Portheus
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an erster Stelle, als den gewaltigsten Gigantenmit Alkyoneus . Nachdem zuerst Alkyoneusvon Herakles bezwungen ist, stürzt sich P. auiihn und Hera . Auch er wird besiegt, indemihn Zeus in wilder Leidenschaft zu der Göttinentbrennen läfst; während er ihr die Gewänderherunterreifet, um sie zu vergewaltigen, trifftihn der Blitzstrahl, und Herakles tötet ihnmit dem Pfeile, Apollod. 1, 36. Mit dieserLiebesbrunst des P. wird Zusammenhängen,dafs der Scholiast zu Aristoph, Vög. 1252 alsseine Bezwingerin Aphrodite nennt; ebensoSchol. zu Vög. 553. In freier dichterischerGruppierung erscheint minaci Porphyrion. statukämpfend bei Horaz , Carm. 3, 4, 54. Als be-sondrer Gegner Apollons , wie bei Pindar a. a. 0.,tritt P. wiederum bei Glaudian auf. Gigantom.34f. ruft Tellus vor dem Kampfe: le Delphicalaurus Stringet, Porphyrion, Cirrhaeaque templatenebis; und wo das fragmentarische Gedicht 2abbricht, wirft sich P. ins Meer, um Delos los-zureifsen und gen Himmel zu schleudern, dasdann imploral Paeana suum (114 ff.). BeiNonnos, der dem Dionysos den Hauptanteilan der Niederwerfung der Giganten zuschreibt,kämpft dieser Gott auch gegen P.: IIoQtpvQuovigayrjiiovu r.iaabv Idllcav, Dionysiak. 25, 89;Hebe war dem Giganten als Siegespreis zuge-dacht, ebd. 48, 20 (wo Wieseler fälschlich "Hppvlesen wollte). — Naevius im Bellum Punicum ilatinisierte den Namen, wo er von einer pla-stischen Darstellung (wohl auf einem Schildeder bicorpores Gigantes sprach: Runcus atquePurpureus, ft Mi Terras ( Priscian. (5, 198 K.).— 2) Lokalsagen weisen auf die ursprünglicheHeimat des Giganten P. Neben andern Gegen-den gilt der attische Demos Pallene als Schau-platz der Gigantomachie (s. ob. Bd. 1, Sp. 1050;Preller-Robert, Griech. Myth . I 4 , 70. 70). Esist der benachbarte Demos Athmonon, wo 4in der Urzeit P., 'der noch vor Aktaios Königwar’, ein Heiligtum der Aphrodite Uraniagründete, Paus. 1, 14, 7. Ygl. Wachsmuth, DieStadt Athen im Altertum 1, 413 f.; v.Wilamoivitz,Aus Kydathen S. 134; M. Mayer, Die Giganten,und Titanen S. 148 f. 182 ff. So erscheint P.hier als Landeskönig, wie der Gigant Pallasim attischen Pallene. — 3) Weiter führt derName zu den Athamanen — ’A&govov stehtsichtlich mit Ji&dyas in etymologischem Zu- 5sammenliang —, denn es ist P. ein Bruder oderSohn des Athamas. Die drei Brüder Athamas,Olmos und P. gründen Olmos am Helikon,Schol. II. 2, 511. Als Sohn des Athamas undder Themisto, dessen dritter Gemahlin, be-zeichnet den P. Nonnos, Dionys . 9, 317; ihnund seinen Zwillingsbruder Ptoos tötet dieMutter, indem sie die Kinder der Ino zu tötenmeint. Sohn des Sisyphos ist P. wie Athamasund Olmos nach Schol. II. 2, 511: Steph, Byz. 6s. ’Aqjvvviov, derselbe Yater wird ihm zuge-schrieben Schol. R. 2, 499; Schol. Apoll. Rhoä.
3, 1094 (Bruder Almos); der Scholiast zur Iliasa. a. 0. erwähnt seine Tochter Erythra alsEponymos des boeotischen und ionischen Ery-thrai. S. E. Maafs, Parerga Attica im Ind.schol. Gryphiswald. für 1889/90 S. Yllf.
