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tität von Portunus und Tiberinus geschlossenund die Feier der Portunalia nach dem Tiber-hafen von Ostia verlegt hat, so ist man ihmdarin mit Hecht nicht gefolgt (Jordan zu Preller,Rom . M-ythol. II 3 S. 133 Anm. 1. W. War deFowler, The Roman Festivals S. 202 f. M. Besnier ,L’ile Tiberine dans l’antiquite S. 309 ff.), denndiese Hypothese entbehrt der inneren Begrün-dung und ist mit der präzisen Ausdrucksweiseder alten Kalendarien unvereinbar. Dagegenist sehr einleuchtend die Kombination vonA. von Domaszewski (Jahreshefte des ö’sterr.archäol. Instituts II 189!) S. 182 f.), der in einemder .Reliefs vom Trajansbogen in Benevent eineauf dem römischen Forum boarium spielendeScene erkennt und unter den diese Lokalitätcharakterisierenden Gottheiten (neben Herkulesund Apollo) die durch Anker und Schlüsselgekennzeichnete sitzende Jünglingsgestalt alsPortunus deutet.
In der Zeit, in der man bemüht war, sichdie eigenen Götter durch die Vergleichung mitwirklichen oder vermeintlichen Parallelbil-dungen der griechischen Mythologie verständ-licher zu machen, setzte man den HafengottPortunus mit dem νεών φνίαξ, (Eurip. Iph.Taxer. 270) Palaimon und somit weiterhin mitMelikertes gleich, während im gleichen Sinnedie benachbarte Mater Matuta als römischeUmsetzung der Leukothea-Ino aufgefafst wurde(s. über Mater Matuta oben Bd. II Sp. 2404,über Palaimon Bd. III Sp. 1255ff. und aufser-dem Usenet' , Sintflulhsagen S. 150 f. und E.Maafs, Griechen und Semiten auf dem Isthmusvon Korinth, Berlin 1903). Vergil deutet dieGleichsetzung Portunus-Palaimon nur verstecktan, indem er Aen. ö, 240f. von KereidumPhorcique chorus Panopeaque virgo et pateripse . . . Portunus redet, an der Parallelstelle5, 823ff. aber von senior Glauci chorus Ino-usque Palaemon Tritonesqne citi Phorciqueexercitus omnis . . . Thetis et Melite Pano-peaque virgo u. s. w. Ausführlich erzählt Ovid .fast. 6, 4«lff. die Ankunft der flüchtigen Ino mit dem Knaben Melikertes am Tiberufer beimForum boarium und die Prophezeiung derCarmentis, dafs dieses Paar als Leukothea undPalaimon bei den Griechen, als Mater Matuta und Portunus hei den Römern göttliche Ver-ehrung finden werde (von Maafs a. a. O. S. 128ff.sonderbarer Weise so mifsverstanden, als werdedadurch ein römischer Kult des griechischenPalaimon neben dem des Portunus oder andessen Stelle bezeugt). Die Erzählung Ovidsist die Quelle für alle späteren Berichte ge-wesen ( Hygin. fab. 2. Serv. Prob. Brev. Expos.und Schol. Bern , zu Verg. Georg. 1 , 437. Serv.und Schol. Veron. zu Verg. Aen. 5, 241.Mythogr. Vat. 2, 79. Lact. inst. div. 1, 21, 23)und hat die Gleichung Portunus-Palaimon zurallgemeinen Anerkennung gebracht (s. nament-lich die Glossen Paul. p. 243 Portunus, qui etPalaemon, a Romanis inter deos colebatur. Corp.gloss. lat. II 154, 13 Portunus Παλαίμων δαίμωνfraldaaiog. II 392, 31. III 107, 48. 236, 50 Πα-λαίμων Portunus, vgl. auch III 290, 47). Sieerscheint auch in der Dichtung, so bei Auson.ecl. 21 , 3 (p. 103 Peip.) Isthmia Portuno bimari
dicat alta Corintho, namentlich in der vonVergil (s. oben) vorgebildeten Schilderung desFestzuges der Meergötter bei Apul. apol. 3.1p. 37, 21 Helm: Keptuuus cum Salacia et Por-tuno et omni choro Kereidum. Tn gleicherSituation nennt Apuleius me,tam. 4, 31 Eereifiliae chorum canentes et Portunus caerulisbarbis hispidus et gravis piscoso sinu Salaciaet auriga parvulus Delphini Palaemon: wenner hier Portunus als bärtigen Mann von demdelphinreitenden Knaben Palaimon unter-scheidet, so mufs er bei ersterem an Glaukosoder (wegen Salacia - Amphitrite besser) anPoseidon selbst gedacht haben; letztere Gleich-setzung liegt sicher vor bei Mart. Cap. 5, 425v. 15 Portuni trifidam suspirans flagitat hastam;denn obwohl auch Palaimon gelegentlich aufDenkmälern den Dreizack führt ( Antike Denk-mäler d. arch. Instit. I 7, 26), so läfst dochhier die Zusammenstellung mit Apollon, Hera-kles, Ares, Kronos und Zeus allein die Dorr-tung auf Poseidon zu. [Wissowa.]
