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auch Theseus , Aigeus’ Sohn, für eine Hy-postase des Poseidon, der neben Apollon Del-phinioe oder Kerkyaneus stand. Wulff a. a. 0.138 sieht in Th. einen thessalischen Sturm-und Gewittergott, der heroisiert nach Marathonkam, wo sein Vater Aigeus , und nach Trözen,wo sein Vater Poseidon hiefs. Von diesenbeiden Punkten aus sei er dann in Athen an-gesiedelt.
Durch ihre Hamen oder ihre nicht blofspelagischen, sondern auch meteorischen Eigen-schaften oder ihre später ersonnene Verwandt-schaft und ihre feindlichen oder freundschaft-lichen Beziehungen zu Poseidon verraten sichdiese Dämonen und Heroen als unvollkommene,wenn auch teilweise sehr ausgeschmückte Proto-typen des stürmischen Meergottes.
Diesen innerlichen Zusammenhang legt amoffensten Aigaion-Briareos (s. d.) blofs. Ergehört zu den drei Hekatoneheiren (s. d. u. vgl.M. Mayer, Die Giganten u. Titanen S. 120 tf.),welche Hesiod Theog. 147 ff. den drei Kyklopenals ähnlich, aber nicht gleich geartete Brüder-schaft beiordnet. Waren die Kyklopen schonihren drei Einzelnamen nach unverkennbareGewitterriesen, so wurden die Hekatoneheirenbereits von den Alten (Schol. 'Theogon. 139.Suidas u. Et. M. s. v. Tritopatores; vgl. Lobeck,Aglaopham. 753ff.), und von G.J.Vossius, Theo-logia gentilis IIIc. 2 u. Welcher, G. G. 3, 71 ff.als Winddämonen erkannt, vgl. Bolide, PsycheS. 227. '01 öl· f ivfhxol’, heifst es, ’Βριάρεω
τον χειμώνα xalovct (Joh. Lyä. d. mens. IVp. 58). Daher ihre Namen: Αιγαίων von έπείγωdränge, treibe, αίγίς Sturm ( Gurtius, GrI S. 180)und Κόττος von χόττειν τνπτειν Hesych., wo-mit man den χειμωνοτνπος Χαϊλαψ, Aeschyl.Suppl. 35, und den das Gebirge mit dem Drei-zack schlagenden Aiolos, Quint. Sm. 14, 478,vergleiche. Daher auch ihre Vielhändigkeit,die den von allen Seiten zugreifenden Sturm-dämonen ebenso gemäis ist, wie die anderswoan solchen hervorgehobene Starkhändigkeit(E. H. Meyer, Indog. Mythen 2, 460. 472; vgl.jedoch auch ob. Bd. 1, 142, 4ff. und Tümpel,Festschr. f. Overheck 164, 3). Andere deuten sieauf die zahllosen Arme des Meeres (M. Mayera. a. 0. 121), aber sie wird auch an den χει-ρογάστορερ oder γαστερόχειρες Kyklopen undzwar den bauenden hervorgehoben, die als be-wegende Naturkräfte wie Gewitter und SturmWolken und Steine türmen (31. Player a. a. 0.S. 125ff. Preller 3 1, 314). Als Sturmdämonensind sie ferner in den ältesten Darstellungen,11. 1, 397 ff. und Hesiods Theog. 718ff., gleichihren dem Zeus Donner und Blitz hilfreich dar-reichenden kyklopischen Brüdern, die Kampf-und Sturmgenossen des Kroniden und kämpfenals solche steinschleudernd vom Olympos, d. h.einem hohen oberweltlichen Raume herab, derihnen nicht mit 31. Player a. a. 0. S. 129. 213,weil er sie für Mächte der Erdtiefe hält, alsihnen ursprünglich nicht zukommend abge-sprochen werden darf. Allerdings heifst auchAigaion οειαίχ&ων, Philostr. V. Apoll. IV 6, je-doch durchaus im Einklang mit einer beliebtenVorstellung der Alten, nach der die nach über-grofser Hitze oder auch nach Regenüberflufs in
