Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
Seite
2435-2436
JPEG-Download
 

2435

Phormes

Phoroneus

2436

innerte, volksetymologisch angeglichen; vgl.auch Usener , Götternamen 359.

8) Grieche, Genosse des Salaminiers Aias,von Paris getötet, Quint. Smyrn. 6, 631.

4") Begleiter des Dionysos, Nonn. Dionys.39, 101. Höfer.]

Phormes? {Φόρμηςί). Bei Eudocia 82 p. 140Flach heilst es: Αυγείας νίος μεν Ήλιον ήν,τή δε αλη&εία Φόρ μητ ος in τής Ίχλέως {^'Τρμίνης' οι δε αυτήν θυγατέρα Νυχτέως, οί δεΈπόχον φασί. Quelle ist Schol. Apoll. Bhod.1, 172: Αύγείης . . γόνω phv ήν Ήλιου, έπίχλη-βιν δε Φόρβαντος, ix τής ΝηλέωςΤρμίνηςΛτλ. Man wird darnach bei Eudocia zu korri-gieren haben oder liegen nur Druckfehlervor? Im Verzeichnis der Argonauten beiEudocia 221 p. 354 Flach ·. Αυγείας Ήλιον, olδε Φόρμητος ix τής ΊχλέωςΤρμίνης, ol δεΝυχτέως, οί δί Έπόχον hat Flach korrigiert:Φόρβαντος, Νηλεως, Έπείου. [Höler.]

Phormion {Φορμίων), 1) ein Spartaner, derspätere Besitzer des Hauses des Tyndareos.Zu Phormion kamen einst die Dioskuren inGestalt von fremden Männern, sagten, sie kämenvon Kyrene , und baten um gastliche Aufnahmeund zwar in dem Gemache, das sie früher alsKnaben bewohnt hatten. Phormion stellteihnen sein ganzes Haus zur Verfügung mitAusnahme des erbetenen Gemachs, weil diesesseiner Tochter zur Wohnung diente. Am fol-genden Tage war die Jungfrau und ihre Diener-schaft verschwunden, in jenem Gemache aberwurden die Bildsäulen der Dioskuren und einTisch und Silphion auf ihm gefunden, Faus.3, 16, 2f.; vgl. Flut, non posse suav. viv. sec.Epic. 22 p. 1103a; etwas anders Clem. Alex.Strom. 1 , 334a. Theopompos bei Suid. s.v. Φορ-μίων. K. Bötticher, Poliastempel 10. F. Thiersch,Abhandl. d. philos.-phüol. Kl. d. k. bayr. Akad.d. Wiss. 8 (1858), 446fl Bohde, Psyche 2 2 ,94, 1 . 2) Bin blinder Fischer aus Erythrai ,der, durch einen Traum belehrt, den Erythraiernein Mittel angab, das Idol des Herakles zugewinnen, Paus. 7, 5, 7. Mehr s. Bd. 1 s. v.Herakles Sp. 2137, 22 2138, 12. [Höfer.]

Phoroneidai {Φορωνείδαι) = Nachkommendes Phoroneus (s. d.).

Phoroneus {Φορωνενς). Die Sage von Phoro-neus gehört der Peloponnes an und ist aufsengste mit Argos verknüpft. Phoroneus istder Urmensch des vorhellenischen, pelasgischen,wie Deukalion der des hellenischen Geschlechts.Jenes nennt Apollodor (2, 1, 1) auch das Inachi-sche, von dem Vater des Phoroneus, und be-handelt es nach dem deukalionischen. Es giltaber allgemein für das älterevorsintflut-liche, vgl. Akusilaos frg. 14, Flat. Tim. 22a:περί Φορωνέως τε τοΰ πρώτου λεχ&έντος χαίΝιόβης, χαί μετά τον χαταχλναμον αν περί Αεν-χαλίωνος χαϊ Πύρρας, vgl. Preller-Robert l 4 , 84,1.Nach Klemens Alex. Strom. 1 p. 138 {Kinkel,Epic. gr. fr. p. 209 A. 1) und nach Akusilaosbei Euseb. Praep. ev. 10,10 p. 488 d {Kinkelibid.) fand die grofse ogygische Flut nachInachos statt, zu der Zeit, wo Phoroneus inArgos regierte. Den ersten Menschen nenntAkusilaos a. O. {Kinkel p. 209) den Phoroneus,und ähnlich das epische Gedicht Phoronis

