Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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2795-2796
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2795 ^Poseidon (Vorbilder)

am der Rhyndakosmündung unter einem Bergbegraben, Paus. 2, 1, 6. 4, 7. Eustath. 123, 34.Schol. Apoll. Rhod. 1, 1135. Nach all diesenMerkmalen ist der robe Aigaion nicht, wie M.Mayer a. a. 0. will, eine vergröberte Hypostase,sondern ein Prototypus Poseidons und zwareiner der wichtigsten. Doch ist mit diesemkeineswegs die Typenvorarbeit für Poseidon erschöpft, wie denn der Halios Geron unddessen lokale, oft unmerkbar in einander über-fliefsende Abarten, Nereus (s. d. Sp. 242),Glaukos, Triton die freundlicheren, minderungeheuerlichen Züge des Gottes vorweisen.Vornehmlich an der Ostküste von Byzanz bisnach Gythion herab und auf den Inseln desägäischen Meeres bekannt, wurden sie wenig-stens ausnahmsweise noch, wie es scheint, nachsemitischem Muster fischleibig dargestellt (s. o.und Overbeck, Griech. Kunstmyth. 3, 353. 403.Drefsler, Triton S. 0. 10. 15 ff. 18ff.), nie aberPoseidon. Auch unterscheidet das Greisen-alter den Geron von dem dunkellockigen Gotte,dem Kvavo%aixr\g, der durchweg i;n männ-licher Vollkraft oder sogar jugendlich inder Dichtung und Kunst auftritt (Overbecka. a. 0. 3, 218. 222 ff. 245). Endlich aber istdie Gabe der Weissagung, die jene Dämonenauszeichnet, dem P. nur ausnahmsweise undindirekt eigen (s. u.). Triton hat aufserdemdie Trompetenmuschel vor dem Munde (Drefslera. a. 0. 11. Philol. N. F. 2, 48. 501). Aberdieser, der Halios Geron und Nereus führendoch auch wiederholt gleich P. den Dreizack( Wieselet·, Fe düs tr identem gerentibus. 0.Müller, Handb. d. Archäol. § 402. Welcher,G. G. 1, (520. . Drefsler 1, 1. 2, 44; vgl. Vergil.Aen. 2, 418). Ein attischer Vasenmaler geselltden Halios Geron dem Poseidon zu, wie Geronauch im Poseidonhain zu Onchestos weilt,Hymn. hom. in Mercur. v. 187 ff., vgl. Furt -wängler, Abh. d. Perl. Äkad. 1879, 97. 99. Alsder Nymphe Thoosa Vater ist Phorkyn, Od.1, 72, als der der Amphitrite ist Nereus Po-seidons Schwiegervater, Theog. 254, 930. Einvon der jüngeren Tradition dem Nereus zu-geschriebener Sohn, Nerites, galt für einenLiebling der Aphrodite oder auch des Poseidon,Preller, G. MI 1, 558. Glaukos (s. d. nr. 7),der auch wieder bei den Gytheaten vertraulichGeron hiefs, Paus. 3, 21, 9, ist bald Poseidons Sohn bald wird er als Vater Bellerophons (s. d.)dem P. gleichgestellt. Glaukos Sohn hiefs amIsthmus Taga^imtog, der wieder in Olympianach glaubwürdiger Angabe ein blofser Bei-name des P. Hippios war, Pausan. 6, 20, 18.10, 37, 4; vgl. M. Mayer, Giganten 138.

Bald ist Syme Poseidons Gattin, Diod. 5,63, bald wird sie von Glaukos entführt, Athen . 7p. 296, und Skylla wird bald von Glaukos, baldVon Poseidon geliebt, Ovid . Met. 14, 1 ff. Serv.u. Prob, comment. z. Verg Ecl. 6, 74. Hygin.f. 199. Dem Glaukos wird wie dem Poseidon abgeschnittenes Haar geopfert (Bd. 1, Sp. 1682 u.unten). Auch Triton ist schon in Hes. Theog.931 ein Sohn Poseidons und Amphitrites, undder libysche Triton erschien als Poseidonssohnin der Gestalt des Eurypylos (s. d. nr. 6) denArgonauten, Find. P. 4, 33; vgl. Philol. N. F.

