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Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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Phonolenides

Phorbas

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Erde hervorragende Fafs und Herakles , der imBeisein der Athene gegen vier Kentauren kämpft;der fünfte, eben durch die Beischrift als Pho-los gekennzeichnete Kentaur ist vor Herakles flüchtend dargestellt, gegen den er sich miteiner bittflehenden Gebärde umdreht. Hier er-scheint also Pholos selbst durch Herakles be-droht, wodurch die Annahme von Klügmann,Bulletino 1876, 141 ff. eine Stütze erhält, dafsauf dem kyrenäischen Demos (abg. Arch. Zeit.39 [1881] Taf. 12, 1) der von Herakles mit derKeule bedrohte mit menschlichem Vorderkörpergebildete Kentaur, der bittend seine R. erhebt,Pholos darstellen soll, wogegen Puchstein, Arch.Zeit. a. a. 0. 243 Einspruch erhebt, weil aufserdem angeblichen Pholos noch ein zweiter Ken-taur die gleiche Bildung (die andern Kentaurensind mit vier Pferdebeinen dargestellt) aufweise,in dem eine Frau oder ein Kind des Pholos znerblicken Sage und Kunst verbiete, und schliefs-lich weil auch die Überlieferung den Tod desPholos durch Herakles nicht kenne. Doch wirdwenigstens bei Vergil (Aen. 8, 294; vgl. Georg.2, 456) Pholos unter den von Herakles getötetenKentauren aufgezählt, was Serv. Am. a. a. Ö.dadurch erklärt, dafs infolge einer poetischenLicenz beliebige Kentaurennamen angewendetworden seien. Unmöglich aber erscheint esnicht, dafs es eine Form der Sage gab, nachder Herakles, der ja auch den Cheiron in dem-selben Kentaurenkampf wider seinen Willenverwundet hat, dem Pholos, als er etwa be-gütigend zu vermitteln suchte, die tödlicheWunde beibrachte. In dem zweiten Kentaurenauf der kyrenäischen Vase wäre vielleichtCheiron zu erblicken, der ja nach Theokr. 7,149 bei der Bewirtung des Herakles (und wohlauch .beim Kampfe selbst) zugegen war. Nachder Überlieferung ( Apollod. Diod. Serv. adVerg. Aen. 8, 294. Philargyr. ad Verg. Georg.2, 456. Hyg. Astron. 2, 38) fand Pholos seinenTod, als er bei der Bestattung der gefallenenKentauren aus dem Körper eines derselbeneinen Pfeil zog voll Verwunderung, dafs einso kleines Ding solch gewaltige Körper habetöten können, und der herabfallende vergiftetePfeil ihm den Fufs verletzte. Der von derVerfolgung der Kentauren zurückkehrendeHerakles bestattete ihn aufs prächtigste. NachHygin. a. a. 0., der auch den Cheiron aufgleiche Weise wie den Pholos durch den herab-fallenden Pfeil verwundet werden läfst, wärePholos, qui aruspicio praeter ceteros pluri-mum valuisset (eine m. W. sonst nicht bezeugteÜberlieferung), als Schütz (wie sonst Cheiron)verstirnt worden. Ein Nachklang der Pholos-sage findet sich noch bei Nonn. Dionys . 14, 50,wo als Kentauren im Heere des Dionysos Pho-los und Cheiron genannt werden. [Höfer.]Phonolenides? (ΦονωλινίδηςΊ), ein Lapithe,auf der Hochzeit des Peirithoos, Ov. Met. 12,433; doch s. Phaiokomes. [Stoll.]

Phonos (Φόνος), der personifizierte Mord,mit Thanatos (s. d.) bei Eur. Troad. 769; vgl.Aesch . Ghoeph. 789 Kirchh. Empedocles v. 19Mull. fr. 121 Diels, Fragmente der Vor-solcratiJcer S. 218. Der Plural Φόνοι, Kinder derEris (s. d.), bei Hes. Theog. 228. Tzetz. Theog.

