Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
Seite
2395-2396
JPEG-Download
 

2895

Phoibe

Pboibe

2896

ebenso gut der Phobos sein, ja dies ist sogar dasWahrscheinlichere, vgl. auch die Masken beiStudniczka, Serta Hart. S. 63, Fig. 5 u. 6. 29sind durchweg Apotropäen. Sicher Phobosund nicht Gorgoneion ist der Kopf auf demSchild des Ares zu benennen auf einein sehraltertümlichen schwarzfig. Vasenbild, das dieGeburt der Athena darstellt; abg. Gerhard,Auserlesene Vasenb. 1, 1; Baumeister , Denkm.1, 218. 11) Phobos und Deimos in ganzerFigur, im Knielaufschema, mit Bärten, auf-gerichteten Schlangen um die Stirne, geflügeltund mit Schlangengürtel an der Framjoisvase,Wiener Vorlegebl. 1888 Taf. IY. Dafs hiernicht die Gorgonen gemeint sind, beweist dieAbwesenheit des Perseus und die Bärtigkeitder Gestalten.

Dem Phoboskopf ähnlich gebildet und gleichihm als Apotropaion verwendet, z. B. an griechi-schen Kohlenbecken, erscheint der Kopf desPan in einer Gestaltung, die schon Newtonveranlafste, an Phobos zu denken, s. d. Abb. 8und 9, vgl. Gonze, Jahrb. d. arch. Inst. 1890S. 118 ff., bes. S. 137. Und als Erreger despanischen Schreckens nimmt Pan im griechi-schen Volksglauben mindestens seit dem fünftenJahrhundert eigentlich die Stelle des altenSchreckensenders Phobos ein. So bei Mara-thon, Salamis und. Delphi, vgl. Koscher, Archivf. Beligionswiss. 1, 68f. u. ob. Sp. 1389f. Kobert,Marathonschlacht 35ff Iheokr. syr. 9. Aesch .Pers. 449.4ö3. Paus. 10,23, 7, während Phobosals solcher verschwindet; doch ist es noch einspäter Nachklang dieser Vorstellung von Pan,wenn bei Nonnos 14, 81 ein Pan den NamenPhobos führt.

2) Name eines Bosses des Ares bei Anti-machos fr. Stoll, = 46 Kinkel, = Schol. Venet.A zu Hom. 11. 4, 439, der aus Mifsverständnisvon Hom. 11. 15, 119 Deimos und Phobos alsdie Bosse des Ares auffafste. Weiter gingQuintns Smyrn. 8, 241, der vier Bosse desAres nennt, Aithon, Phlogios (s. d.), Konabosund Phobos, erzeugt von Boreas mit Erinys .

Uber die vielfachen Personifikationen derFurcht und des Schreckens, die zumal bei denrömischen Dichtern vielfach reine Allegoriensind, s. Pallor und Pa vor. [Weizsäcker.]

3) Phobos, Kodride in Phokaia, der zuerstden leukadischen Sprang ausgeführt habensoll, führt mit seinem Bruder Blepsos pho-käische Kolonisten nach Lampsakos . DasNähere s. Bd. 2 s. v. Lampsake. Charon v.Lampsakos bei Flut, de mul. virt. 18. Polyaen.8, 37 (wo fälschlich Φό'ξος steht). E. Meyer ,Gesch. d. Altert. 2, 288 S. 447. Über den my-thischen Ursprung der Brüder s. A. Dieterich ,Abraxas 91 u. Anm. 6. [Höfer.]

Phoibe (Φοίβη), das weibliche Seitenstückzu Phoibos (s. diesen), ursprünglich Bezeich-nung eines göttlichen Wesens von gleicherArt, in alter Zeit ebenso wie Φοίβος ΑπόλλωνInhaberin des delphischen Orakels, Aeschyl.Eum. lff. Auch das Φοιβαΐον bei Therapne[Herod . 6, 61; Pausan. 3, 14, 9 und 3, 20, 2(vgl. die Ausgabe von Hitzig und Blümnerz. d. St.); Liv. 34, 38] kann als Heiligtum einerPhoibe schlechthin betrachtet werden. Die

Φοιβαία λίμνη Paus. 2, 30, 7 wird bei Hitzigund Blümner angezweifelt und dafür mit Rück-sicht auf 2, 32, 10 Ψιφαία λίμνη gesetzt.