Poseidon (b. Homer) 279(>-

2, 48, 501. Wenn aber Lykophron, Alex. 32,das von Poseidon dem Laomedon zur Strafegesandte κτ )τος Τρίτωνος y.voiv nennt, so be-deutet Triton hier wie bei Suidas nur dasMeer (Drefsler a. a. 0. S. 5. 12). Proteusheifst Poseidons Untertan, Od. 4, 386, und seineKunst, sich in verschiedene wilde Tiere, inWasser, Feuer und einen Baum zu verwandeln,kehrt zwar nicht bei Poseidon selber wieder,aber dieser verleiht doch die Gabe der Ver-wandlung in alle Tierarten seinem Sohne Peri-klymenos, und in der jungen Erysichthonsagebefähigt er seine Geliebte, die Gestalt vonTieren und anderen Menschen anzunehmen.Endlich ist Halios (s. d. 4) ein Beiname Posei-dons . So jung diese Züge zum grofsen Teilsind, sie sind doch meistens wie die älterenaus dem Gefühl der Wesensverwandtschaftdes Meergottes und der älteren Meerdämonenerwachsen.

A. Der Poseidomnytlius.

1. Der homerische Poseidonmythus.

Die älteste Poseidonurkunde, das home-rische Epos, entwirft von dem Gotte ein festumrissenes, aber einseitig beleuchtetes undvon der Spekulation überschattetes Bild. Einin der volkstümlichen Überlieferung des thes-salischen und der mit den Ioniern in Euböa ,Böotien und Achaja grenzenden oder ge-mischten äolischen Stämme emporgekommenerSturmgott, ist P. bei Homer , dem Sänger see-fahrender Stämme, bereits entschiedener Meer-gott geworden, ein Feind oder Hort mehrererHeroen der Trojasage, und als Kronide in eintheologisches System eingefügt. Seine Sturm-natur, ja sein Zusammenhang mit dem älterenHerrn der sturmbewegten See, ist aber nochdeutlich erhalten (s. o.). Bedeutete sein Namewirklich den Bahnmacher (s. o.), so würde eram besten auf seine Sturmgewalt zu beziehensein. Wie Aigaion hat er als ΚνανοχαΙτα,-χαίτης ( II - 12 > 5B3 · 14 > 390 · 15 , 174. 201. 20,144. Od. 3, 6. 9, 528. 536) das dunkle Wolken-gelock eines Sturmdämons, das auch das Hauptdes Boreas (s. d.), der Boreaden (s. d.), desPegasos (s. d.), des Typhös und der Kentaurenumflattert ( E. H. Meyer, Indog. M. 2, 455.Goebel, Zs. f. Österreich . Gymn. 24, 246, s. o.Art. Kyanochaites nr. 3), und es heifst von ihmOd. 5, 291 ff.:

ως είπων σνναγεν νεφελας, έτάραξε

πόντον

χερσί τρίαιναν ελών' πάσας 9 όρό&ννεν

ά ελλάς

παντοίων άνεμων, σ -hv Sh νεφέεααι

κάλνψεν

γαΐαν όμ,όΰ χαϊ πόντον όρώρει $ ονρα-

vod -εν νΰξ.

Berge und Wälder schüttern unter seinenFüfsen, wenn er vom samothrakischen Gebirgein drei Schritten hinab nach Aigai wandelt,wo er in der Meerestiefe seinen unvergäng-lichen goldschimmernden Palast hat, in demauch seine erzhufigen, goldmähnigen Rossestehen, II. 13, 18 ff. Mit Aigai, d. h. dem