Erdspalten eingedrungenen Winde die Erdbebenverursachten (Prob. Vergil. Georg. 2, 478; vgl.Paus. 2, 12, 1. Ovid . 31. 15, 298 u. Anaximanderb. Ammian. Alarcellin. 17, 7, 12). So sind sieauch Hüter des Tartaroseinganges, wie dieWinde vor diesem besonders heftig toben (vgl.Hesiod . Theog. 734 mit 742) und unterweltlicheWesen mehrfach Namen tragen, die auf diewinterlichen Stürme hindeuten (Η. Ό. Plüller,Myth. d. griech. Stämme 2, 48. 151). Den Tar-taros bewachen nach Pherekydes die Harpyien(Rem, de Orphei, Epimenidis, Pherecydis theo-gonicis S. 88, VI), und am χάσμα der Eume-niden des Areopags, das man sich wohl biszum Tartaros erstreckt dachte, standen dieAltäre milderer Windwesen, des Hesychos undder Heudanemoi (s. d. u. vgl. v. Wilamowitz , AusKydathen 101). Aber nicht nur oben in derLuft und unten in der Erdtiefe, sondern auchauf dem Meer haust der Hekatoncheir. Mitseinem Haar, dem Gewölk, die Sonne verdun-kelnd, steigt Briareos aus dem Meer auf (Fonn.Hionys. 39, 287) und beherrscht namentlichvon Stideuböa, von Karystos *) aus, gewaltig dasägäische Meer (31. Player, Gig. 121ff. 210ff.),den ΑΙγαιον πόρον τρικνμίαιρ βρέμοντα Eurip.Troad. 83. Alle diese charakteristischen ZügeAigaions, die olympischen wie die chthonischenund pelagischen, kehren bei Poseidon wieder.Wie jener mit seinen beiden Brüdern in derälteren Titanomachie, ist dieser in der jüngerenGigantomachie, vor allen andern Kämpfernausgezeichnet als Steinschleuderer, der Bundes-genosse des olympischen Zeus . Nach hekaton-cheirischem Vorbild ist Poseidon σειαίχ&ωνund hütet die ehernen Pforten, des Tartaros,lies. Theog. 732. Wie Briareos ist er derχνανοχαίτηρ und hat er gerade in Südeuböanach der homerischen Angabe seinen ältestenWohnsitz, wo ihm auch die Γεραίστια am Vor-gebirge Geraistos gefeiert wurden, Schol. Pind.0. 13, 159. Ja schlieislich wird Aigaion nurein Name des Poseidon selber (Eurip. Alk. 592,vgl. 31. Player a. a. 0. S. 121. 211) und in derNebenform Aigeus , Wogenmann, (s. d.) ein Namedes Poseidon der heroischen Art. Dies Ver-hältnis Aigaions zu Poseidon verbürgen auchdie zahlreichen mythischen Beziehungen beiderzu einander. Denn die Dämonen des älterenGlaubens werden nicht über dem aus ihnenentwickelten edleren Gott vergessen, sondernhäufig in seine Söhne oder auch Freunde,Diener und Feinde verwandelt. In der Ilias1, 397 ff. ist Aigaion Poseidons Sohn, der, seinemVater an Stärke überlegen und von Thetis ζμHilfe gerufen, Zeus vor der Fesselung, mitwelcher Hera, Poseidon und Athena diesen be-drohten, bewahrte. In der Theog. 817 ist erPoseidons Schwiegersohn, der dessen TochterKymopoleia zur Gemahlin erhielt. Als Schieds-richter sprach er dem Helios die Burg, demPoseidon den Isthmus von Korinth zu, wurdeaber in einem Streit mit Poseidon von diesem
*) Er lebt fort in. dem neugriech. Drakos von Karysto,der die in der Nähe der Stadt liegenden alten Säulenvon der Höhe herabschleuderte und die Spuren seinerHände und Eftfse in den Felsen zurückliefs, v. Hahn >Griech. u. alban. Märchen 1, 39, vgl. Bursian^ Geogr. 2, 434
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