2399 Phoinike
d. alt. Korinth (Progr. Zittau 1901) S. 5. E.Curtius, Pelop. 2, 517. Arch. Zeit. 37, 97. Dengriechischen Ursprung der Göttin betonenBeloch , Rh. Mus. 49 (1894), 128. Odelberg,Sacra Corinth., Sicyon., Pldias. 30. E. Maafsa. a. 0. Nach Odelberg bezeichnet Ph. die Atheneals Lichtgottheit (vgl. A. Dieterich, Nelcyia 25:'Phoinike , das rote Land, das Land des Sonnen-aufgangs’). Maafs weist die Ansicht zurück,dafs die Korinthier die ihnen aus Phoinikienzugeführte fremde Göttin mit ihrer Athenegleichgesetzt und sie als 'Phoinizierin’ bezeich-net hätten. Er nimmt an, dafs die Filialeeines in Phoinikien bestehenden griechischenKulttempels der griechischen Athene nachKorinth übertragen und dafs die Göttin hierzum Unterschiede von der Ä&r\v& Xahvlvigund 'Eilavis die 'Phoenizierin’ genannt wordensei. Als Analogon führt Maafs die von Paus.2, 27,0 aus sp'ätrömischer Zeit erwähnte Stiftungeines Kultus des Asklepios und des Apollon,iwixlrjaiv Alyvicnoi in Epidauros an: auch hiersei ein in Ägypten bestehender griechischerKultus übertragen worden, und ebensowenigwie diese zwei Götter ihrem Ursprung nachals ägyptisch bezeichnet werden könnten, dürfeman aus dem Namen 0oivixrj auf phoiniki-schen Ursprung der korinthischen Athene Ph. schliefsen. Auch der Name'EH&mg, den Athene in Korinth führte, ist nach Maafs (vgl. Odel-berg a. a. 0. Busolt, Griech. Gesch. I 2 , 207, 2.E. Meyer, Gesch. d. Altert. 2 S. 149) nichtsemitisch, wie Wilisch (s. d. Art. Hellotia) undandere annehmen, sondern rein griechisch undgehört zu den ' Elloi, Xclloi — 'Eilavis ge-bildet vom vorausgesetzten 'Eilavis (vgl. Boia -vig, -6s) gehört zu 'Ellog, wie Boiavog zu Boiig— den Bewohnern von Dodona und Umgegend.Der marathonische (Bd. 1 Sp. 2031, 26 ff.) Kultder Athene Hellotis ist jetzt auch inschriftlichbezeugt durch eine Kalenderinschrift aus derEpakria mit Opferbestimmungen für k&rivaia'Eilavis und der Erwähnung eines 'Ellmviov,Richardson, Am. Journ. arch, 10 (1895), 210f.Papers of am. school at Athens 6 (1897), 376f.de Prott, Leg. sacr. Graec. 26 S. 48f. (vgl.S. 53). — 2 ) Phoinike, von Poseidon Mutter derTorone ( Welcher, Aesch . Trilog. 10, 11. 612, 22),Steph. Byz. s. v. Toqävri. 0. Gruppe, De Cadmifab. 17. Sonst ist Torone Gattin ( Tzetz. Lyk.116) bez. Tochter (Steph. Byz. a. a. 0. Eust.ad Dionys. Per. 327) des Proteus. — 3 ) Tochterdes attischen Königs Aktaion (s. d. nr. 3),Schwester der Aglauros, Herse und Pandrosos ,die als Jungfrau starb und der zu Ehren Ak-taion die von ihm erfundenen Buchstaben0oivnifiia yQagiuxva nannte, Skamon bei Phot.Suid. ; vgl. Hesych. s. v. 0oiv. yquyfi. Andronu. Menekrates von Olynth bei Bekker, Anecd.782f. Sonst ( Sophokles bei Hesych. 0oivinioisyqiiypaai. Eust. ad Horn. Od. 1757, 58. Plut.Quaest. Conv. 9, 3, 2) sollen diese so genanntsein, weil sie Kadmos aus Phoinikien gebrachthabe; vgl. auch Beloch , Rh, Mus. 49 (1894),130. — 4 ) Mutter der Europa , Schol. Dionys.Per. 270, wenn nicht statt vfjg 0oivinr\s zuzu lesen ist vyg thoivixog. — 5) Anderer Nameder Kynosura (s. d.), Commentar. in Arat. rel.
