Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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3207-3208
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3207 Psyche (b. Homer)

erwecket, vgl. auch Verg. Aen. 4, 242ff.Schülers Gedicht ' Die Macht des Gesanges,ausführlich über diese ράβδος Paul Schadow,Eine attische Grablekythos, Diss. Jena 1897,S. 16 ff. z. Taf. 2 und 3. Die Freier folgen Hermesmit dem leisen Geräusch der Fledermäuse(s. o.) und gehen vorbei an des Okeanos Flutenund der λεύκάς πέτρη, den Toren des Helios unddem Yolk der Träume und gelangen mit einemMal auf die Asphodeloswiese, wo die Seelenwohnen, die Schattenbilder der Toten (24, 1bis 14). So wird hier der Eingang zur Unter-welt in eigenartiger Weise geschildert, auchwenn, was hier an Einzelheiten gebracht wird,nicht direkt kontrastiert mit der Schilderungder ersten Nekyia, vgl. zu Teuffel, Studien undCharakteristiken u. s. Λν. S. 43 1lohäe 1, 54, 1.In der Unterwelt finden die Freier eine Ver-einigung berühmter Schatten; wieder sind imGefolge des Achill die Schatten des Patroklos und des Antilochos und des Aias (vgl. zu Od. 24,1518 Od. 11, 467470). Im Widerspruchmit Od. 11, 387466, wo Agamemnon bereitszur Zeit der Hadesfahrt des Odysseus bei denSchatten weilt, scheint er hier eben erst imHades eingetroffen und bespricht sich gerademit Achill , als die Seelen der Freier unterHermes Führung anrücken (Od. 24, 1998).Ohne Blut getrunken zu haben erkennt Aga-memnon den Amphimedon, des Melaneus Sohn(102 ff.); das Gespräch schliefst Agamemnon mit einem Preis der έχέφρων Πηνελόπεια, mitder die buhlerische und verbrecherische Kly-taimestra kontrastiert (v. 192202).Alsobesprachen sich jetzo die Luftgebilde derToten, unter der Erde stehend, in Hades dunk-ler Behausung, so schliefst die zweite Nekyiader Odyssee.

ß g Für die Stellen, wo ψυχή bei Homer vor-kommt, 32 in der Ilias , 48 in der Odyssee,vgl. Ebeling, Lex. Hom. 2, 481 f. Nägelsbach,Hom. Theoll 380 ff. W. Schräder, Jahrb. f.dass. Philol. 131, 1885, 148 ff. Finsler, HomerS. 317 f. 463 ff In der Mehrzahl der Fälle istψυχή geradezu gleichbedeutend mit 'Leben;freilichwer statt 'Leben Psyche sagt, wirddarum noch nicht sofort auch statt Psyche'Leben sagen (und der Dichter tut es nicht),Bohde 1, 47; ψυχή ist nicht der Geist, etwain individuellem Sinn = animus im Gegensatzzum Körper, sondern lediglich das Bfeseelende,das Lebensprinzip, der Lebensodem = anima.Zunächst also Homerstellen, wo ψ. im Sinnevon 'Leben steht, vgl. z. B. Sehrader a. 0.167, 118. Um das Leben Hektors geht es beidem furchtbaren Lauf um die Stadt (11. 22,161 περί ψυχής &εον 'Έκτορος) , um das derFreier beim letzten Kampfe (Od. 22, 245 π.ψυχέων έμάχοντο) ; das Leben galt es beimKyklopen (Od. 9, 423 οίς τε περί ψυχής). SeinLeben setzt Achill zugunsten Agamemnons fortwährend aufs Spiel (11. 9, 322 ψυχήν

παραβαλλόμενος, vgl. Od. 3, 74 = Od. 9, 255= Hom. H. in Ap. 455 ψνχάς παρ&έμενοι,wofür Od. 2, 237 παρ&έμενοι κεψαλάς), und alleSchätze der Welt können es ihm nicht auf-wägen (11. 9, 401 ψυχής αντάξιον). Mit demGedanken, dafs Achill , der sterblich ist, nur

