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Feuers für ihren Urstammvater. So verstandwenigstens Pausanias , was er in Argos hörte.Der Scholiast zu Soph. Elektr. 4 sagt nur ότιδέ έβτι και το περί τον πνρος μέχρι τον νυνδεικννμενον καί λεγόμενον , ώς άπ ονρανονπρώτον έκεΐοε κατηνέχ&Ύΐ. In der Wirkungkommt dies auf das Gleiche heraus: dieArgiverbeanspruchen die Priorität in dem Besitz desFeuers.
Das Feuer, der Gottesdienst, die Vereinigungzu einem Gemeinwesen, alles zusammen zeigt,dafs man sich Phoroneus dachte als den Be-gründer der ältesten Kultur und staatlichenOrdnung. Denselben Gedanken kann man aus-gedrückt finden in dem Namen seiner Gattin,die bald Kerdo, die Kluge, die Gewinnendeheifst {Paus. 2, 21, 1), bald Teledike, oderTelodike, die das Recht weithin verbreitende(.Apollod. 2, 1, 1; Tzetz. g. LyTcophr. 177), baldPeitho , die berredende {Schol.Eurip. Or. 1239,vgl. Preller, Gr. Myth. 2 S S. 37). Nach Plat,Tim. 22 a, s. ob., ist wegen des Parallelismusmit Deukalion und Pyrrha auch die Möglich-keit nahegelegt, dafs dort Niobe als Gattindes Phoroneus gemeint ist.
Brüder des Phoroneus sind: l)Aigialeus,Apollod. 2,1,1,2, von gleicher Abkunft (Sohn d.Inachos u. d. Melia), von andern als Sohn desPhoroneus bezeichnet, s. u.; 2) Phegeus, derBuchen- oder Eichenmann, was auch an dieAbstammung von einem Baume denken läfst,wie bei Phoroneus, Gründer von Phegai oderPhegia, Charax bei Step}). Byz. v. Φήγεια ,Schol. Eur. Or. 1248; Paus. 8, 24, 2. — Hygin,fab. 274 dagegen nennt seinen Vater Alpheus.
3) Von denselben Eltern Sparton, Steph, Byz.v. MwAivai, der nach des Akusilaos von Pau-sanias (2, 16, 4) ausdrücklich bekämpfter An-gabe ein Sohn des Phoroneus gewesen seinsoll. Pausanias will überhaupt keinen Spartongelten lassen, aufser Sparton, den Sohn desTisamenos, 7,6,2. 4) Pelasgos, als Sohn desInachos und 5) Argos Panoptes, als Sohn des-selhenVaters, s. diese Artikel. 6) Vgl. Phoronis.
Kinder des Phoroneus: 1) nach Schol. Eur.Or. 1248 ( Φορωνενς — ί'βχει de παΐδας έκ Πει9ονςΑίγιαλέα,Άπιν, Ενρώπαν, Νιόβην) von Peitho :Aigialeus, Apis,Europa, Niobe , vgl. Diod.Sic. 4, 14; Pion. Halic. 1, 11; Strab. 10 p.471;2) nach Apollodor 2, 1, 1, 2 von Teledike:Apis und Niobe; 3) nach Hellanikos , frg. 37hei Eustath. z. 11. 3, 75: Pelasgos, Iasos, Agenor;
4) nach Pausanias 1, 39, 5f., d. h. nach mega-rischer Sage, Kar, der erste König vonMegara,der dort den Demeterknlt begründet habensoll; 5) nach Nikainetos und Apoll, Bhod. beiParthen. Erot. 1: Lyrkos, dei von Inachos mitandern ausgeschickt wird, Io zu suchen. Nachihm wird das argivisclie Land Lyrcea arva ge-nannt, Ovid, Met , 1, 597. — Nicht als Tochterdes Phoroneus, sondern nur als Argiverin (vgl.αατν Φορωνιχόν, Φορωνεϊδαι = ’Αργεΐοι, Theokr.Id. 25, 200) wird Io bezeichnet durch die Be-nennung Phoronis, Ovid, Met , 1, 668. 2, 524;Ovid nennt sie wiederholt bestimmt Tochterdes Inachos, s. Phoronis.