Den vorhandenen Zeugnissen nach ist derName Phoibe in folgenden Fällen verwendetworden:

1) Als Schwester des Phoibos Apollon giltPhoebe bei den römischen Dichtern vom 1. Jahrh.v. Chr. an (die einzelnen Stellen s. bei Carter,Epitheta deorum, Suppl. z. d, Lexikon unterDiana). Phoebe ist hier eine geläufige Be-zeichnung der Mondgöttin. Obwohl anzunehmen >ist, dafs der Gebrauch der römischen Dichter jauf griechische Überlieferung zurückgeht, 1können doch nur wenige griechische Belegeangeführt werden. Porphyr, bei Euseb. praep. !ev. 6, 1. 2 (= Wolff, orac. v. 236) Φοίβη γάρ jέυβχοΛΟς ηροοεν αγνήν Κύττριν, ίπειγομΐνην '·&ήλνν γόνον, ω φίλε, αεΐο, wozu erklärendhinzugefügt wird: ίδον v.al ccitb τον απορίμον,ότι Σελήνή ίπϊ Αφροδίτην έφέρετο, εϊπεν ότι&ήλν γεννη&ησεται. Vgl. Koscher, Ober Seleneund Verwandtes S. 17. Ferner Oppian. cyn.

2, 1; Anthol. Pal. 5, 255, 10 u. 9, 765, 2 ( PaulusSilentiarius )·, auf Hekate = Artemis bezüglichEuseb. 4, 23, 7 (= Wolff, orac. v. 169).

2) Phoibe ist eine Titanin, Tochter desUranos und der Gaia , Hesiocl. theog. 130 (hiermit dem Beinamen χρυβοβτέφανος), Apollod.

1, 1, 3, italg X&ovog Aeschyl. Eum. 6, Γαιηΐς \genannt von Antimachos frgm. 83 Kinkel bei jHesych. s. v., nach der Hypothesis zu Pindars Pythia (Boeckh Bd. 2 S. 297) Tochter des Kronos ;Gemahlin des Koios und von ihm Mutter derLeto und Asteria, Hesiod. th. 404ff., Apollod.

1, 2, 2; Hygin S. 11, 12 Schmidt (überliefert exPolo et Phoebe für Coeo . . .), also Grofsmutterdes Apollon . Leto als Tochter des Koios undder Phoibe erwähnt auch Biod. 5, 07 u. Hypoth.zu Find. Pyth. Nach Aesch . Emm. lff. hattedie Titanin Phoibe als Nachfolgferin der Gaiaund der Themis und Vorgängerin des Apollon das delphische Orakel inne, welches sie demApollon als Geburtstagsgabe ( γεηιε&λίαν δόαιν)übergab. Am grofsen Altar zu Pergamon warunter den Kämpfern gegen die Giganten wahr-scheinlich auch Phoibe dargestellf {Kgl. Museen ,zu Berlin, Beschreibung der Skulpturen aus \Pergamon, 1) Gigantmnaeliie S. 22 mit Abbil- 1düng, hier wiederholt). Sie ist jedenfalls in :der auf Uranos und Themis folgenden Frauen-gestalt zu erkennen, die mit einer brennendenFackel in der R. gegen einen Giganten an-stürmt. Von der Inschrift ist nur das Φ er-halten. Rechts von Ph. kämpft Asteria undweiterhin auch Leto. Phoibe trägt einen fal-tigen untergürteten Chiton und einen Mantel,der, zum Teil zusammengerollt, wie ein Schurzum den Leib geschlungen und über die linkeSchulter gezogen ist; der Chiton ist eigen-tümlich geknittert, als sollte damit glänzendeSeide angedeutet werden, dem Namen Phoibeentsprechend (a. a. 0. S. 21), das Haar fällt inlangen Locken über den Nacken herab.

Nach FuBwängler, Samml. Sabouroff, Vasen,Einl. S. 14f. stellt der Lambergsche Krater(Laborde, Collection de vases grecs de M. leComte de Lamberg 1 pl. 27; Benndorf , Griech.

io

so

30

40

50

60