Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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3201-3202
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3201 Psyche (Litteratur, Etymol.)

Psyche (Ψυχή). Zum ganzen Artikel vgl. vorallem E. Rohde, Psyche 2 , 1 u. 2. Freiburg i. B.1898; ferner 0. Jahn, Arch. Beitr. (1847) S. 121bis 197. Alex. Conze, Oe Psyches imaginibusquibusdam, Diss. Berlin 1856. Pich. Hirsch,De animarum apud antiquos imaginibus, Diss.Leipzig 1889. Georg Weicher, Der Seelenvogelin der alten Literatur und Kunst, Leipzig 1902;ferner vgl. die Artikel Psyche bei Baumeister,D. d. hl. A. (3) S. 1423 1428 und bei Darem-berg et Saglio, Dict. 4, 743750 ( Georges Nicole).Weitere Literatur bei den einzelnen Abschnitten,namentlich zum AbschnittPsyche mit Eros .

Sprachliches. Etymologisch gehört ψυχήzu ψύχω, wie άρχτι zu άρχω, φνή zu φύω , φυγήzu φεύγω u. s. w. ; ψύχω aber bedeutet 'ichhauche, vgl. z. B. Hom. 11. 20, 440 ήχα μάλαψύίςαβα, wo ein ganz gelindes Blasen der Athene genügt, den Speer, den Hektor gegen Achill ent-sandt, zurückfliegen zu lassen; weiter bedeutet' ψύχω auch 'ich kühle, vgl. ψύχος n. Kühle,ψυχρός kalt, frisch, ψνχτήρ, ψυγενς Küblgefäfsu. s. w., und wird so von G. Curtius, Grund-züge d. griech. Et. 6 509. 702 zu einer Wurzelspu, sphu gestellt, vgl. auch Prellwitz, Et. Wb.d. gr. SprJ S. 521. Also, wie in andern Sprachendie Benennung der Seele, so bezeichnet auchdas griech. ψυχή eigentlich etwas Hauchartiges,den Hauch, den Atem, vgl. πνεύμα und lat.Spiritus zu spirare, animus, anima zu άνεμος,hebr. π -v (ruach), rt; (nephesch) und srais;(neschämäh), skr. ätmän Hauch, Leben, Seele,ahd. ätum Atem Geist, nhd. Atem, Odem(griech. ατμός Dampf, Dunst, Rauch), Kluge,Et. Wb. d. deutschen Spr , e S. 22, vgl. Uhland:!. 'Deines Geistes hab ich einen Hauch verspürt.Vgl. u. a. noch Nägelsbach, Hom. TheolJ 380.W. H. Bescher, Hermes der Windgott, Leipzig 1878, S. 54 ff. Manuk Abeghian , Der arme-nische Volksglaube, Diss. Jena 1899, S. 8 f.H. Meitzer, Die Vorstellungen der alten Grie-chen vom Leben nach dem Tode ( Virchow-Holtzendorff, Vorträge N. F. 15, 347) S. 6 f.O. Schräder, Sprachvergleichung und Ur-geschichte 3 2, 427 f. E. Bethe, Rhein . Mus. N. F.i 62, 1907, 461 f. Seit Aristoteles ist ψυχή auch; nachweisbar in der Bedeutung von Falter,Schmetterling, darüber s.u.; vgl. Hesych. s. v.

ψυχή· πνεύμα, xal ξωνφιον πτηνόν.i

j Literarische Überlieferung.

Für τρνχη bei Homer verdient besondersberücksichtigt zu werden II. 23, 65107, Od.11 (vsxvia) u. 24, 1204 (νεχνι a δεύτερα ), vgl.jetzt dazu Georg Finsler, Homer S. 469 ff

a) H. 23, 65107. Dem schlafenden Achillerscheint die ψυχή des Patroklos, diesem selberin allem gleich, in Gröfse, Augen und Stimme,

. und in ebensolche Gewänder gehüllt. 'Ihm>, selber gleich, αντίο heifst es v. 66 und wieder| v. 107. Es wird also hier wie anderswo diesichtbare Leiblichkeit des Menschen als 'erselbst gegenübergestellt der ψυχή, die dem-

nach jedenfalls kein Teil dieser Leiblichkeitsein kann. Anderseits wird gelegentlich auchdas im Tode zum Reich des Hades Forteilendemit dem Eigennamen des Lebenden als 'erselbst bezeichnet, d. h. dem Schattenbild der