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eine einzige Seele, nur ein Leben habe, machtsich Agenor Mut zum Kampf (11. 21, 569).Vgl. auch 11. 22, 325 (ψυχής ολε&ρος), 13, 763= 24, 168 (ψνχάς όλέδαντες) u. s. w. WeitereStellen lassen eine sinnliche Deutung von it>.zu oder fordern sie, so II. 5, 696 ff. 8, 123.Od. 18, 91 u. s. w. ψυχή erscheint in Ver-bindung mit αιών (Zeitdauer, Lebenszeit), μόνος(Lebenskraft), θυμός (das Belebende, der Lebens-mut), und diese Begriffe werden beinahe zuSynonyma, ψυχή τε καί αιών, Odem und Leben,verlassen den Sarpedon zugleich (77. 16, 453).Die gleiche Verbindung findet sich Od. 9, 523,wo Odysseus den frommen Wunsch tut, dafser den Kyklopen wie des Auges so auch ψυχήςτε και αΐώνος berauben und zum Hades schickenkönnte; hier steht ψ. in Verbindung mit αιώνbesonders deutlich = Leben; denn der ψυχήim eigentlichen Sinn beraubt kann niemandzum Hades gehen; eben die ψ. ist es ja, dieallein in den Hades eingeht, vgl. Bohde 1, 47,1. Ferner ψυχή τε μένος τε: 11. 5, 296 = 8,123 u. 315; an allen drei Stellen heifst es:τον δανθι λύθη ψυχή τε μένος τε 'ihn aberverliefs Leben und (jede sich äufserlich be-tätigende) Lebenskraft; II. 3, 294 sind μένοςund θυμός zusammengebracht. Endlich ψυχήzusammen mit θυμός (=fumus), vgl. 11. 11, 334,θνμον και ψυχής κεκαάών (sie) der Seeleund des Lebens beraubend, und dieselbe Ver-bindung Od. 21, 154 u. 171, wo es beidemalheifst: κεκαδήδει θυμόν και ψυχής. Synonymsind λειποψνχία und Χειποθυμία im Sinn vonOhnmacht, und am schwersten ist es also, dieBegriffe ψυχή und ffu/ros auseinander zu halten.Und nun, wie der Glaube an mehrere Seelenim Menschen sehr verbreitet ist, wie z. B. auchdie Unterscheidung der fünf im Menschen woh-nenden seelischen Kräfte im Avesta im Grundegenommen auf dasselbe hinausläuft, so willTheodor Gomperz im Anschlufs an eine Be-merkung Alfreds von Kremer in 'Studien zurvergleichenden Kulturgesch. vorzüglich nach ara-bischen Quellen (Wiener Sitz.-Ber. d. philos.-hist. Kl. 120, 1890 Abh. 3) S. 53 ähnlicherWeise auch bei Homer eine 'Zweiseelentheorieausgeprägt finden, Griech, Henker 1, 200 f. 450.Gomperz fafst ffogoj und ψυχή als 'die Rauch -und die Hauchseele; neben der ψυχή kenneHomer im θυμός, der vom Dampf des frischvergossenen, noch heifsen Blutes benannt seinsoll, eine zweite Seele, neben der 'Atemseele,der ψυχή, eine 'Rauchseele; vgl. dagegenBohde 1, 45 f., 1 und auch 2, 141 f., 2. Ein-mal allerdings, 11. 7, 131, wird der θυμός ge-nannt als das in den Hades Eingehende. Hek-tors Herausforderung will sich keiner derAchaier stellen; da ruft Nestor : wenn Peleusdas wüfste, er würde die Götter anflehen, dafssein θυμός aus dem Leib in den Hades tauchenmöchte. Dies einzige Mal aber kann eineUngenauigkeit oder Nachlässigkeit oder Ge-dankenlosigkeit vorliegen; denn sonst stirbtder innere Mensch, der θυμός, immer mit demLeibe, und wenn er gelegentlich (11. 16, 469)gleich der ψυχή 'entfliegt, so wird doch nir-gends von seiner Fortdauer gesprochen (Fins-ler, Homer S. 318). Der θυμός ist durchaus

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