Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
Seite
2431-2432
JPEG-Download
 

2431 Phorkides

Epithetons ist unklar. In dem Abschnitt περίκολακείας führt Stob. Floril. 14, 13 den Aus-spruch des Theodoros νττερΕΧπίδος Φορια-vfjs an. DaΕΧπίς Φοριανή Κολακεία ist,kann es nur 'die trügerische Hoffnung be-deuten, hängt also wohl mit φωρά, φώρ zu-sammen; ebenso dürfte φόριος ψώριος seinund dieses wohl hier in aktiver Bedeutung ='trügerisch stehen, synonym etwa mit Loxias.Derselbe Anonym. 'Law. giebt dem Zeus dasEpitheton Φίναξ, (s. d.). [Höfer.)

Phorkides, Töchter des Phorkys (s, d.,Gorgonen u. Graien).

Phorkos s. Phorkys.

Phorkyn s. Phorkys.

Phorkys (Φόρκνς). 1) Die Namensforni istschwankend, vgl. dazu Serv. Verg. Aen. 5, 240.Die Odyssee , unsere älteste Quelle, kennt nurden Stamm Φορκνν a 71; v 96, 345, der beiHesiod . Theog. 336 jedoch auf Interpolationberuht. Dagegen mufs dieselbe Form höchst-wahrscheinlich für Akusilaos und Pherekydesangenommen werden ( Schol. Apoll, lih. 2, 1249;4, 825); spätere Beispiele: Lyk. Alex. 376;Fuphor. in Schol. Soph. Oed. Col. 681; Orph.Arg. 339. Römische Dichter leiten von ihrdie patronymische Bezeichnung der Medusaab: Phorcynidos ora oder antra, Ovid .Met. 4, 743; Lucan. Phars. 9, 626; Sil. Ital.2, 59. Dagegen lautet der Stamm Φορκν beiHesiod . Theog. 237. 270. 333; Orph. fr gm. 95(Abel ); Procl. Plat. Tim. 5, 295. Yon Römernbedient sich ihrer Val. Placc. Arg. 3, 727.Die in späterer Zeit beliebteste Form Φόρκος,Phorcus erscheint am frühesten bei Alkman ,allerdings mit verändertem Anlaut Πόρκος(Hesych. s. v. Νηρενς). Ihm folgen zunächstPind. Pyth. 12, 13 und Soph. frgm. 777. Auchdas Patronymikon Φορκίδες bei Aeschylos ( Prom. 795; frgm. 261 ff.) setzt diese Formvoraus. Aus späterer Zeit die Orpheuselegiedes Phanokles v. 20 (Stob. Flor. 64, 14); Lyk.Al. 478; Apoll. Rh. 4, 828. 1597 und Römerwie Verg. Aen. 5, 824; Plin., Nat. hist. 36, 26.Stat. Silo. 2, 2, 19.

Den Namen zu erklären unternahm K. 0.Müller, Orchom* S. 149, indem er ihn mitόρκος und ορκος zusammenbrachte und inΦόρκος das Wasser der Unterwelt sehen wollte,besonders im Hinblick auf Φόρκον ατνγνοννδωρ bei Phanokles a. a. 0. Diese Erklärungaber ist von Lobeck, Aglaoph, S. 863 ff. mitRecht zurückgewiesen. Nicht glücklicher istder Versuch Schümanns (Opusc. 2, 181 ff.; s. auchPreller - Robert 1 S. 560) von einem gemein-samen Stamme Ρορκ Φόρκος, porcus, Πορ-κενς (eine der Laokoonschlangen), όρκννες her-zuleiten.