121 (Anecdota Matranga 2, 581). Eudocia 225p. 361 Fluch-, vgl. Hom. Od. 11, 612. Orac.Sibyll. 3, 379. [Höfer.j

Phorax? (Φάραξί), Genosse des Herakles imAmazonenkampf (doch ist auch die LesartΙίόραξ möglich) auf einer in Tarquinii gefun-denen Amphora, Monmnenti dell Inst. 12 t. 9.Annali 1884, 269ff. Bullettino 1884,124. Corey,Oe Amazonum ant. figuris (Diss. Berlin 1891)

S. 9. Pottier, Vases ant. du Louvre 2 nr. 875p. 83 pl. 62 mit Litteraturangaben. [Höfer.]Phorbantides (Φορβαντίάης), Beiname desAugeias, Tzetz. Chiliad. 2, 279; vgl. Apollod.

2, 5, 5. Schol. Apoll. Bhod. 1, 172. [Höfer.]Phorbas ( Φόρβας ), 1) Sohn d. Lapithes (Oiod.

4, 69. 5, 58. Paus. 5, 1, 11) oder des ebenfalls

als S. d. Lapithes (Oiod. 5, 61) genannten Trio-pas (Hy. in Apoll. P. 211. Polyzelos v. Bhodosbei Hygin . P. Astr. 2, 14. Paus. 7, 26, 12),während nach Oiod. 4, 58. Paus. 4, 1, 2. 2,16,1(vgl. Schol. Theocr. id. 17,69, wo statt Τριόποντον Άβαντος wohl . . . Φόρβαντος zu lesen ist) .umgekehrt Triopas ein Sohn des Phorbas war.Wir unterscheiden nach den verschiedenen .Wohnsitzen des Phorbas folgende Sagen- ,gruppen: ;

a) Thessalischer Mythus. Nach den ·!Megarika des Dieuchidas (bei Athen . 262 e !263 a = F. H. G. 4, 389) war Phorbas mit jseinen beiden Geschwistern Parthenia und iPeriergos (= Periphas b. Oiod. 4, 69) in der Be-gleitung (seines Vaters ?) des Triopas aus Thessa- ;lien, und zwar aus dem dotischen Gefilde (wo ·der Stamm der Lapithen, ansässig war; vgl. id. Art. Lapithen), nach (Knidos? und) Rhodos 1ausgewandert und hatte sich schliefslich in jIalysos niedergelassen, während Periergos die :Gegend von Kameiros besiedelte. Dasselbe be- jzeugen Kallim. hy. in Ger. 24; Diod . 5, 58 <und Steph. Byz. s. v. Αωτιον πόλις Θεαοαλίας,οπον μετωκηοαν οΐ Κνίδιοι, ών -ή χάηρα Κνιδία.Καλλίμαχος (ν τοίς νμνοις' ,,Οϋπω τιαν Κνιδίαν,ϊτι. Αωτιον Ιρόν ίναιον. Etwas anders be-richtet Diodor (5, 61), dafs Triopas (Sohn des iHelios und der Rhodos ) nach dem Morde seines ;Bruders Tenageos von Rhodos über Knidos nach >Thessalien gesegelt sei, daselbsit im Bunde jmit den Söhnen des Deukalion die Pelasger :besiegt und eine Zeitlang im dotischen Ge-filde gewohnt habe, von wo er nach dem Fre- ;vel im Temenos der Demeter wieder nach Kni-dos zurückgekehrt sei und daselbst das Trio-pion gegründet habe. Auf Thessalien beziehtsich offenbar die Sage, dafs Phorbas, entwederein Sohn des Lapithes und der Orsinome(Oiod. 4, 69. 5, 58. Paus. 5, 1, 11) oder einSohn des Triopas der auch bisweilen Sohndes Lapithes und rex Thessalorum heilst (Diod.

5, 61. Hygin. p. astr. 2, 14) und der Hiscilla(=ΊοχυλλαΊ ) Myrmidonis fdia gewesen sei(Polyzelus Bhod. b. Hyg. p. astr. 2, 14) undeinst in Thessalien am Peneios gewohnt habe(Diod. 4, 69. 5, 58). Wenn hei Ovid . Met. 12,322 unter den Kentaurenbekämpfern ein Phor-bas genannt wird, so wird darunter entwederunser Lapithe oder nr. 4 zu verstehen sein. End-lich deutet auch die Sage, nach welcher Phorbasein Liebling des Apollon gewesen sein soll