Byz. s. ν. ΑόηιονVater der Dotia, also doch wohl zu den Phle-gyern zu rechnen, kommt bei Paus. 8, 4, 3 ausArkadien (vom Kyllenegebirge); in Tegea warihm eine Bildsäule errichtet (Paus. 8, 48, 6).Die Anschauung, dafs Elatos auch in Arkadien heimisch sei, ist darauf zurückzuführen, dafssich Phlegyer auch dort einmal festgesetzthaben. Wenn Elatos bei Paus. 8, 4, 3 denPhokern im Kampfe gegen die Phlegyer hilft,so mufs er in der Zeit, als sich diese Sagebildete, nur noch als Eponymos der StadtElateia in Phokis , aber nicht mehr als Phle-gyer gegolten haben. Auch Ischys, einer derSöhne des Elatos, der Geliebte der Koronis,wird als Arkader bezeichnet; Koronis heifsthymn. in Apoll. 209 Αζανις κονρη, also Arka-derin. So gut wie die Thessalierin Koroniserst nachträglich nach Arkadien verpflanzt ist,wird auch Ischys ursprünglich nach Thessaliengehören.
Als Oberhaupt der Phlegyer wird Phlegyasgenannt Paus. 9, 36; ferner Eurymachos, wovon der Eroberung Thebens die Rede ist, s. o.;aufserdem Phorbas bei Ovid. metam. 11, 414(templa profanus invia cum Phlegyis faciebatDelphica Phorbas). K. O. Müller, Orchomenos S. 188 ff. handelt eingehend über die Phlegyerund besonders über ihr Verhältnis zu denLapithen, mit dem Ergebnis, dafs beide gleich-zusetzen sind. Asklepios ist die Hauptgottheitdieses Stammes. Aug. Schultz in dem oben-erwähnten Aufsatze möchte den Unterschiedmachen, dafs die Phlegyer eine geschichtlichethessalische Völkerschaft gewesen sind, wäh-rend die Lapithen (und Kentauren) als reineSagengebilde dieses Stammes zu gelten haben.
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