Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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2767-2768
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ihrem Bachen den zweiten Laokoontiden ge-packt hielt, dem die von rechts herbeieilende.Mutter ('dafs dem Vater voraus die Mutter zumSchutze ihrer Kinder herbeieilt, ist eine vortreff-liche Erfindung und ein Beweis für die vorzüg-liche Bedeutung der Quelle, auf die das Vasen-bild zurückgeht, Engelmann a. a. 0. 23), die inden erhobenen Händen wohl eine Waffe schwang,Bettung zu bringen sucht; mit grofser Wahr-scheinlichkeit ist anzunehmen, dafs hinter derMutter auch der Vater Laokoon gleichfalls zurHilfe herbeieilend dargestellt war. DieKrage, ob bei Sophokles Laokoon mit seinenSöhnen zusammen umkam, bejaht Engelmanna. a. 0. 28 gegen Robert, Bild und Lied 209,und läfst ebenso die rhodischen Künstler (überdie Künstlerinschriften vgl. aul'ser C. Robert,Pauly-Wissowa 2, 2046 f. [unter Athenodoros]und der dort verzeichneten Litteratur nochIV. Fröh'ner a. a. 0. 65 ff. Blinkenberg undKinch, Oversicht over det kongelige Danskecidenskabernes selskabs forhandlinger 1905, 77 ff.;vgl. auch Arch. Anz. 195, 57. 119) die An-regung zu ihrer Gruppe der Tragödie des Sopho-kles entnommen haben. Die Annahme RobertsBild und IÄed 5, 2. 192. Archäol. Märchen143, 1), dafs keine bildliche Darstellung derLaokoonsage, abgesehen etwa von der Gruppe,älter als die Schilderung Vergils sei, der dieLaokoonsage erst populär gemacht habe, er-fährt durch unser Vasenbild nun eine Ein-schränkung.

Von weiteren Publikationen, die überLaokoondarstellungen nach Erscheinen desArt. Laokoon in diesem Lexikon von Interessesind, seien hervorgehoben die von R. Foerster ,Arch, Jahrb. 6 (1891), 177ff. (Laokoondarstel-lungen auf Contorniaten; Nachweis der Unecht-heit des Wittmerschen und des Madrider Reliefs,ferner der einst in der Sammlung van Smetbefindlichen Bronze und der von Filippino Lippi angeblich nach einem antiken Wandbild nach-gebildeten Handzeichnung der Uffizien) undArch. Jahrb. 9 (1894), 43 ff. (1. Laokoon [?] allein2 Schlangen pressend auf einer Thonscherbeaus dem alten Coriniumin Britannien; 2.Gemme).Das (fingierte?) Bild bei Petronius ist nachEhwald, Philologus 54 (1895), 377 ff. nicht vonVergil abhängig, sondern geht auf ein mytholo-gisches Handbuch zurück. Eine Gemme mitDarstellung des Laokoon und seiner SöhneArch. Anz. 1899, 206.

Die Laokoonsage ist, wie Robert, Bild undLied 196; vgl. 194, 2. Gruppe, Gr. Myth. 689, 3mit Recht hervorheben, ursprünglich mit demUntergange Trojas nicht verbunden gewesen;in der ursprünglichen Form der Sage starben,wie anzunehmen ist, die Söhne zur Strafe fürdie Schuld ihrer Eltern (Bd. 2 Sp. 1834). Warumaber hat man die Sage in Verbindung mit derlliupersis gebracht? Ich glaube, es läfst sichwahrscheinlich machen, dafs der Dichter, derzuerst diesen Zusammenhang herstelite, zuerstauch derjenige war, der nicht nur die Lao-koontiden, sondern auch den Laokoon selbstmit umkommen liefs. Diejenigen Stellen, diedas Schicksal Laokoons mit Trojas Untergangin Verbindung bringen, bezeichnen den Tod

