Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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2413-2414
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2413 Phokos

ein sagenberühmter Held, dessen Schicksal, imZusammenhänge mit der Geschichte des Aiaki-denhauses, ein beliebter Stoff dichterischer Dar-stellung war. Phokos Vater Aiakos , König vonAigina, war ein Sohn des Zeus und der Aigina ,der Tochter des Flufsgottes Asopos (s. AiakosBd. 1 Sp. 110 ff.). Aiakos hatte zur Gattin En-dels, die Tochter des Skeiron oder Skiron vonMegara, nach andern des Kentauren Cheiron ,welche ihm zwei Söhne, Peleus und Telamon,gebar; so schon Pindar N. 5,12; s. Schal. (NachPherekydes war Telamon der Freund, nicht derBruder des Peleus, ein Sohn des Aktaios undder Glauke, einer Tochter des Kychreus, Apd.3,12, 6. Auch in der Ilias ist von einem ver-wandtschaftlichen Verhältnis des telamonischenAias zu Achilleus nichts erwähnt.) Aber Aiakos hatte auch ein Liebesverhältnis mit Psamathe,einer Tochter des Nereus und Schwester derThetis ( Hes. th. 1003 f., Paus. 2, 29, 7, Tzetz. z.Lyk. 175. 53). Um ihm zu entgehen, verwandeltesich Psamathe in eine Robbe gpcinoj, aberer bezwang sie ( Schol. Eurip. Androm. 687;Apd. 3, 12, 6) und. sie gebar ihm einen Sohn,d>ä>Kos genannt (Hes. th. 1003 f.; Apd. 3, 12, 6;Pind. N. 5, 12 Schol.·, Ovid . m, 7, 476f). DieserPhokos nun zog zu Schiffe nach Mittelgriechen-land und besiedelte einen Teil des Landes,der von ihm den Namen Phokis erhielt. Diesgeschah ein Geschlecht später, als die Besiede-lung durch den gleichnamigen Ornytiden (Paus.2, 29, 3. 10, 1 , i; Schol. Ap. Rh. 1 , 207; Schol.II. 2, 517). Er Schlots mit dem einheimischenTaseus ein Freundschaftsbündnis, der ihm zumZeichen desselben aufser andern Geschenkeneinen Siegelring gab (Paus. 10, 30, 2). Phokosvermählte sich mit Asteria (Tzetz. Lyk. 53) oderAsterodia (Tzetz. Lyk. 939), offenbar der-selben, welche Apd. 1, 9, 4 Asteropeia heifstund als Tochter des De'ion, Königs von Phokis ,und der Diomede, der Tochter des Xuthos, be-zeichnet ist, vgl. Schol. 11. 2, 520. Sie gebarihm zwei Söhne, Zwillinge (Tzetz. Lyk. 939),Krisos und Panopeus (s. unter den Namen),von denen die Städte Krisa und Panopeus be-nannt wurden ( Asios b. Paus. 2, 22, 4; Schol.Eur. Or. 33; Tzetz. Lyk. 53. 939; Steph. B. s. v.nccv6nt-t]·, bei Schol. II. 2, 520 ist Krisos einSohn des Tyrannos und der Asterodia, TochterdesDe'ioneus,Panopeus aber ein Sohn des Phokos).Später kehrte Phokos wieder nach Aigina zu-rück, wo er ein frühes Ende fand (Paus. 10,30,2),denn seine Halbbrüder stellten ihm nach undtöteten ihn, sei es ohne Absicht (atfQuSiy, Ap.Rh. 1, 93), oder weil Phokos ihnen in denKampfübungen überlegen war (Schol. Eurip,Androm. 687; Apd. a. O.), oder weil ihr Vaterihn, der ein trefflicher Mann war, mehr liebte(Nikander bei Anton. Lib. 38; Dorotheos Meta-morphosen [?] 1 bei Plut.par. Gr. et R. 25 p. 311),oder weil ihre Mutter Endels ihn nicht leidenmochte (Paus. 2, 29, 7). Den Mord verübtenentweder beide (Pind. N. 5,12), und zwar, wieschon in der Alkmaionis erzählt wurde, (Schol.Eur. Androm. 687) Telamon mit dem Diskos,Peleus mit einem Beile, nach andern durcheinen Diskoswurf Peleus, mit dem SchwerteTelamon (Tzetz.z.Lyk.175; Schol. Pind. N.5, 25),