Wenn man von den vielfach sich wider-sprechenden Angaben über die Verwandtschafts-
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Verhältnisse absieht, deren Übersicht nur lehrt,wie wenig darauf zu geben ist, und nur dieGrundbestandteile der sonst mageren Phoroneus-sage im Auge behält, so überrascht ihre Ähn-lichkeit mit der des ältesten Pelasgos: Ur-menschentum, Anfänge der Kultur und Religion.Bei dieser Ähnlichkeit ist es auch schon frühgenug zu Verwechselungen gekommen, z. B.wenn Hellanikos dem Phoroneus dieselbenSöhne Pelasgos, Iason , Agenor zuspricht, wieSchol. Eurip. Orest . 920 und Hyg. f. 145 demTriopas, oder wenn die Niobe einmal Mutter desPhoroneus, ein andermal die Mutter des Pelasgosund Argos ist. Darum scheint Phoroneus nurein in ein noch höheres Altertum hinaufproji-zierter Doppelgänger, eine Wiederholung desPelasgos 1 zu sein. Beide sind eigentlich ur-sprünglich dieselbe Person, der man, als mandas Bedürfnis empfand, den Urmenschen despeloponnesisehen Geschlechts auf eine nochfrühere Stufe hinaufzurücken, einige verschie-dene Züge verlieh, die aber nicht stark genugwaren, aus der einen an sich schon nichtsonderlich stark ausgeprägten Persönlichkeitwirklich zwei ausgesprochene Individualitätenherzustellen. Daher das beständige Ineinander-fliefsen der Angaben sowohl über das Wirken alsüber die Verwandtschafts Verhältnisse. War aberdie „Differenzierung“ (um dieses schauerlicheWort zu gebrauchen!) einmal vollzogen, somufste auch ein weiterer Name geschaffenwerden, und der jüngere Name ist offenbarder des Phoroneus. Jedenfalls tritt derselbeviel spä ter auf als der des Pelasgos: weder in denalten epischen Dichtungen, noch in der Lyrik oderTragödie der Blütezeit hat er irgendeine Spurhinterlassen, und scheint überhaupt vor demfünften Jahrhundert auch in die Litteratur desgenealogischen Epos nicht eingeführt zu sein.Die Bezeichnung des Landes und der Bewohnervon Argos nach Phoroneus kommt erst sehrspät auf. Selbst die megarische Sage, die denKar zum Eponym der megarischen Burg Kariaund zum Sohne des Phoroneus macht, deutetzwar auf karische Ansiedlung in Megara , be-weist aber für das hohe Alter des Phoroneusgar nichts. Wann dieser und von wem er zumVater des Kar gemacht wurde, entzieht sichunserer Kenntnis; vor die Reihe der megarischenKönige ist er so unvermittelt als möglich hin-gesetzt, vielleicht in dem Bestreben, den dochgar zu ausländisch klingenden Kar in die ur-griechische Verwandtschaftskette einzureihen;vgl. Seeliger, Festschrift f. Overbeck S. 30 ff. DieBedeutung des Namens, der eine Weiterbildungvon (beQiav ist (wie Aidoneus, Salmoneus) weistdarauf hin, dafs es ursprünglich kein förm-licher Eigenname, sondern der Beiname einesStammheros war, der Beiname des „Bringers“aller möglichen Gaben, der Vereinigung zum Ge-meinwesen, der Gottesverehrung, des Feuers,vielleicht auch des Ackerbaues, obwohl ichdas nirgends direkt ausgesprochen, sondern nuraus seiner Heraverehrung erschlossen finde,Welcher, Gr. Götterl, 1 , 375, ausführlich beiSchwenck, Etymol. mythol. Andeutungen 295 ff.Welcker sieht in Phoroneus wegen seiner Ver-bindung mit Hera , die ihm Erdgöttin ist und
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