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der Laokoontiden durch die Schlangen überdie Schlange als Sinnbild des Verderbens undder Verwüstung vgl. den Traum Hannibals beiCic. de div. 1, 24, 49. Liv. 21, 22 und J. Mähly,Die Schlange im Mythus u. Kultus der klassi-schen Völker 23. 42 als ein (für Aineias be-stimmtes warnendes) Vorzeichen (βημεϊον) vonTrojas Untergang: γινομένων περί τονς Λαοχο-ωντίδας βημείων ( Sophokles bei Dion. Hai.1, 48) βημεϊον της Ίλιον άλάβεως, Schol.vet. und Poraphr. vet. Lykophr. Alex. 347Απόλλων βημεϊον έπιπέμπει, Apoll. Epit. 5, 18

signum periturae civitatis, Serv. Aen. 2, 201

vgl. τέρας, Proklos. Nun gab es aber nochein anderes Vorzeichen (βημιίον) von TroiasUntergang, bei dem gleichfalls eine Schlangeeine Rolle spielte: Bei dem Opfer der Griechen

auch die Troianer waren τραπέντις επί&vßiav, als die Schlangen erschienen, Apollod.Epit. 5, 17 vor ihrer Abfahrt nach Auliserscheint plötzlich (νπαΐζας, Hom. II. 2, 310)δράκοντες έπιφανέντις in der Laokoonsage,Proklos ein δράκων, der acht Sperlingesamt der Mutter auffrifst (χατήβ&ιε, 11. 2, 314.χαταναλώαας Apollod. Epit. 3, 15; vgl. Ov.Met. 12, 15 ff.) denselben Ausdruck κατεβ-&ίειν gebraucht Apollod. 5, 18: δράκοντες .,.τονς Λαοχόωντος νίονς κατεβίΐίονοιν. Homer(11. 2, 324) nennt diesen Vorgang ein ripas,wie A.rktinos(1) bei Proklos den Untergang desLaökoons und seines Sohnes als τέρας be-zeichnet. Apollodoros (Epit. 3, 15), dessenQuelle nach R. Wagner , Epitoma Vat. 186 ff.die Kyprien sind, berichtet: Κάλχας δε ειπώνκατά Αώς βουλήν γεγονέναι αντοϊς το οημείοντοΰτο, τεκμηράμενος έκ των γεγονότων£φη δεκαετεί χρόνω δεΐν Τροίαν αλ&ναι.Damit vergleiche man die obigen (Zeile 6 ff.)Stellen über den als βημεϊον gedeuteten Todder Laokoontiden, von denen besonders dieauf Sophokles zurückgehende Stelle des DionysHai. a. a. 0.: (Aineias verläfst Troja) άπό τωννεωατϊ γενομένων περί τονς Ααοκοωντίδαςβημείων τον μέλλοντα üirffpOK ßvv τεκμη-ράμενος eine _ nicht nur inhaltliche, sondernauch wörtliche Übereinstimmung oiit dem Textedes Apollodoros bietet. Mag dieser letzte Um-stand vielleicht auch nur Zufall sein, so liegtdoch die Möglichkeit, ja Wahrscheinlichkeitnahe, dafs der Vorgang in Aulis die Handhabebot, den Untergang der Laokoontiden durchSchlangen mit dem Schicksal Troias zu ver-knüpfen: In Aulis zu einer Zeit, wo TroiasUntergang noch in weiter Ferne liegt, wirddieser durch das, ich möchte sagen harmloseOpfer von acht Sperlingen und ihrer Mutterangekündigt. Wollte man unmittelbar vor derKatastrophe noch ein zweites symbolisches An-zeichen für das nun kommende Blutbad ein-führen, was lag da näher, als dafür den inder Sage schon gegebenen, bis dahin nuranders motivierten Tod der Söhne des Laokoonzu benutzen, und in Verfolgung der Parallele,wie dort die Vogelmutter, so nun auch hierden Vater mit sterben zu lassen? Ist die Ver-mutung richtig, so ergiebt sich, dafs auch herSophokles , nach dem der Untergang der Lao-koontiden für Aineias ein βημεϊον war, der

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