Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
Seite
2495-2496
JPEG-Download
 

2495 Picus

clavum vel quicquid aliud fixum, diu haererenon potest quin statim excidat, ubi ea insederit).Ala Glucksvogel setzte sich der picus dem P.Aelius Paetus auf das Haupt (Varro de vitapop. Rom. lib. 3 bei Non. Marc. 518 [Herder],2, 171 [Mueller],

Es ist leicht zu begreifen, wie allmählichaus dem heiligen Mars-Vogel eine göttliche,dem Mars ähnliche, ja zuweilen geradezu mitihm identifizierte (vgl. Dionys. 1, 31, wo FaunusSohn des Picus als "Aq sog . . . anoyovog be-zeichnet wird) Gestalt entstanden ist. DieserGott entwickelte sich weiter und wurde alterLandeskönig {Fest. p. 209: rege Aboriginum),indem man ihm einen Platz in der relativspät entstandenen Laurentischen Königslisteanwies. Die Liste (vgl. Verg. A. 7, 47 49;Arnob. 2, 71; Lactant. Inst. 1, 22, 9; Interpol.Sero. A. 10, 76) lautet: Ficus , Faunus, Latinus ,wobei die einzige Abweichung (vgl. aber fürLatinus Wissowa, Bd. 1 Sp. 1454, 21 if. undAust, Bd. 2 Sp. 1909, 17 ff.) darin besteht, dafseinige (darunter Varro de gent. pop. Rom. 2 beiAugustin, C. D. 18,15 und nach Varro , Interpol.Serv. A. 10, 76, vgl. Agahd, Varronis Anti-quitatum rerum divinarum libri I. etc. p. 192,14)einen gewissen Sterces ( Augustin a. a. 0.) oderStercentius ( Augustin , Interpol. Serv. a. a. O.)[wohl identisch mit dem Stercutus {Lactant.Inst. 1, 20, 36, vielleicht nach Varro , Antiq.Div. 15, vgl. Agahd a. a. O.; nach Lactant.Isidor 17, 1, 3) oder dem Stercu<(lus)> {Tertull.ad Nat. 2, 9) und dem Sterculius {Macr. S.1, 7, 25)], den Erfinder des Düngens als Vaterdes Picus angaben. Wiederum andere z. B.Augustin, a. a. 0. {eum Saturnum appellare vo-luerunt, wo er, wie es scheint, in diesem Satzedem Varro nicht gefolgt ist), Macr. S. 1, 7, 25.Isidor. 17, 1, 3 {eundem (Stercutum) quidamSaturnum putaverunt , ut majorem illi nobili-tatem facerent hoc nomine, quo splendide sonaret,et dignitatem tituli compararet) versuchten dieseDifferenz durch Identifizierung von Sterces u. s. w.auszugleichen. Die Alten selber fafsten denHergang umgekehrt auf; nach ihnen entstandder Gott aus dem Könige, indem man demalten König als Landesherrn einen Kult weihte(z. B. Augustin, G. D. 18, 15: Picum ... intalium deorum [i. e. agriculturae deorum ] nu-merum receperunt). So soll der Kult des Picusvon Romulus {Varro , Antiq. Div. 1 [vgl.Agahd a. a. 0. p. 157. 158] bei Min. Fel. Oct.25, 8 [danach Cyprian Id, 4, 2, 5] auch beiAugustin, C. D. 4, 23, und Seneca wohl auchnach Varro bei Augustin, C. D. 6, 10) odervon Faunus {Lactant. Inst. 1, 22, 9) gestiftetsein. Dafs aber der Gott das Frühere undUrsprüngliche war, zeigt uns der ganz paralleleFall des Faunus, wo der uralte Gott, nachdemer seinen Platz als König in der Königslistebekommen hatte, später als vergöttlichter Herosaufgefafst wurde (vgl. Wissoiva Bd. 1 Sp. 1454,36 ff). In der graecisierenden Legende spieltder alte König Picus eine Rolle. Er galt alsgrofser Weissager {Augustin. C. D. 18,15: prae-clarum augurem ; Serv. A. 7, 190: . . . augurfuit et domi habuit picum per quem futura no-scebat; vgl. Fest. p. 246), Krieger {Augustin