Dagegen bieten zwei Glossen des Hesych.Möglichkeiten einer Erklärung. Nach dereinen ψόρκες' χάρακες (vgl. Curtius, Grunds, d.Etym. S. 298) würde Φόρκνς als der Klippen-gott erscheinen. Dazu würde sehr gut passen,dafs nach Karystios in Schol. Theocr. 13, 22die Symplegaden von den Menschen Κνάνεαι,von den Göttern Φόρκον nvXai genannt wur-den ; allerdings ist Φόρκον erst durch eineKonjektur Meinekes an die Stelle von όρκον

Phorkys 2432

gesetzt worden. Auch das klippenreiche Meerbei Euboia nennt Lyk. Al. 376 <J? 6 qkvvos oi-xr/rije iov, auch die Natur des Phorkyshafensvon Ithaka mit seinen ciKtal djroppÄytg würdedem ebensowenig widersprechen wie seineLokalisierung in einer Schlucht bei Arymnionin Achaia (über diesen Namen s. Wilamowitz,Hom. Unters. S. 24). Schliefslich fällt hierfürnoch ins Gewicht, dafs gerade dem Klippen-gotte am natürlichsten ein Weib Keto bei-gegeben und allenthalben die Erzeugung derMeeresungeheuer zugeschrieben wurde. Wennman seine greisenhafte Erscheinung als un-passend hiergegen einwenden wollte, so zeigendoch Beiworte wie äyyvaQ Hes. Theog. 237und KQatai.bg (Orph. frgm. 95, 5 Abel Prokl.in Plat. Tim. 5, 295), dafs noch eine andereAuffassung daneben bestand.

Die zweite Glosse betrifft mehr das yvffiKovals das cpvoiKov släog und ist darum schon weni-ger einleuchtend, wenn auch Welcher, Götterl.1 S. 645 sie zum Ausgangspunkte genommenhat. Durch sie: cpopKov Isvkov, itoXibv, qvbovwürde Ph. an sich nichts anderes ads der Greissein, ohne jeden Ausdruck seines; Elementes.An sich stimmt das trefflich zu seiner Be-zeichnung als aXiog yiqav Hom. v 96, 345;Hionys. Byz., de Bosp. navig. 19 (Wescher (vgl.Escher, Triton S. 5 ff. 58 ff.), zu seinem BeiworteaQyfjta (Euphor. a. a. 0.) und zu seine]· Rollein Lyk. Al. 477, wo er von dem in die Tiefehinabgesunkenen Hesionedracken um Hilfegegen Herakles Pfeil angegangen wird. Ganzbesonders aber wäre dieser Name passend fürden Vater der von Geburt an greisenhaftenIQaiai. (Hes. Theog. 271), der ff>OQKiäsg, sodafsman fast geneigt wäre, den Namen des Vatersaus dem der Töchter entstanden zu denken.Ein grofser Übelstand ist nur der, dafs dieseim Germanischen so vielfach belegbaire Wurzelim Griechischen keine weitere S 2 iuir hinter-lassen haben soll; Curtius a. a. 0. S. 199 stehtdieser Glosse darum auch sehr mifstrauischgegenüber. Immerhin ist diese Erklärungneben der vorigen noch in Betracht au ziehen.

Im Mythus ist die Gestalt des Phorkysfast ausschliefslich genealogisch von Bedeu-tung. In der hesiodischen Theogonie ist er einSohn des Plutos und der Ge neben Akreus,Thaumas, Keto und Eurybie. Übernommenwird dies von Apollod. 1 , 2, 6 (10 Wagner ),ferner von Procl. Plat. Tim. 5, 295 und wohlauch von Hygin. Praef. S. 10, 2 (Schmidt),wenn auch diese Stelle gerade sehr schlechtüberliefert ist. Durch die handschriftlicheÜberlieferung Tusciversus wird Waser,Skylla und Charybdis S. 32 an Schol. Plat. Pol.9, 588c erinnert, wo als Vater der Skylla nebenPhorkos noch Tyrrhenos genannt wird. Inder That scheint im Westen Phorkos mit einemSpezialgott des tyrrhenischen Meeres identi-fiziert worden zu sein, wie aus der ätiologi-schen Erzählung des Varro bei Sero. Verg. Aen.5, 824 ersichtlich ist. Nach dieser ist Phorcus,ein alter König von Sardinien und Korsika,von Atlas in einer Seeschlacht besiegt, ertrunken,von seinen Freunden aber zu einem Meeres-gott gemacht worden. Dann darf man freilich

io

20

30

40

50

60