E. Curtius erklärte den Sisvphossohn P. als
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'Purpurmann’ und brachte den Namen in Ver-bindung mit phoenikisehen Ansiedlungen amIsthmos, ähnlich den attischen König P. (Deportubus Athenarum S. 19 f.; Peloponneses 2,517). Wieseler vermutete 'Identität mit demargivischen Perseus -Eurymedon’ (Ersch undGrübers Encyklopädie unter 'Giganten’ S. 169.172). Ferner deutete man den Namen vomStandpunkt physikalischer Erklärung des Gi-gantenmythus auf loderndes Feuer ( Preller,Gr. Myth, l s , 58), 'die Gärung und Mischung’vulkanischer Massen ( Welcher , Götterlehre 1,791 f.), 'das rote Blitzungetüm’ (TU. Schwarte,Die altgriech. Schlangengottheiten, Progr. Berl.1858 S. 34), 'Gewittersturm’ ( Roscher, Die Gor-gonen S. 36, 75). Den Zusammenhang mit denTitanen betonend wagte M. Mayer a. a. 0.S. 149 die Etymologie von Πορ-φυρίων als'Feuerbringer’. [J. llberg.]
Porrima s. Indigitamenta.
Porthanidas (Ποοΐι-ανίδας; , nicht, wie imPapyrus korrigiert ist, Πορϋ-αονίδας, gebildetvon Πορ&άν, Hcroäian 1. 13, 32 Lentz (vgl.Αλκμάν, Πάν u. s.w.) = Meleagros (s. d.) alsEnkel des Porthaon (s. d.), Bakchyl. 5, 70. Wila-mowitz , Gott . Gel. Anz. 1898, 130. S. Porthao-nidai. [Höfer.]
Porthan (Πορ&άν) s. Porthaon.
Porthaon (Πορ&άων), 1) S. des Agenor undder Epikaste, König zu Pieuron und Kalydon,zeugte mit Euryte den Oineus (Paus. 4, 35, 1),Agrios (Hyg. fab. 175), Alkathoos (Paus. 6, 20,17. 21, 10), Melas, Leukopeus und die Sterope(Schol. Odyss. 12, 39), Apollod. 1, 7, 7; 10; vgl.Stroh. 10, 3, 1. 6 (Agrios, Melas, Oineus Πορ-&ctovidcu); Schol. Eur. Phoen. 133. Als Tochterdes P. nennt Dia, die Mutter des Thersites,Schol. II. 2, 212; Agrios ist ebd. ihr Gemahl.
Die Namensform Parthaon besonders beirömischen Schriftstellern, s. Ovid, Met . 8, 542.9, 12; Stat. Theb. 1, 670. 2, 726; Hyg. fab. 175;Myth, Vat. 1, 58. 14.6. 204. 2, 144. 165. S. Heynezu Apollod. 1 , 7, 7; Bergk, Kl. philol. Sehr. 1 , 149.
Bei Homer heifst der König von Pleuronund Kalydon Portheus (II. 14, 115), ebensobei Anton. Liber. 2 ( Nikandros ), der ihn Sohndes Ares nennt (wie Mythogr. Vat. 1, 204 denPorthaon; dieser ist Enkel des Ares nach Schol.Eur. Phoen, 1331 Martia Pleuron Stat. Theb.2, 727.
2) P. (Παρ&άων), S. des Periphetes, Vaterdes Aristas, Paus. 8, 24, 1. [J. llberg.]
Porthaouidai (Πορ&αονίδαι), die Söhne desPorthaon: Agrios, Melas, Oineus ''vgl. zu diesenUsener, Rhein . Mus. 53 [1898], 375. 58 [1903],7, 3. 329. Sitzungsber. d, phil.-hist. Kl. d. kais.Akad. d. Wiss. in Wien 137 [1898], 3, 45),Strabo 10, 403. 465. Auch hei Hesych. Πορ-Ίϊόμι,ν' γένος ετηφανες denkt Schmidt an IJon-ffao νίδαι, Vgl. Porthanidas. [Höfer.]
Portheiis (Πορ9ινς) 1) Vater des Echion,eines der Griechen vor Troia, der als ersteraus dem hölzernen Pferd sprang, aber sich da-bei zu Tode fiel, Apollod. Epit. 5, 20. — 2)einer der Söhne des Lykaon, Apollod. 3, 8, 1.— 3) Πορ&εν s sowie Πορ&άων, die beide wohlauf ein ursprüngliches Πόρ&ος hinweisen ( Usener,Götternamen 15f.; vgl. Fick-Bechtel, Die Griech.