Pielos 2496

a. a. 0.: praeclarum . . . belligeratorem) undPferdezüchter {Verg. A. 7, 189: ecum domitor ;Ovid . Met. 14, 321 utilium bello studiosus equo-rum)·, Vergil {A. 7, 170194) beschreibt seinenPalast, und Iuvenal (8, 131) gebraucht seinenNamen, um den uralten Adel zu bezeichnen.Um das Verhältnis des Königs Picus und despicus Martius aufzuklären, bediente man sichdes alten Mittels der Metamorphose: seineGemahlin, die Circe , habe die Verwandlungvollzogen {Verg. A. 7, 189; Flut. Q. R. 21, vgl.Val. Flac. 7, 232 und Sil. Ital. 8, 439ff). Umaber diese That der Circe zu motivieren, liefsenandre die Pomona (s. d.) seine Gemahlin sein, dieer der Circe vorgezogen habe {Serv. A, 7, 190:postea Circe cum eum amaret et sperneretur,irata eum in avem, picum Martium, convertit. ..).Noch eine Variante hat Ovid {Met. 14, 312 ff.),wo die Nymphe Canens, Tochter des Ianus{Ianigenam . . . Canentem v. 381), die Stelleder Pomona vertritt. Diese Version wird wohleine Erfindung des Ovid sein, dem es auf eineEcho-Sage ankam, indem ihm das Gegebene einlocus canens war. Endlich ist noch zu erwähnen,dafs der phantastische Annalist Valerius Antias Picus und dessen Sohn Faunus in Verbindungmit dem Iuppiter Elicius gebracht hat {Arnob.5,1, der den Valerius nennt; OvidF. 3, 285348;Flut, Numa 16 die beiden letzteren ohneAngabe des Gewährsmannes). Durch eine Tustfängt Numa die Walddämonen Picus undFaunus, um mit ihrer Hilfe den Iuppiter herbei-zurufen (vgl. Aust Bd. 2 Sp. 657, 3 ff). DieErwähnung des Picus wie die des Faunus(vgl. Wissowa Bd. 1 Sp. 1456, 22 ff.) ist viel-leicht eine Anspielung auf die diesen Götternals Alpdämonen {Roscher, Ephialtes 86) zu-geschriebenen prophetischen Gaben mehrdarf man aus der Geschichte nicht sichliefsen.

Vgl. Hartung, Relig. d, Römer 2, 173 ff;Schwegler R, Cr. 1, 214ff. 231 ff.; Preller R. M. s

I, 375 ff. Wissowa, Rel, u. Kultus d. Rom .165. 174. [Über die Verknüpfung (des Picusmit der assyrischen Urgeschichte, wonach Picusbald als Bruder des Ninos {Diodor. 6, 5), oderals Ninos selbst {Exc. lat. barb. tab. 20 b ff.37) und erster assyrischer König (^xloyatiatoQiätv bei Gramer, An. Faris. 2, 257, 33)erscheint, vgl. C. Trieber, Hermes 27 (1892),340. Höfer.] [Carter.]

Pidaseus s. Pedanasseus.

Pidasos {HiSaeog), Flufsgott auf Münzenvon Hyrkanis in Lydien , Head, Hist. mim.550. Catal. of the greek eoins of Lydia, Introd.LXV. Imhoof-Blumer, Lyd. Stadtmünzen 83 ff.Der Name klingt an an das Gebirge Pindasos,Thraemer, Pergamos 353. 365. [Höfer.]

Pidytes {IhSvtrig), ein Bundesgenosse derTroer aus Perkote in Mysien , fällt durch Ody sseus,

II. 6, 30. Tzetz. Hom. 116. Fick-Bechtel, Diegriech. Personennamen 422. [Stoll.]

Pielos {nislog), Sohn des Neoptolemos, vonAndromache ihm in Epirus geboren, Bruderdes Molossos und Pergamos, Paus. 1, 11, 1.Bei Justin. 17, 3 heifst er Piales und ist Stamm-vater der epirotischen Aiakiden, der Pyrrhiden.Bei Hyg. f. 123 ist für Amphialus wahrschein-lich zu schreiben Pialus oder Pielus, Preller,

io

20

30

40

50

60