Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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2387-2388
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den Schnurrbart zu scheren und sich an dieGesetze zu halten, damit sie ihnen nicht ge-fährlich würden. Das Scheren des Bartes waralso eine symbolische Handlung für den Ge-horsam auch im Kleinsten. Näheres über denKultus des Phobos in Sparta erfahren wir nicht,denn das Phoibaion, von dem Paus. 3, 14, 9 u.20, 2 spricht, hat nachweisbar mit dem Pho-beion nichts zu thun, so nahe es liegt, an eineVerwechselung zu denken. Jedenfalls ist deut-lich, dafs der spartanische Phobos mit demGenossen des Ares nichts zu thun hat, undebenso, dafs diesem Phobos wie jenem keinMythos zu gründe liegt, sondern, dafs beiderein begrifflicher Natur sind. Dies scheintauch bei dem in einer Inschrift aus Selinusaus dem 5. Jahrhundert neben Zeus, Herakles und Apollon als siegspendender Gott verehrtenPhobos der Fall sein (Pohl, I. G. A. 515. Wide,Lai. Kulte 27ö. Preller-Bob. I 4 , 334 A. 4), in demBobert einen Kultnamen für Ares erkennen will.(Mehr ob. Sp. 2140.) Nicht als Gott, sondernName eines Platzes in Sikyon , erscheint Pho-bos in der sikyonischen Sage, Paus. 2, 7, 7, wo-nach Apollon und Artemis , nachdem sie denPython getötet, auf der Flucht in Aigialeia (=Sikyon ) plötzlich von einem Schrecken über-fallen wurden, so dafs sie die hier gesuchteReinigung nicht finden konnten, und nun zurStrafe eine Krankheit über die Bewohner kam.Immerhin zeigt die Überlieferung, dafs vondiesem Ereignis ein Platz den Namen Phobos erhalten habe, die hohe Vorstellung, die mansich von der Wirkung des Phobos selbst aufGötter machte. Über Phobos in orphischenKosmogonieen und Zauberbüchern späterer Zeits. Dieterich, Abraxas S. 86 ff. L. Deubner, Ath.Mitteilungen 27, 253ff.

Weitaus am häufigsten begegnet Phobosin Verbindung mit Ares als der Gott, derum sich Schrecken verbeitet im Kampfe, unddaher angerufen wird, ebenso um die Feindezu verwirren, wie um Abwehr der Furchtvom eignen Heere zu erflehen. So soll The-seus vor der Schlacht gegen die Amazonen,Alexander in der Nacht vor der Schlacht beiGaugamela dem Phobos geopfert haben, Plut,Thes. 27. Alex. 31; so Scipio im Jahre derStadt 561 der Τόλμη und dem Phobos, damitseine Truppen in einer Nacht keinen Schreckenerführen, sondern tapfer wären; Appian T. 1p. 328.Schweigh. Welcher, Gr. Götterl. 3,223,A. 14.

Man sieht, Phobos war den Alten doch mehrals ein blofses Abstraktum, er war eine gött-liche Persönlichkeit, die mit Opfern verehrtwurde. Darum wurde er auch früh in dieGöttergenealogie eingereiht, und heifst schonbei Homer Sohn des Ares, II. 13, 298ff.:Άρηι' τώ δε Φόβοι φίλοι vlos αμα κρατερός καιάταρβήι ε'απετο, og τ έφόβησε ταλάφρονά περπολεμιατήν, aber nur an dieser einzigen Stelle.Da er sonst gewöhnlich mit Deimos zusammengenannt wird, so gelten bald beide für Söhnedes Ares und der Kythereia, so bei Hesiod .Theog.dM, άμζη Etym. M. 704,34: οΐ τ άνδρώνπνκι ναζ ν.λονεοναι φάλαγγας Ιν πολεμώ ν.ρνόεντιαννΆρηι πτολιπόρ&ω, vgl. scut. Here. 195 u.463.Der Schlufs ist wohl zulässig, dafs auch bei