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oder Peleus wird allein genannt (Eurip. Androm.687 u. Schol.·, Paus.D, 30,2 ; Schol. 11.16, 14; Ovid .m. 11, 266; mit einem Diskos: Paus. 2, 29, 7;ohne Absicht; Diod . 4,72), oder Telamon, durchsLos dazu bestimmt, verübte die That, und zwarmit einem Diskos (Apd. 3, 12, 6), oder eben-derselbe mit dem Speere und auf der Jagd(Dorotheos Met. 1 bei Plut.par. Gr. R. 25 p. 311).DenLeichnam verbargen sieimWaldelA^rf.a.O.),aber die That wurde entdeckt und beide mufstendie Insel verlassen (Diod. 4, 72; Apd. 3, 12, 6;Nikander bei Antonin. Lib. 38; Paus. 2,29,2. 7;Schol. Pind. N. 5, 12. 25; Tzetz. z. Lyk. 175).Peleus zog nach Thessalien und gewann nachmancherlei Erlebnissen die Thetis zur Gattin.Psamathe aber sandte zur Rache für ihren ge-töteten Sohn einen Wolf, der die Herden desPeleus anfiel (Tzetz. Lyk. 901. 175; Ovid . m.11, 344 ff.), aber auf Bitten der Thetis ver-wandelte sie denselben in Stein, oder Thetis selbst that dies (Tzetz. Lyk. 901. 175). Telamonwar nach Salamis geflohen. Von dort sandteer einen Herold und leugnete seine Teilnahmean dem Morde ab; aber sein Vater liefe ihnnicht auf das Land, sondern gebot ihm, vomSchiffe oder von einem Damme, den er imMeere aufgeworfen, sich zu verteidigen. Erfuhr also in den sogenannten verborgenen Hafenund baute in der Nacht einen Damm; dieserwurde noch zu Pausanias Zeit gezeigt. Tela-mon wurde verurteilt und kehrte nach Salamis zurück (Paus. 2, 29, 7). Das Grab des Phokoszeigte man in Aigina neben dem Heroondes Aiakos. Auf dem Grabe lag ein rauherStein; es war derselbe, dessen sich einst Peleusals Diskos bediente, als er den Phokos zumFünfkampfe herausforderte, und mit dem erihn tötete, Paus. 2, 29, 7. Die Überlieferung,welche Phokos, den Aiakiden, zum Archegetenvon Phokis macht, steht mit der Geschichtedes Aiginetischen Königsgeschlechtes nur inganz äufserlicher Verbindung und läfst sichaus ihr herauslösen, ohne den Zusammenhangzu stören. In dieser Überlieferung selbst aberlassen sich zweierlei Quellen unterscheiden:1) die, wie es scheint, aus Genealogieen undκτίσεις (z. B. des Polemon bei Suid. κτίσεις τωνέν Φωκίδι πόλεων) geflossene Geschichte derStadtheroen Panopeus und Krisos, der feind-lichen Zwillingsbrüder, die als Söhne desAiakiden Phokos bereits bei Asios, dem genea-logische Stoffe behandelnden Epiker, bezeichnetwerden, Paus. 2, 29, 3. (Merkwürdig ist dieVariante, welche zwar Panopeus als Sohn desPhokos gelten läfst, den Krisos aber als Sohndes Tyrannos und der Asterodia bezeichnet,Schol. II. 2, 520. Tyrannos, derLandeskönig,gilt ebendaselbst auch als Vater des Eponymender Stadt Daulis, des Daulieus, von einer andernMutter, nämlich derChrestone). 2) Die im pho-kischen Lande umlaufende, an Ortsbeziehungengeknüpfte Einwanderungssage, im allgemeinenerwähnt bei Schol. Ap. Rh. 1,207; Schol. 11. 2, 517,mit Angabe von Einzelheiten nur bei Pausanias ,der seine Kenntnis an Ort und Stelle erwarb.Pausanias schreibt die Besiedelung des beiTithorea und Delphi liegenden Landesteils demOrnytiden Phokos zu, ein Geschlecht später

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