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Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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3089 Prometheus (in d. Kunst)

Prometheus (in d. Kunst) 3090

Gerhard und Murray Rev. arch. 1878 S. 201an Sisyphus ; den meisten gilt er als Atlas (soauch Furticängler in unserm Lex. Bd. 1 Sp. 709;vgl. Hesiod, Theog. 517 ff.). Die Scene istjedenfalls in der Unterwelt, was durch Toten-vogel u. Schlange angedeutet wird. Bei Aesehyluswird Prom. allerdings in den Tartarus versenkt.In den Hades oder Orcus verlegt die Strafedes P. aber nur Hör. earm. 2, 13 u. 2, 18: vgl.G 7. Den Erebus sucht als den Strafort derursprünglichen Prometheussage zu erweisenLisco, Quaestiones Hesiodeae p. 70 ff.; dagegenoben D I d. — Ist der Gefesselte in diesemBilde Prom., so haben wir in der Säule eingewichtiges Argument gegen die Annahme derPfählung auf anderen Darstellungen.

5. Mit gröfserer Sicherheit ist die Deutungauf P. abzuweisen hei dem schwarzfigurigenInnenbilde einer Schale aus der KollektionCampana des Louvre, welches einen aufeinem Gerüst (Thron oder Altar?) sitzendenbärtigen Mann in altertümlicher, den ganzenKörper dicht umhüllender Gewandung undHaartracht darstellt, auf den ein Adler zufliegt.Abb. bei Daremberg et Saglio, Dict 1 p. 667,Wiener Vorlegebl. D 9, 2 und Archäol. Ztg.39, 1881, Taf. 12 nr. 3 (wo O. Ruchstein S. 218u. 237 f. die ganze Gattung dieser sog. kyre-näischen Vasen behandelt). Während Puch-stein in diesem Bilde den „in der Entstehungbegriffenen Typus der P. -Darstellungen“ zuerblicken geneigt ist, sehen Furticängler, Arch.Ztg. 1885 S. 226 und Studniczka, Kyrene S. 14den thronenden Zeus mit seinem Adler (Rurtiv.vergleicht die arkad. Münze Wiener Vorlegebl.D 9, 3). Vielleicht aber ist der Adler nur zurRaumfüllung angebracht, wie ohne Zweifel dieganz ähnlichen auf Taf. 12 nr. 2 und 13 nr. 2der Arch. Ztg. a. a. O., sodafs er für die Deu-tung der Figur aufser Betracht bleiben müfste.Gegen den Gedanken an P. spricht wenigerdie Abwesenheit der Fesseln als der Thron unddie völlige Bekleidung.

6. Die Befreiung des P. vom Adler

durch Herakles findet sich zuerst auf meh-reren archaischen Vasen des 6. Jahrh. darge-stellt, die in den Grundzügen der Kompositioneine merkwürdige Verwandtschaft zeigen. Siezerfallen nach der verschiedenen Haltung derHauptfigur in 2 Gruppen: i

A) Der Titan ist hockend dargestellt. Sozeigt ihn: a. (Fig. 4a) die schwarzfig. Amphora (xsXeßy) aus Chiusi in Berlin (FurtwänglersVasenkatalog nr. 1722, S. 1054, „chalcidisch“),besprochen und abgebildet bei 0. Jahn, Beitr.

| S. 228 mit Taf. 8; Benndorf , Griech. u. Sieil.

| V. S. 106; Baumeister 3 Fig. 1566). Der rot-I bärtige, nackte Titan hockt amBodenmitherauf-| gezogenen Knieen; es ist dasselbe Motiv, wie aufi dem zweiten Inselstein und auf den Bronzereliefs i) von Olympia und vom Pto'ion. Eine Säule schaut) oberhalb und unterhalb des in Seitenansichtgegebenen Körpers ein wenig hervor, sodafsder Büfsende neben ihr zu sitzen scheint. Wenn-gleich die Fesselung nicht sichtbar gemachtist, braucht doch an Pfählung nicht gedachtzu werden (s. o. zu 1). Die Hände sind durchHandschellen verbunden, die Arme beweglich

und wie zur Abwehr dem Adler entgegen-gestreckt. Die beiden andern Adler unter denHenkeln dienen, wie die vier Keletizontes derRückseite, nur dekorativem Zweck. Herakles ,hinter P. knieend, ist im Begriff, den drittenPfeil (2 fliegen schon auf den Vogel zu) vonder Sehne zu schnellen. Hinter dem Adlersteht ein bärtiger, würdevoller Mann mit langemWanderstab, vielleicht Zeus. — b. Die Kom-position der 3 Hauptfiguren: Herakles , Prom.und Adler, kehrt fast völlig entsprechend (nurdie Arme des Titanen sind freier bewegt) aufder Florentiner Amphora wieder, welcheThiersch, Tyrrhenische Amphoren 1899 Taf. 2, 6abgebildet u. S. 142 besprochen hat. Aufserdemerscheinen hier links hinter Herakles Athenemit Lanze und Kranz (als Siegespreis für denBefreier?), hinter dieser Hermes; rechts De-meter (wie die andern Figuren durch Bei-fügung des Namens bezeichnet), der von einem

sitzenden Manne (.AON = Poseidon?

vgl. unten Ba und Terzaghi , Prometeo p. 36ff.)ein Kranz dargereicht wird. Ist dies der Lygos-kranz des äschyleischen Dramas und vertrittDemeter die Stelle der Ge-Themis? Die Vase

4 a) Befreiung des Prometheus. Amphora aus Chiusi (nach Jahn, Archäol. Beiträge Taf. VIII).

gehört jedenfalls noch dem 6. Jahrhundert an;sonach scheint Aschylus , indem er die Erdgöttinzur Mutter des P. machte, einer attischen Tra-dition gefolgt zu sein. — c. Die Mittelgruppein ganz ähnlicher Gestaltung, nur in umge-kehrter Reihenfolge und Richtung ist erkenn-bar auf einer Scherbe aus Phaleron, jetztim Kloster Neuburg, die von Benndorf , Griech.u. Sieil. Vasenb. Taf. 54 nr. 2 veröffentlichtund S. 105 f. besprochen ist. Der Rest desschwarzfigurigen Bildes zeigt leider nur denvon Pfeilen getroffenen Vogel und die obereHälfte eines bärtigen, im Gesicht rötlich ge-färbten Kopfes, der nach der Stellung zumAdler nicht. dem Schützen, sondern dem P.zugehört. Über dem Haupte ragt das Endeeines Pfahles hervor. Die Technik erinnertan äginetische und melische Fasen und weistauf eine schon der Fran^ois-Vase naheliegendeKunststufe. Vgl. auch Böhlau, „FrühattischeVasen“, Jahrh. d. Inst. 1887 S. 65 und Stud-niezka ebenda S. 152.

B) a. Eine altattische Amphora der Samm-lung des Kardinals V i d o n i (Fig. 4b), besprochenvon Jahn , Arch. Ztg. 16, 1858, S. 166f. mit Abb.Taf. 64 nr. 2 nach eigner Zeichnung, bietetim Herakles und dem nur teilweise erhaltenenAdler genaue Seitenstücke zu den entsprechen-den Figuren der chiusinischen Vase. P. be-findet sich auch hier vor einem Pfahl, den ergröfstenteils mit seinem Leibe verdeckt. Erist wie dort nackt; ob bärtig oder nicht, läfst