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deren Dienst er aus Karien herleitet (S. 299),ursprünglich einen Genius der nährenden Erde,des Ackerbaues und der damit verknüpftenmenschlichen Ordnung, setzt ihn dem Orosoder Horos in Troizen gleich und leitet denNamen Φορωνενς von φέρειν — φέρβειν (wohereiner seiner Enkel Φόρβας heii'se) = nähren,ab. Aber selbst wenn die argivische Hera wirk-lich Erdgöttin ist, so folgt aus der Einführungihres Dienstes durch Phoroneus und der Schlich-tung ihres Streits mit Poseidon um das Land,auch aus dem Namensanklang derluno Feronianoch nicht, dafs Phoroneus ein Genius dernährenden Erde sei, von dem es darum, weilan den Erdgöttinnen Ordnung und Gesetz hänge,bei Hyg. /'■ 143 heifse, er sei von Zeus zumersten König gemacht worden. Welcher durfteüberhaupt nur von einer Erdgöttin reden, demidie Einführung des Demeterdienstes in Megara ,die er auch dem Phoroneus zuschreibt, wurdenach Paus. 1 , 39, 5 von den Megarern demKar zugeschrieben. Diese Welckersche Auf-fassung ist daher nicht zu halten. Bei diesersollte man auch erwarten, dafs das Feuer desPhoroneus im Tempel der Hera, nicht in demdes Apollon Lykios gezeigt worden wäre,s. Kalkmann, Pausanias S. 138, bes. A 3.
Phoroneus ist vielmehr das mit den Zügendes ältesten Pelasgos, des eigentlichen pelasgi-sclien Urmenschen, ausgestattete Gegenbild desStammheros des deukalionischen (hellenischen)Geschlechts des Prometheus , erfunden in derAbsicht, dem pelasgisch-argivischen Geschlecht,das sicli das älteste zu sein rühmte, den Vor-rang des höheren Altertums zu wahren, nach-dem dieser durch die Prometheussage desdeukalionischen gefährdet war, Paus. ‘2, 19, 5ον γαρ ομοΧογονσιν [Αργεΐοι) δούναι. πνρ Προ-μηθέα άνθρόνποις, άλλα ig Φορωνέα τον πνρόςμετάγειν εθέΧονσι την ενρεαιν. Daher wurdevor den alten Pelasgos noch 1—2 Generationenfrüher Zeus angesetzt, Pelasgos aus einemAutoclithon in einen Sohn des Zeus und derNiobe und Enkel des Phoroneus und dieserin den erdgeborenen, d. h. von Inachos mit derErdgöttin Niobe oder der Baumnymphe Meliagezeugten Vater der Menschen verwandelt undihm zugleich dasselbe Verdienst um die Mensch-heit wie dem Prometheus, die Gabe des Feuersund Erfindung der entsprechenden Künste, zuge-schrieben. Ähnlich berichtet Paus. 2, 14, 4 vonden Phliasiern, sie hätten ihren AutochthonAras um drei Menschenalter älter als denArkader Pelasgos und gleichzeitig mit Prome-theus angesetzt. Da konnte doch Argos nichtZurückbleiben, und mufste auch noch einenVorfahren des Pelasgos und Argos haben:den Phoroneus.
Am Grabe des Phoroneus in Argoswurden noch zu Pausanias ’ Zeit Totenopfer ge-bracht, 2, 20, 3; an anderer Stelle wurde dasGrab seiner Gattin Kerdo gezeigt, 2, 21, 1;im Tempel des Apollon Lykios brannte nochdamals das Fener des Phoroneus, 2,19, 5, end-lich war beim Heiligtum der Demeter Pelasgisdas Grab des Pelasgos 4, Sohns des Triopas, undin der Nähe des Tempels des Poseidon Pros-klvstios das Grab des Argos, des Sohnes des
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Phoroneus. Das Vorhandensein dieser Gräberin historischer Zeit und besonders das Toten-opfer am Grabe des Phoroneus beweist, dafsman an die Existenz dieser Heroen glaubte,bietet aber betr. der Zeit der Entstehung diesesGlaubens nicht den mindesten Anhaltspunkt.Das Grab des Pelasgos scheint immerhin sehralt gewesen zu sein; von dem des Phoroneusläfst sich das Alter nicht bestimmen; jedenfallsfolgt aus dem noch in der römischen Kaiserzeitdargebrachten Totenopfer nichts für die Zeitder Einsetzung desselben. [Weizsäcker],
Phoronis ( Φορωνίς ), Beiname der Io (s. d.)als Argiverin oder als Tochter des Phoroneus(s. d.): üv. Met. 1, 668. 2, 524. Nach Hygin. f.145 ist sie Schwester des Phoroneus als T. d.Inachus u. d. Argia (vgl. Hyg. /'. 124: PhoroneusInaclii filius; ebenso f. 225 u. 274). [Koscher.]
