Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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2415-2416
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läl'st er dann den Aiakiden zu Schiffe an-komnaen und von da an den Namen Phokis über das ganze Land sich verbreiten: Paus.2, 29, 2f. 10,1,1. Br berichtet, dafs selbst dieBewohner des im entferntesten Winkel des nörd-lichen Gaues liegenden Städtchens Drymaiadiesen Phokos als ihren Gründer bezeichneten,Paus. 10, 33, 6. Dafs die Anschauung von derBesiedelung durch die Aigineten bereits imfünften Jahrhundert im phokischen Lande vor-handen gewesen, bezeugt die Gruppe des Iaseusund Phokos auf dem Polygnotischen Gemäldein der Lesche von Delphi; Iaseus, bärtig, be-trachtet den Siegelring, den er seinem jugend-lichen Freunde (ghniccv gaipdv.iov) zum Ge-schenke gab, Paus. 10, 30, 2. Dieser Iaseus,sonst nirgends erwähnt, ist vielleicht derselbeKönig der Phoker, welcher sonst als De'ioneusoder De'ion bezeichnet ist, dessen TochterPhokos zumWeibenahm. Nach der Besitznahmevon Phokis kehrte Phokos wiederum nach Aigina zurück. Man erkennt, wieso die Überlieferungvon der phokischen Ansiedelung künstlich mitder aiginetischen Sage zu vereinigen gesuchtwird. In dieser gebührt der Name Phokos demAiakiden als Sohn der Nereide und wird durchdie Verwandlung seiner Mutter in eine Robbe be-gründet. Diesen vorhandenen, aus epischer Dar-stellung bekannten Heros scheint man sich inPhokis als Eponymos angeeignet und dem ent-sprechend dann die Eponymen solcher Städte,wie Krisa und Panopeus, als seine Söhne be-zeichnet zu haben, ein Vorgang, der weiterhin fürdie Ausspinnung mythologischer Genealogieendankbaren Stoff bot. So erklärt es sich, dafsdas Land Phokis zwei Eponymen hat, denOrnytiden und den Aiakiden, ein Umstand, densich Pausanias durch die natürliche Zweiteilungdes Landes zurechtlegt. Was die Geschichtedes Phokos, so weit sie in Aigina spielt, an-langt, so sind die Art. Aiakos, Bd. 1 Sp. 109 ff.,und Peleus zu vergleichen. In Aigina der viel-besuchten Insel, treten die Beziehungen vonLand und See einander vielfältig gegenüber.Aiakos ist der Vertreter des Landes, der aigi-netischen Erde selbst, dies bekundet sein Name(von cda s. Bd. 1, Sp. 114j, sowie die Sage vonseinem Volke, das ihm Zeus aus der Erde em-porwachsen läfst, sein Gebet um Regen, dessendie durstige Erde bedarf, endlich seine Stellungals unterirdischer (x&ovlos) Richter. Der Nameseiner GattinEvSrj'l's bedeutet die Einheimische(von iv und da = yfj, d. i. s. v. a. iyyaiog oderi'yysLog Bd. 1 Sp. 110). Demnach sind beiderSöhne Peleus und Telamon recht eigentlich alsLandeskinder zu fassen (vgl. Preller-Bobert1 S. 80 {.). Psamathe, die Nereide des Ufer-sandes, und Phokos, der Robbe, ihr Sohn, ver-treten das Meer. Der Widerstreit der Vertreterbeider Elemente führt, vielleicht auf ein Ein-dringen fremder Seefahrer hindeutend, zurTötung des Nereidensohnes, aber auch zur Ver-treibung der beiden andern Königssöhne; dasganze Geschlecht verliert die Herrschaft derInsel (Paus. 2, 29, 2), und Fremde nehmen siein Besitz. Bezeichnend ist des Phokos Toddurch den Diskos, an die Sage von Hyakinthosund ähnliches erinnernd, vgl. auch den Artikel

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Oxylos Bd. 3. Des Phokos Schicksal gleicht demdes Achilleus, der, ebenfalls ein Nereidensohn,durch Paris Pfeil, den Apollon lenkt, seinenTod findet, wie sein Vater Peleus in mancherHinsicht als ein zweiter Aiakos erscheint.