Portus, Personifikation von Häfen, s. Lokal-personifikationen Bd. 2 Sp. 2130, 59 if. [Höfer.jPoseidiin s. Poseidon .
Poseidon, Ποαειδάων bei Homer , jedoch imCod. Venet. und meistens im Palimps. Syr. Ποαι-δάων (La Roche, Homer . Forsch. 345), Ποαιδηιονalaog II. 2, 500. Od. 6 , 266; ΓΙοαειδάων auchin Hesiod . Op. 667, dagegen Ποαειδων, besserΠοαειδέω v Hes. Theog. 732. Andre ionischeFormen: Ποαιδέων, Ποβίδης, Ποαείδης; in allenionischen Kalendern das Fest Ποσίδει a undder Monat Ποαιδέων (Preller, Gr. ΜΑ 1 , 567Anm. 6), attisch Ποαειδων. Daran schliefstsich das äolische Ποαιίδαν aus ΠοαειδάΤωνFragm. Alkaios 26 (Ährens im Philologus 23,22. Meister, Griech, Dial, 1, 123ff.). — Dochälter sind die äolisch-dorischen Formen, diedie von der homerisch-ionischen Sprache be-reits in -ai verwandelte indogermanische Laut-verbindung -τι im Inlaut noch bewahrt haben(Brugmann, Grundr. d. vergleich. Grammatik1, 363): thessal. Ποτείδονν Koseform aus Πο-τειδάΤων (O. Hoff mann, die griech, Diul. 2,296. 505.552.581), böot. Ποτιδάων, Ποτειδάων ,dor. Ποτιδάν, Ποτιδ&ς, Ποτειδάν, in zahlreichenInschriften aus Korinth τω ΙΙοτειδάνι (Roehl, I.G.A. nr. 20. JournalofHetlenicStudiesiS, 1892/3,16), daher die Städtenamen Potidania und Po-tidaia; äol. oder vielmehr auch böot. Ποτίδαν(Meister 1, 124. 240), aber auch Ποαιδ&ν inMantinea , Ποαειδάν auf Melos und Karpathos(Preller, G. M. 4 1, 507 Anm.), auf Kreta inLato Ποαειδάν, C. I. G. 2554, 179, in LetenaΙΙοτειδάων, Mus. ital, 3, 727. Den durchgehen-den Unterschied der beiden Dialektgruppenbestätigen der Attiker, der νή τον Ώοαειδώ,und der Megareer, der val τον Ποτειδάν be-teuert (Aristoph. Acharn. 560. 798. Ritter366 u. öfter). — Eine dritte Hauptform istdie arkadische: tegeat. ΤΙοαοιδ&νος, vgl. mantin.Ποβοιδαία (Cauer, Del.' 1 4+9), die die Spar-taner bei der Übernahme des Poseidonknltesam Tänaron in 1ΙοοΙδάν(ι ) verwandelten, C. I. G.1335. Hoffmann 1, 179, vgl. lakon. Ποοΐδαια(Cauer, Del. 1 17. 19). — Prelhvitz (Bezzenberger,Beitr. 9, 328 ff.) führt die drei Formen Ποαειδ-
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