Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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3115-3116
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3115 Pronaos

ergänzt durch die neuen französischen Aus-grabungen, Homolle, Acad. des inscr. et helleslettres Comptes rendus 1901, 2, 639ff. Pomtow,Berl. Philol. Wochenschrift 1906, 1182 (vgl.auch den Plan bei Luckenbach, Olympia undDelphi 40: ίβελ&όντι äh hg rrjv πάλιν είσϊνόφεξής ναοί , Paus. 10, 8, 6; unter πόλις ist hiernicht die eigentliche Stadt, deren Schilderungerst 10, 9, 1 beginnt, zu verstehen, sondernVorstadt, Pomtow, Beiträge u. s. w. 71, 2),die vier von Paus, erwähnten Tempel liegenlinks der sog. heiligen Strafse auf der Marmariä:der östliche zur Zeit des Pausanias inTrümmernliegende war ein Tempel der Athena Ergane(gesichert durch die WeihungA&avä Γαργάνα,Homolle a. a. O. 641; vgl. 639 f. Perdrizet,Melanges Perrot 259. Diels u. v. Prott, Arch.Anz. 1903, 203); dann folgen die zwei Bufs-tempel ( Flut. a. a. O.), ein dorischer, der nachPaus, κενός καί αγαλμάτων καί ανδριάντωνwar, und ein ionischer, in dem zu Pausanias Zeit die Statuen einiger römischen Kaiserstanden; der vierte, westliche ist derjenige, derAit-gv&g καλείται Προνοίας. Die Tholos, diezwischen den Bufstempeln und dem Pronaia-heiligtum liegt, ist von Pausanias , der sie mitRecht nicht als Tempel ansah, nicht erwähntworden. In dieser Tholos wollte (Homolle a. a. 0.639; vgl. Arch. Anz. 1902, 42) II. Graef , Arch.Anz. 1902, 86 das Heroon des Phylakos (s. o.)erkennen; doch liegt dieses bei dem östlichenAthenatempel παρ' αυτήν την οδόν ( Herod . 8,39).Die ausgegrabenen aufrecht stehenden Säulendes Tempels der Athena Pronaia sind leiderdurch die Erdbeben vom 21. Februar und13. März 1905 zertrümmert worden, Pomtow,Berl. Phil. Wochenschr. a. a. Ο. Άμύντας Ka-ράνον (Pseudonym) ebend. 1183. Durch dieFeststellung der Lage des Pronaiatempels er-ledigt sich auch die Vermutung von Weseher,Dionys. Byzaut. p. 96, dafs bei ( Plut.) de ftuv.2, 1: γενόμενος . . κατά το Κωρνκιον αντρονκατά πρόνοιανΛ&ηνάς zu schreiben sei: κατάΠροναίαςΑ&ηνάς (seil. ναόν).

II. Aus einer in unmittelbarer Nähe desHeiligtumes des Apollon Ptoos (s. d.) gefun-denen Weihinschrift, die sich auf einer Bronze-spitze befindet, und lautet:A&avcdai Προναίαι(Corr. hell. 10 [1887], 5), schliefst Holleaux, dafswie in Delphoi , sich auch vor dem Tempel desApollon Ptoos ein Heiligtum der Athena Pro-naia befunden habe, zu deren Statue der anderselben Stätte wie die Inschrift gefundeneMarmorkopf (abg. Corr. hell. a. a. 0. pl. 7; vgl.Kavvadias, Γλυπτά τον έ&νικοϋ μουβείονκαταλογ. περιγραφ. 17 ρ. 60f. G. Β. Lepsius,Griech. Marmorstudien [1890] S. 96 nr. 279)vielleicht gehört habe. Vgl. Pronaos, Proneösund Pronoia. [Höfer.]