Phoinissa 2400
ed. Maafs p. 184. Serv. ad Verg. Aen. 1, 246.•— 6) Personifikation des gleichnamigen Lan-des auf Münzen des Antoninus Pius, Eckhel ,Doctr. num. vet. 7, 5. Cohen 2, 328, 526.
[Höfer.]
Phoinikopeza (Φοινιχόπεξα), Beiname derDemeter, Pind. Ol. 6, 94 (159), vom Schol.durch scharlachfüfsig (χοχκινόπονή oder rot-fiifsig (iqv&qinovg) erklärt oder auch, weilπόζα sowohl das unterste als das äufserste jedesGegenstandes bedeuten kann, = blondköpfig,iitiidt] ol Ιικμων vsg νίι άχυρα ξανθοί γίνονναινην κεφαίήν. Winckelmann , Gesch. d. Kunst(1776) 1, 21 will die Bezeichnung 'rotfüfsig’von der Bemalung mit roter Farbe her ableiten.Boeckh, Explic. ad Pind. 163 vergleicht dasEpitheton der Thetis άργυρόπεζα: wie dies aufdie Silberfarbe des Wassers hindeute, so seiDemeter φοινικόηεζα genannt worden nach derFarbe des reifenden Getreides, vgl. Verg. Georg.1, 259 ( rubicunda Ceres). Hom. 11. 5, 500 (ζαν&ήΑ-ημήνηρ) und die häufige Bezeichnung flava(Ov. Met. 6, 118). Ähnlich erklärt das Epi-theton Mannhardt, Myth. Forschungen 236f.:wie Thetis άργνρόαεξ κ heifse, weil unter ihrenFiifsen die Wellen des Meeres silbern auf-schäumen, so werde Demeter 'rotfüfsig’ ge-nannt, weil sie leise über das wallende Korn-feld wandelnd in die Spitzen der reifen Ährenkaum merklich mit den Füfsen eintauchte,so dafs diese von rötlichem Schimmer um-flossen werden. Lukas, Quaest. lexic. 201bezieht das Epitheton auf die Ιι-ναρο l ( φοι -νικοΰρ = glänzend) πόδερ, vgl. Hera ΙενχάΙενορ.Nun bedeutet aber πέζα auch den Saum, dieKante eines Gewandes (Apoll. Rhod. 4, 46 undSchol. Pollux 7, 62), sodafs φοινιχο,πεξ a dieGöttin mit Purpursaum bedeuten k&mn. DiePurpurfarbe aber war, wie O. Gruppe, -De Cadmifabula 12 und Bursians Jahresber. 8j5 (1895),277f. durch zahlreiche Beispiele nachigewiesenhat, den unterirdischen Göttern heiliig, sodafswir in Phoinikopeza vielleicht einen: auf dieDemeter als Unterweltsgöttin bezüglichen Bei-namen erblicken dürfen. [Höfer.]
Phoinikosteropas (Φοιν ιχοΰνερότιαρ), röt-liche Blitze schleudernd, Beiname des Zeus,Pind. Ol. 9, 6. Mannhardt., Mythol. Forsch,236, 1. [Höfer.]
Phoinissa (Φοίνιββα), 1) die phoinikiseheGöttermutter Άβνρονόη (= Astarte ) heifst %·εάΦοίνιοαα bei Damascius , Vita Isid. 302. —
2 ) Bei Rufin. Recognit. 10, 21 [luppiter vitiat]Phoenissam Alphionis, ex qua nascitur Endy-mion ist gemäfs der von Rufinus bei der Auf-zählung der von Zeus geliebten Frauen be-obachteten alphabetischen Reihenfolge stattPhoenissam zu lesen Iphianassam, Bücheier,Jahrb. f. klass. Phil. 105 (1872), 574. Als Vaterdes Endymion wird Zeus auch genannt beiApollod. 1, 7, 5. Iphianassa ist im Zusammen-hang mit Endymion sonst nur als dessen Gattinnachweisbar, Apollod. 1, 7, 6. Für Alphioniswird, da die Endymionsage hauptsächlich inElis lokalisiert war, Alphei zu lesen sein. —
3) Phoenissa = Dido, Sil. Ital. 8, 184. Verg.Aen. 1, 670. 6, 450. — 4 ) = Europa , Bakchylid.16, 54. [Höfer.]
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