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sehlufs zu sehen, weil der Gott nun einmal alsErzeuger der Rosse formelhaft feststand. Nacheiner modernen Darstellung, die das Lokalverändert und die höhere, jüngere Form derGorgo, die Athena heranzieht, bewältigte Po-seidon die Medusa im Athenatempel, und dieGöttin verwandelte deren Haar in Schlangen,Ooid. Met. 4, 796. Ob aber der Mythus vomStreite des Poseidon und der Athena auf jenenoder einen ähnlichen Gorgonenmythus zurück-gehe, ist sehr zweifelhaft und ein Ursprungaus dem Zusammenstofs ihrer Nulte (s. u.)wahrscheinlicher. Von P. und Gorgo stammendie Königspaare der Insel Atlantis ab, Aelian.ff. A. 15, 2. — Tiefer verstrickt in den spä-teren Göttermythus und -kultus wurde derMythus von Poseidons Liebe zur Erinys . InTlielpusa in Arkadien erzählte man: Als De-meter nach ihrer geraubten Tochter umher-irrte, stellte ihr Poseidon lüstern nach. Daverwandelte sie sich in eine Stute und weidetemit den Stuten des Königs Onkos. Poseidon aber merkte den Betrug und begattete sichmit ihr in Hengstgestalt. Anfangs darübererzürnt, beruhigte sie sich hernach und er-freute sich des Bades im Flusse Ladon, derbeim Heiligtum der Demeter in Onkeion hinab-fliefst. Von ihrem Zorn hiefs sie Έρινύς, vonihrem Bade Λουαία. Sie gebar dem Poseidoneine Tochter, deren Namen die Thelpusiernicht zu nennen wagten, und das Pferd Areion.Deswegen wurde Poseidon zuerst von den Ar-kadiern Hippios genannt, Paus. 8, 25, 4.Hesycli. v. Aovaict. Eine thelpusische Münzezeigt auf dem Av, den Kopf der Demeter Erinys ,auf dem Rv. das springende, ungezügelte RofsΕρίων, Overbeck, Gr. Kunstm. 3, 318. Ver-wandt ist die Legende von Phigalia , nachwelcher Demeter Milcuva in einer benach-barten Höhle wohnte. Eine kalte Quellesprudelte in einem davorliegenden Haine. Po-seidon begattete sich mit ihr in Rofsgestalt,und sie gebar ihm die Despoina. Aus Zornüber ihre Bewältigung und aus Trauer überden Raub ihrer Tochter legte sie ein schwarzesGcw'and an und zog sich in jene Höhle zurück,Paus. 8, 42, 2. 3. 11. Nach der kyklischenThebais war der -/.νανοχαίτρς Areion (s. d.),den auch die II. 23, 346 göttlichen Ursprungsnennt, Adrasts berühmtes Heldenrofs, ein SohnPoseidons und der Erinys , geboren an derkalten Quelle Tilphossa bei Haliartos in Böotien.Andere gaben ihm Poseidon und eine Harpyiezu Eltern (Schol. Vict. 11. 23, 346; vgl. Preller,Demeter u. Persephone S. 155 Arm. 29). M.Müller sah auch hier einen altarischen Mythusder Sonne und der Morgenröte, B. Brown,Semitic influence in Hellenic mythology 41 f.einen unarischen Mythus von einer babyloni-schen Göttin der Erde und ihrem Gemahl Ea-Dagon, dem Herrn der Tiefe. Η. Ώ. Müller,Myth. d. griech. Stämme 2, 414 erklärte dieLegende für ein widerwärtiges Mythologem,dessen jüngeren Ursprung insbesondere die Be-ziehung auf den Raub der Persephone und dasRofs Areion, ein Produkt der epischen Poesie,verrate. Ad. Kuhn erschlofs schon früher ausjenen verschiedenen Sagen einen indogermani-
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sehen Mythus von der Vermählung des Luft-meergottes (Poseidon) mit der finstern Wetter-wolke (Demeter Erinys = ind. Saranyu, dieEilende, oder Melaina; s. Bd. 1, Sp. 1317. 1311),deren Spröfslinge Areion einen pegasosartigenBlitzträger und Kore-Despoina den Regen be-deuteten {Kuhn, Zs. f. vgl. Sprachf. 1 , 439; vgl.Zs. f. Deutsche Mythologie 3, 373 ff. 382). DieseAnsicht entsprach weder der schon vor ihmangestellten kritischen L T ntersuchung Prellers,Demeter u. Persephone 1837, noch wurde sievon den Neueren angenommen. Nach Bosen-berg, Die Bringen S. 30 brachten die Böotierauf ihrer frühen Wanderung, nach Mannhardt,Myth. P'orsch. S. 244 ff. 261 erst epische Ge-dichte im 6. oder 5. Jahrhundert die Sage vonder Geburt des Erinyssohnes Areion d. h. 'desrächenden Schlachtrosses’, eines Gebildes dich-terischer Kunst, von Tilphossa nach Thelpusa ,wo die epische Sage mit dem altarkadischenKultus des Poseidon Hippios und der Demeterverschmolzen wurde, zweier Gottheiten, die inArkadien allerdings wahrscheinlich schon vor-her in vertrautem Verhältnisse, vielleicht sogarin Rofsgestalt gedacht gewesen wären. Anderehielten das Rofs Areion (s. d.) für einen Sohndes wirklichen Gottes Ares und der Demeter-Tilpho^sa-Erinys, die diesem thrakischen Sturm-gott ja auch an der Quelle Tilphossa einenDrachen und dem Boreas die Rosse des Ares:Aithon, Phlogios, Konabos und Phobos gebar,Quint. Smyrn. 8, 241 ff Verwickelter und alter-tümlicher denkt sich die Verbindung diesermythischen Motive Immenvahr, Die Kulte u.Mythen Arkadiens 1, 113 fT. Er findet im ar-kadischen Thelpusa zunächst einen thebani-schen Kultkomplex wieder, dem auch die inTheben durch Aphrodite Apostrophia verdrängteErinys-Tilphossa, sowie deren Gatte Ares , einGott des aonischen Kults (Schol. Soph. Ant. 126),angehört habe. Die von Thrakien nach Böotienund von da nach Westarkadien ausgewandertenÄonen (auch Abanten oder A:zanen genannt)seien wahrscheinlich auf der grofsen phoki-schen Völkerstrafse mit den aus Thessalienstammenden Poseidon verehrenden Lapithenzusammengetroffen und beide Stämme hättennun eine Kult Verbindung von Poseidon undErinys herbeigeführt. In Arkadien wäre dieserKult mit dem aus dem messenischen Pyloseingedrungenen Hermes-Demeterdienst derartigvereinigt, dafs Demeter und Erinys mit ein-ander verschmolzen, Poseidon aber den Hermesverdrängte, vgl. auch Sam Wide, Lakon. KulteS. 142, der S. 178 auch eine lakonische De-meter-Erinys in Rofsgestalt vermutet. — Dieganze Frage ist noch nicht genügend aufge-klärt. Dafs Poseidon zuerst den Ares auf derphokisehen Völkerstrafse, dann den Hermes inArkadien aus dem Felde schlagen mufste, umzuerst die Erinys , dann die Demeter zu ge-winnen, ist doch sehr zweifelhaft. Denn dieVermählung des Sturmgottes Poseidon mit derErinys , die in der kalten dampfenden QuelleTilphossa, wie an andern Orten in einem Fels-spalt wohnte (s. o. Sp. 1319), scheint mir auchschon in Böotien, wo er insbesondere in On-ehestos, also nahe bei jener Quelle, und zwar
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