Roscher, Lexikon der gr. u. röm. MythoL III*

Psyche (b. Homer)

ψυχή, das allein in den Hades eingeht, Namenund Wert der vollen Persönlichkeit, des 'Selbstdes Menschen zugestanden. Doch wenn mannun geschlossen hat, der Leib sei der 'eigent-liche Mensch oder anderseits vielmehr dieψυχή sei es (die erste Meinung ist die vonNägelsbach, die andere vertritt Grotemeyer), sohat man in jedem Fall die eine Hälfte derAussagen unbeachtet oder unerklärt gelassen.\ Wie E. Bohde gesehen, der für das Folgendeunser Hauptgewährsmann ist (vgl. Psyche* 1,5 ff.) lehren die einander scheinbar wider-sprechenden Ausdrucksweisen, dafs sowohl dersichtbare Mensch (der Leib und die in ihmwirksamen Lebenskräfte), als auch die demLeib innewohnende -ψυχή als das 'Selbst desMenschen bezeichnet werden können, mit andernWorten, dafs der Mensch, nach homerischerAuffassung, zweimal da ist, in seiner wahr-nehmbaren Erscheinung und in seinem unsicht-baren Abbild, das frei wird erst im Tode.Eine solche Vorstellung aber, nach der imlebendigen Menschen wie ein fremder Gast einschwächerer Doppelgänger, ein 'Alter ego alsψυχή wohnt, ist, wie dies namentlich Herbert-Spencer ergründet hat, der Glaube der sog.Naturvölker der ganzen Erde, so auch derzivilisierten Völker alter Zeit. Nichts anderesals ein solches das sichtbare Ich des Menschenwiederholendes εί'δωλον und zweites Ich sindder ursprünglichen Bedeutung nach die Geniibzw. Iunones der Römer, die Fravaschi derPerser, das Ka der Aigypter. Zumal aus denErfahrungen eines scheinbaren Doppellebensim Traume, in der Ohnmacht und Ekstase hatman geschlossen auf das Dasein eines zwie-fachen Lebendigen im Menschen, eines imlebendigen Menschen hausenden Doppelgängers.Wenn der Mensch todähnlicher Erstarrung ohneTraumerlebnisse, d. h. einer Ohnmacht, verfällt,so hat ihn die ψυχή verlassen, daher dieserZustand bezeichnet wird als λειποψυχία, auchΙειπο&νμία, vgl. II. 5, 696 (von Sarpedon), 22,467 (Von Andromache), auch Od. 24, 348 ( άπο -ψνχοντα, von Laertes). Für dieses Mal kehrtnun die ψυχή wieder zurück, und mit ihrwirdder ϋ·νμάς in das Zwerchfell wieder versammelt,vgl. 11. 22, 475 (= Od. 5, 458. 24, 349), wofreilich nur der Wiederkehr des ϋ·νμός gedachtwird, während doch natürlich auch die ψ. zu-rückkehren mufs. Wenn dagegen der Menschgestorben ist, so geht die ψυχή zwar nichtunter, so wenig sie verloren gegangen ist beiFällen von zeitweiliger Trennung, bei Ohn-macht u. dgl.; aber sie verläfst jetzt den Kör-per endgiltig und geht zum Hades. Klarspricht Pindar das Wesen der Seele aus, frg.131: der Leib folgt dem Tode, dem allgewaltigen;lebendig aber bleibt noch das Abbild desLebenden, αΐώνος εί'δωίον (denn dieses alleinstammt von den Göttern); es schläft aber,während die Glieder tätig sind, aber den Schla-fenden oft im Traume zeigt es Zukünftiges.Demnach ist sein Reich die Traumwelt: wenndas eine Ich, seiner selbst unbewufst, im Schlafliegt, wacht und wirkt der Doppelgänger. Inder Tat, während der Leib des Schlafendenunbeweglich verharrt, sieht und erlebter

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