2777 Poros
ουδεν έρχεται) : Die Hippokoontiden fandenihren Tod, wie es die Aiaa (= Μοίρα) be-stimmt hatte; Werkzeuge dieser Schicksals-macht aber waren der Dioskuren 'Consilium etVirtus’. Nehmen wir nur zwei Gottheiten an,Αΐσα und Πόρος, so ist letzteres wohl nicht aufdie Dioskuren zu beziehen, sondern mit Blafs,Hermes 13, 18 als 'Allmacht der Gottheit’ zudeuten. Was schliefslicb die merkwürdigeNotiz des Scholions anlangt, so vermute ich, ]dafs eine Gleichsetzung des Poros und deshesiodeischen Chaos nicht inhaltlichvorliegt, sondern die Bezeichnung des Poros alsältester der Götter mag, da nach Hesiod .Theog. 116: πρώτιστα Χάος γένετ’ (vgl.Ακονσίλαος Χάος ... νποτί&εσ&αι .,. άοκεϊτην πρώτην αρχήν, Damascius , De princ. p.383Kopp), Chaos also die erste und folglich auchdie älteste 'Gottheit’ war, der Grund zu dieserIdentifikation gewesen sein. — NachtragsZuletzt hat Th. Zielinski im Archiv f. Beli-gionswiss. 9 (1906), 43 ff. über Poros bei Alk-man gehandelt, der in der Hauptsache auf die(wie es scheint, ihm unbekannt gebliebene)Ansicht von Bergk (s. oben) zurückkommt, dafsbei Alk man von Eros die Rede gewesen sei,andererseits sich auch mit Ahrens (s. oben) in-sofern berührt, als er den Platonischen Porosauf den Poros bei Alkman zurückführt. Zie-linski schreibt: κράτησε χ]άρ Αΐσα πάντων [χώ 3·Πάρω], schreibt weiterhin wie Diels (s. oben)άλκά, nicht Αλκά und erklärt: Aisa und Eros ,der Sohn des Poros haben über dem Loseder Hippokoontiden gewaltet; er verweist aufdie von ihm weit zurückdatierte Hermetik spez.auf die Κόρη κόσμον, in der [Stob. Eclog. 1,41, 44 p. 956 Heeren — Meineke 1, 290, 17;Gott zu den Seelen vor ihrer ' Einkörperung ’sagt: ’Έρως υμών, ιρνχαί, δεσπόσει καί Ανάγκη,was genau dasselbe ausdrticke wie die Stelle 4bei Alkman . Auch in den folgenden Worten:'keiner der Sterblichen versuche um Aphroditezu freien’ nehme Alkman auf den Eros Bezug .Die Notiz des Alkmanscholiasten erkläre sichaus der zwar noch nicht von Hesiod , aber vonSpäteren angenommenen Genealogie, dafs Eros ein Sohn des Chaos sei, Chaos also sei demgleichfalls als Vater des Eros genannten Porosparallel (so übrigens auch schon Bergk fs. ob.]).Wenn wir auch wirklich annehmen dürfen, dafs ßischon zuAlkmans Zeit Poros als Vater des Erosso bekannt war, dafs man unter dem Sohnedes Poros ohne weiteres den Eros verstehenkonnte, so bietet doch die von Zielinski heran-gezogene Stelle aus der Κόρη κόσμον nichtszur Erklärung unserer Stelle. Denn dort wirdvon dem gesamten Mensehengeschlechte ge-sprochen, dessen beständige Gebieter und Herren’Έρως und Ανάγκη sein sollen, ähnlich wieHerder in der bekannten Parabel dem Men- 6isehen die Sorge als Lebensführerin mitgiebt.Aber bei Alkman mufs, wenn neben Alaa wirk-lich Eros genannt war, dieser in das Schicksalder Hippokoontiden mit einer für diese ver-derblichen Rolle eingegriffen haben. Und inder That weisen noch zwei Spuren darauf hin,dafs Eros der Anstifter des Kampfes zwischenden Dioskuren und den Hippokoontiden war:
Porphyrion 2778
Theseus, berichtet Plutarch (The s. 31), habeHelena nicht geraubt, sondern Tyndareos habesie seinem Schutze anvertraut, indem er ge-fürchtet hahe Έναρβφόρον τον 'Ιπποκόωντοςhi νηπίαν ονσαν ßi αζόμενον τήνΈλενην λαβείν.Dieser versuchte, ursprünglich wohl auch wirk-lich ausgeführte Raub der Helena durch einender Hippokoontiden (vgl. Kaibel a. a. 0.) oderder Umstand, dafs die Hippokoontiden diei Nebenbuhler der Dioskuren waren (αντιμνηστή-ρες των Αιοβκονρων, wie sie Euphorien fr. 22 b[Meineke S.58] im Schol.Clem. Alex.Protr. p. 108doch wohl nach alter Quelle nannte), war dieUrsache zu dem für die Söhne des Hippokoonverhängnisvollen Kampfe: in beiden Fällen hatdann die Nennung des Eros Berechtigung. Undauch der Zusammenhang fügt sich dem: Αΐσαund "Ερως bezwangen des Hippokoons Söhne;nicht versuche das schwache Menschenge-schlecht, was ihm versagt ist, und begehre nichtunerlaubte Liebe zu erjagen. — Inwieweitschlielslich die von Zielinski a. a. 0. 47 im Ver-folg seiner Annahme einer altarkadischen her-metischen Kosmogonie, in der die ursprünglichmythischen Namen durch allegorische ersetztworden seien, aufgestellte Gleichsetzung Poros= Phoroneus Berechtigung hat, wage ich nichtzu entscheiden. [Höfer.]
Porpax (Πάρπαξ), Flufsgott in Sizilien , vonden Egestäern ίν είδει άνδρός verehrt, Ael. v.h. 2, 33. [Höfer.]
Porphyreon (Πορψνρέων), Sohn des Athamasund seiner zweiten Gemahlin, der Themisto,Nonn. 9, 317; sonst heifst er mit gleichbedeu-tendem Namen Erythrios (s. d.) oder Erythres,B. Koehler, Die Dionysialca des Nonnos 20.v. Wilamowitz , Hermes 26 (1891), 204, 1.
[Höfer.]
Porpliyria ( Πορφνρία ), Beiname der Aphro-dite 'zu Tyros , dem alten Sitz der Purpur-bereitung, wie sie zu Rom als Purpurissa (Serv.ad Verg. Aen. 1 , 720) von den Sarrani einge-führt war’, Usener, Legenden der heil. Pelagia 22.
[Höfer.]
Porphyrion {Πορψνρίων), 1) einer der Vor-kämpfer der Giganten, ihr König nach Pind.Pyth. 8, 12. 17; Typhös und er wurden ob ihresÜbermutes durch Blitzstrahl und ApollonsGeschosse bezwungen, ebd. Gegen ihn (Πορ-ψ\ν]ρίων) schwingt Zeus , lorbeerbekränzt undmit Herrscherstab, den Blitz auf der rf. Trink-schale des Erginos und Aristophanes in Berlin (Furtw&ngler, Beschr. der Vasensamml. im Anti-quar. 2, 709 ff. Nr. 2531); er deckt sich da-gegen, nackt und bärtig, im Helm und Wehr-gehenk, zurückweichend mit dem Rundschild,der eine Schlange als Zeichen führt, und er-hebt einen Stein gegen den Gott; über dieGruppen der Schale s. oben Bd. 1 Sp. 1655.Gegner des Zeus ist P. auch bei Aristophanes ,Vög. 1251 f. vgl. 553; man erkennt ihn ebensoin der Zeusgruppe der Gigantomachie des Altarsvon Pergamon , wo er schlangenfüfsig und spitz-ohrig in Rückenansicht als mächtiger Wider-sacher die fellumwickelte Linke zur Abwehrdes drohenden Blitzes und des Adlers entgegen-streckt, während er mit der Rechten wohl einFelsstück schwang, Apollodor 1, 35 nennt P.