Pronaos [Πρόναος). 1) Vor dem Eingangzum Heiligtum des Apollon Ismenios in Thebenoder, wie die Stelle auch aufgefafst wordenist (Brunn, Sitzungsber. der philos. -philol. Klasseder K. Bayr. Akad. d. Wiss. 1880, 459 =Kleine Schriften 2, 84), am Eingang vor demgleichfalls Ismenios genannten Hügel, auf demsich das Ismenion befand] stand eine Statueder Athena, ein Werk des Skopas , und eine

Pronapides 3116

Statue des Hermes, ein Werk des Pheidias ;beide Götter hiefsen Πρόναοι, Paus. 9, 10, 2.Das Epitheton ist nicht mit K. Bötticher , DieTektonik der Hellenen 2, IV S. 47 als ein Aus-druck des Wesens des Hermes und der Athena alsvordenkende und vorsehende Gottheitenaufzufassen, drückt höchstwahrscheinlich auchkeine engere Kultusbeziehung der beidenGötter zum Hauptgotte des Tempels, zu Apollon ,aus ( Ludw. Urlichs, Skopas Leben und Wirken76. Klein, Arch.-Epigr. Mitt. aus Oesterr. 4[1880], 23), sondern ist den beiden Götternwohl lediglich nur mit Rücksicht auf den Auf-stellungsort ihrer Statuen gegeben, Preller,Arch. Zeit. 4 (1846), 264. Panofka ebenda 3 (1845),56, K. F. Hermann, Gottesdienstl. Albert . 2 19,19 S. 101. Brunn a. a'. 0. Furtwängler, Meister-werke der griechischen Plastik 527, 4; vgl.Lobeck, Paralip. gramm. gr. 381 u. d. A. Pro-naia Sp. 3112, 21 ff. 2) Beiname der Athena in Delphoi = Προναία s. Sp. 3114. Ob frei-lich mit Diod. 22, 9, 5 (vgl. Iustin. 24, 8, 5)unter den λενκαί κόραι in dem pythischenOrakelspruch: έμοί μελήΰει ταντα και λενκαί gκόραις (zu den von Crusius Bd. 1 Sp. 2810,14ff. angeführten Belegstellen kommen hinzuAristid. or. 26 p. 524, 3 Dind, Tzetz. Epist.p. 17. 69 Pressei) Athena Pronaos und Arte-mis zu verstehen sind, ist zweifelhaft. Cru-sius a. a. 0. Sp. 2810, 48 und Eitrem, Diegöttl. Zwillinge bei d. Griechen 110 erkennenin den λενκαί κόραι die HyperboreerinnenHyperoche und Laodike. Übrigens hatte auchschon Jul. Kayser, Delphi nach Wieseler, Jahrb.f. klass. Phil. 1b (1857), 667 vermutet, dafsunter den λενκαί κόραι zwei Hyperboreerinnen(nur dachte er an Arge und Opis) zu verstehenseien. Auch Usenet ', Bhein. Mus. 58 (1903),325 f. (vgl. Götternamen 355) hält die Deutungderweifsen Damen auf Artemis und AthenaPronaos nicht für ursprünglich, sondern siehtin ihnen ein selbständiges Jungfrauenpaar.Ähnlich A. Mommsen , Delphika 25, 2, der aberschwerlich mit Recht den Ausdruck λενκαίκόραι auf weifses Haar und Greisentum be-zieht, das schlecht zu der Rolle als Schlachten-jungfrauen palst. [Vgl. jetzt auch Weniger imArch, f. Beligionsiv. 10 S. 244, der die weifseFarbe der Göttinnen den gipsgefärbten Fein-den des Dionysos Zagreus und den mit Gipsbestrichenen Phokern hei Herod. 8, 27. Polyain.6, 18. Paus. 10, 1, 3 vergleicht. Roscher.]3) Poseidon s. Proneos. [Höfer.]

Pronapides (Προναπίδης), angeblich Schülerdes Linos, Mitschüler des Orpheus und desHerakles, Tzetz. Prooim. Alleg. lliad. 71, 74Exeges. in lliad. ed. Hermann 17, 9. 14, 11 ff.21, 28 ff.; an den beiden letzten Stellen (vgl.auch Schol. in Tzetz. Älleg. II. in Anecd. Oxon.Paris ed. Gramer 3, 376, 23) führt Tzetzes alsseine Gewährsmänner Diodor bzw. Apollodor und Diodor an. Nun nennt aber Diodor(3, 67) zwar den Pronapides, den er als ευφυήςμελοποιός bezeichnet, aber nur als LehrerHomers , nicht aber als Schüler des Linos;letzterer ist nach Diodor nur älter als Prona-pides. Es beruht also die Angabe des Tzetzes,dafs P. Schüler des Linos gewesen sei, auf

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