(ibid.) des Hellanikos πατέρα θνητών άν&ράπων.Woher kommt aber dieser erste Mensch undVater der Menschen? Merkwürdigerweise wirder nirgends direkt ein Autochthone genannt,sondern es heilst: Inachos,nicht ein Mensch,sondern der Flufs in Argos sei der Vater desPhoroneus gewesen, Paus. 2, 15, 5; aber alsseine Mutter wird gewöhnlich Melia (oder Me-lissa; genannt, Apoll. 3, 1, 1, 2; Schol. Eurip.Or. 933. Nach PreUer-Bobert, Gr. Μ. I 4 , 81kommt darin die Vorstellung von der Entstell-ung der Menschen aus Bäumen zum Ausdruck,die einfach personifiziert werden; wie hier dieEsche als Nymphe Melia, so die Linde alsPhilyra. Nachdem der Baum zur Nymphe ge-worden, wird diese zur Tochter des ükeanosgemacht. Hygin. fab. 143 nennt die Mutter desPhoroneus Archia, die Schwester des Inachos(vielleicht Versehen für Argiva, oder mit An-klang an αρχή?). Eusebios , Hieron, zu Abr. 211und Synk. p. 236 hat die merkwürdige Notiz,dafs Niobe , natürlich die argivische (s. u.),Phoroneus Mutter sei, die sonst als seine Tochtergenannt wird. Vgl. Thrämer, Bergamos 13 undBoschers Lex. Bd. 3, Sp. 877, 8ff. Wenn diesnicht blofs eine fahrlässige Verwechselung ist,so würde, da in der argivischen Niobe eine Erd-göttin zu erkennen ist, Phoroneus doch zumAutochthon werden, in der Weise, dafs dieMutter Erde, wie auch sonst, nicht spontan,sondern irgendwie befruchtet, so hier von demFlufsgott Inachos, den Erdensohn hervorbringt,der nun den ersten Menschen undVater dersterblichen Menschen darstellt. Zu dieserVorstellung pafst auch die folgende Niichriclit:

Bei dem Streit des Poseidon und der Hera (Wasser und Festland?) um den Besitz vonArgos walten Phoroneus und mit ihm dieFlufsgötter Kephisos, Asterion und Inachos desSchiedsrichteramts, Paus. 2, 15, 5; Phoroneusspielt also hier dieselbe Rolle, wie in Attikadie alten autochthonischen Landesköiuige beimStreit zwischen Poseidon und Athene, , PreUer-Bobert l 4 , 203 A. 1. Phoroneus, der- einzigeund erste Mensch in der Gesellschaft, habedann, berichtet die Sage weiter, die früher zer-streuten Menschen zusammengeführt au einemgemeinsamen Verband und den Ort der Ver-einigung αβτν Φορωνιχόν genannt, Paus. a. a. O.,die Menschen kultiviert {Tatian. or. ad Graec.39 §60 p. 148; Kinkel, Epic. fr. 210) und derHera zuerst einen Altar (Gottesdienst) gestiftet,Hygin. fab. 143 u. 274; Clem. Alex. Protrept. p. 13(28 c) Sylb. {Kinkel a. a. O.). Pausanias (a. O.)führt den Gottesdienst der Hera schon aufInachos zurück. Die Einführung des Demeter-dienstes in Megara , wo Phoroneus gleichfallsder älteste König ist, Paus. 1, 39, 5, wird nichtdem Phoroneus, sondern dessen Sohne Kar zu-geschrieben. Sehr bedeutungsvoll ist die Über-lieferung der Argiver, Paus. 2, 19, 5, dafsPhoroneus den Menschen das Feuer gegebenhabe: dadurch tritt er nicht nur in Parallelemit dem Stammvater des deukalionischen Ge-schlechts, sondern die Argiver beanspruchenin ausdrücklichem Gegensatz zu der sonstigenÜberlieferung, wonach Prometheus denMenschendas Feuer gegeben habe, die Erfindung des