PhoryS ( Φορύη ), göttliche Personifikation,Geist des Schmutzes im Gegensatz zur reich-bekränzten Tracht ( ποΧνστέφανος Μεγιατώ),Empedokles in Fragin. der Vorsokratiker ed.Diels S. 219 fr. 123; vgl. Bd. 2 Sp. 2549 s. v.Megisto. [Höfer.]
Phos (Φως), 1) s. Phlox u. v. Baudissin, Stud.zur somit. Keligionsgesch. 1, 14. — 2) Mit Zeus und Ge als Gottheit (=.- Helios) angerufen,Für. Med. 148; vgl. 1258. Or. 1497. — 3)ΔΙΟΣΦΟΣ, Bezeichnung des Dionysoskindes aufeiner swf. Amphora (Jahn, Vasens. i. München S. LXI, A. 402. C. I. G. 4 p. XVIII. Minervini,Monumenti inediti posseduti da 11. Barone tav. 1p. 5 ff.; vgl. K. Wernicke, Lieblingsnamen 11.P. Kretschmer, Oie gr. Vaseninschr. 119 nr. 181)mit der Darstellung der Geburt des Dionysos ,bedeutet nach Maafs, Hermes 26 (1891), 185'Zeusgnade’, nach anderen 'Licht, d. i. Heil,ltuhm des Zeus ’. In Αιόνναος = Αι.ό(α)νυβοςvon (a)vv 'finster, traurig sein’ = 'Zeuszorn’erblickt Maafs den Ausdruck der finsterenSeite des obersten Gottes; vgl. Μναμάκτης,ΆμείΧιχο g. P. Kretschmer, Aus der Anomia 29erklärt Αώς φώς = 'der Mann des Zerns, Zeus-held, Zeusheros’ und deutet ebenso Αιό-ννσος(-vvaog = κόρος, vlog, παΐς) als 'Zeussohn’ mitHinweis auf die Bezeichnung der Athena alsΉρακΧέ ovg κόρη (vgl. hierzu aber auch Klein,Gr. Vasen mit Lieblingsinsehr. 2 S. 36 Anm. zuMyniehos), der Hekate als Άδμητον κόρη oderder Persephone als Αήμητρος κόρη. In einerliturgischen Formel wird Attis bez. Dionysosals viov φως (Licht) angerufen, Firinic. Mat.de err. prof. relig. 19, 1. Bergk, Poet. lyr. 3 4 ,658 zu fr. 10. A. Dieterich, Eine Mithras-liturgie P22f. 214. — 4) Uber die Παρθένοςφωτός, die Lichtjungfrau, entsprechend derΑίκη- ’Λατραία usw., deren Züge auch bei derJungfrau Maria wiederkehren, vgl. A. Dieterich ,Abraxas 101 ff. Nekyia 187. [Höfer.]
Phosphoroi (Φώσφοροι). Phosphoros findetsich aufser als Bezeichnung für den Stern (s.Phosphoros) häufig auch als Kultname. In-schriftlich wird erwähnt: 1) in Athen einίερενς Φωΰφόρων (C. I. G. 1, 353 = C. I. A.3, 10) bez. ίερενς Φωΰφόρων καί έπί Σκιάδος(C. 1. G. 1, 184 = C. I. Α. 3, 1041. C. I. G.1, 187 = G. I. Α. 3, 1048. C. 1. Λ. 3, 1042).Wer mit diesen Φώσφοροι gemeint ist, erfahreu
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