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Homer Phobos und Deimos Söhne des Aressind. Diese Vorstellung bleibt auch herrschendbis in die spätesten Zeiten; noch Konnos nenntPhobos den Sohn des Enyalios, 2, 415, 417,also jedenfalls, auch wenn Enyalios nicht mehrnur Beiname des Ares ist, einen Sprossen des-selben. Bei Aeschylos , Sept. 45 erscheint derφιλαίματος Φόβοι neben Ares und Enyo, beiQuint. Smyrn. als Kriegsdämon neben Deimos,Enyo, Eris und den Erinyen, 5, 29. 10, 57.11, 12. In einem anonymen Komikerfragment(nr. 154 Koch) heifst es: άμορφότατοι την OTpivείμΐ γάρ Φόβοι, πάντων όλάχιατον τον καλόν μετ-όχων 9εός, eine für die Frage nach seiner bild-lichen Darstellung wichtige Stelle.

Wo bei Homer Phobos aufser der genanntenStelle TZ. 13, 299 vorkommt, ist wohl zu unter-scheiden zwischen solchen, a), wo er in Gesell-schaft andrer Schreckgestalten, als wirkendeGottheit, und solchen, b), wo er mit Deimos nurals Diener des Ares, endlich solchen, c), wo ernur als Dekoration erscheint, a) Am lebens-vollsten tritt seine Gestalt uns in der Stelleentgegen, wo er, des Ares geliebter Sohn, mitdiesem zum Kampf auszieht, TZ. 13, 298 ff., einBild als Gleichnis für den Auszug des Ido-meneus und Meriones. Die Stelle II. 4, 439445,wo Ares die Troer, Athena die Danaer zumKampf antreibt, und wo dann noch Deimosund Phobos und Eris angereiht werden, hatgewichtige Bedenken, weil diese Anreihung sichnicht mit der Unterscheidung der Parteien imersten Vers vereinigen läfst, weshalb nachSchol. Venet. A. z. d. St. schon die alte Homer-kritik bei den folgenden Versen Diplen an-brachte, und auch neuere sie für unecht halten(». Duhn, de Menelai itinere p. 47). f>) Deimosund Phobos schirren auf Ares Befehl dessenRosse an, TZ. 15, 119 fi, erscheinen also ledig-lich als seine Diener, ebenso Hesiod , Scut. 463,wo sie den verwundeten Ares aiuf seinenWagen bringen und in den 01ymp> entführen.c) Auf Waffen: TZ. 5, 739742: Athena rüstetsich zum Kampfe und wirft um die Schulterndie Aigis

δεινήν, fjv περί μεν πάντη Φόβος έΰτεφάνωται,έν δΈρις, έν δ Αλκή, έν δε κρνόεααα Ίάχη,έν δε' τε Γοργείη κεφαλή δεινοΐο πελώρον,δεινή τε σμερδνή τε, Αιοι τέραι αίγιόχοιο.

Die Unklarheit der Darstellung, die sich jedemaufdrängt, der den Versuch macht, sich dieAnordnung dieser Gebilde auf der Aigis vor-zustellen, erweckt starken Verdacht gegen dieEchtheit der Verse 739741; ebenso ist esbefremdlich, dafs der Schilderung dieses Waffen-stücks fünf Verse gewidmet sind, dem Panzervorher und dem Helme nachher je nur zwei;streicht man jene drei Verse, so kommen auchauf die Aigis nur zwei Verse, die die eigent-liche ursprüngliche Bedeutung dieses den Schildersetzenden Stückes der Ausrüstung klar undunentstellt durch spätere Vorstellungen zumAusdruck bringen, in besserer Übereinstimmungmit dem richtigen Bilde, ohne Phobos, Eris undGorgo , das 11. 2, 447449 u. 15, 308 f. ent-worfen wird; zu vgl. 11. 4,166. 15, 229. 17, 593.Überdies h&t Furtwänglerim Art. (lorgonen unter

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