Vgl. K. O. Müller,Prolegomena S. 168; Forch-hammer, Hellenika 1, 27 f. 92 f.; H. D. Müller,Mythologie d. Gr. Stämme 1, S. 71. 81 f. 233. 239;Hartung , Griech. Mythol. 2,60. 4,118. 158. 237 ff.

2) Phokos, der Eponymos von Phokäa inIonien , das nach andern von einer Robbe, ψώκη,benannt sein soll: Heraclid. fr. 35: Φώκαιανοί giv άπο Φωκον ηγεμόνος ώνομάσ&αι, ol diotl ψώκην εις το ξηρόν εΐδον έκβαίνονααν.

3) Phokos, ein Boioter aus Kleisas, Vater

der Kallin-hoe. Um diese freien dreifsig dervornehmsten Jünglinge; der Vater bewirtetesie zwar, schob aber die Hochzeit immer wiederhinaus nnd erklärte endlich nach dem Urteiledes pythischen Apollon die Wahl treffen zuwollen. Da schlugen ihn die Jünglinge tot.Kallirrhoe floh, die Jünglinge verfolgten sie,aber Landleute versteckten sie unter einem Ge-treidehaufen. Am Feste der Pamboiotien kamsie nach Koroneia, setzte sich als Bittflehendean den Altar der Athena Itonia und verklagtedie Freier. Diese flohen erst nach Orchomenos ,dann nach Hippotai. Es kam zur Belagerungunter Phoidos, dem Anführer der Thebaner,und man ergab sich schliefslich, durch Durstgezwungen; die Mörder wurden gesteinigt. Inder Nacht vor der Einnahme soll man oft vomKithairon her eine Stimme vernommen haben:ich bin da; da merkten die dreifsig Freier,dafs Phokos es war. Am Tage der Steinigungflofs vom Denkmale des Greises in KleisasSafran; dem Phoidos aber, wie er aus derSchlacht heimkehrte, meldete ein Bote dieglückliche Geburt eines Töchterleins, das er,der guten Vorbedeutung zulieb,Sieglinde,Νικοστράτη, nannte, Plut. amat. narr. 4 p. 774.Die Geschichte gab Veranlassung zu dem Sprich-worte, Φώχον έρανος, von solchen, die zu eigenemSchaden Schmause veranstalten. Vgl. Plut.prov.Al. 123; Zenob. 6,37; Hiogen. 8, 68; idem Vindob.3, 89; ipost.18,5; Arsen. 56,66 (ed. Gott.)·, Suid.s. v. Φώκος. Die Erzählung behandelt einenVorfall aus dem Leben; über den Unfug derΐρανοι und die damit verbundene Roheit inBoiotien s. O. Müller, Orchomenos 1 S. 404, dochist Mythisches und Aberglauben beigemengt,z. B. in der Zahl dreifsig der Freier und demHervortreten des zum Heros gewordenen Toten.Vgl. Forchhammer, Hellenika 1 S. 152 ff.; Har-tung, Gr. Myth. 4, 158. [Weniger.]

Pholegandros ( Φολέγ ανδρος), Sohn des Minosnach welchem die sporadische Insel Phole-gandros benannt sein sollte, Steph. Byz. s. v.

[Stoll.]

Pholoe (Φολόη), 1) eine Kreterin, geschickteSklavin des Aeneas , welche er in Sicilien beiden Leichenspielen des Anchises dem Sergestosmit ihren Zwillingskindern als Kampfpreis gab,Verg. Aen. 5, 285. Hyg. Fab. 273 p. 170 Bunte. 2) Nymphe von Pan verfolgt, Stat. Silv. 2,3, 10.

[Stoll.]

Pholos (Φόίος), Kentaur, der den Heraklesbewirtete und dadurch den Anlafs zu dem für

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