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Psyche (auf Lekythen)
Psyche (auf Gemmen)
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17) Hermes find Eidola auf einerLekythos im archäolog. Museumder Universität Jena (nach Journ.of hell. stud. 20, 1900, 101 Eig. 1).
(Anz.). — Schliefslich noch zwei Lekythosdar-stellungen besonderer Art. Ihrer vier nackteFlügelwesen sieht man am oder im omphalos-artigen Grabhügel mit der Schlange als See-lenwesen herumflattern auf einer Lekythos,nach Mon. 8 tav. 5 abgebildet in diesem Lex.Bd. 2, Sp. 1147 Abb. 7 und bei S. Beinach,Bep. des vases 1, 16ö, vgl. P. Wolters , Ath.Mitteil. 16, 1891, 379 nr. 11; um das Grab-mal läuft die verstümmelte Inschrift: ’AvSgbg ioάποφ&ιαενοιο gaxog xaxbv έν&άβε xsigar·, inden Eidola sieht man die Seelen von verstor-benen Verwand-ten des hier Be-grabenen. Undfür eine andereattische Grable-kytbos mit sin-gulärer Darstel-lung im arch'äolo- 20gischen Museumder UniversitätJena vgl. Bwd.Gaedechens, Verh.d. Phüologinvers.zu Gera 1879 S.113. Paul, Scha-den),Fine attischeGrablekythos ,Diss. Jena 1897 3flS. 3 if. z. Fig. 1.Jane E. Harri-son, Journ. ofhell.stud. 20, 1900,
101, Fig. 1, oben Bd. 2, Sp. 1149f., 51 ff. (s.unsere Abb. 17). Wir sehen da den bär-tigen Hermes rechtshinstehend, mit Chlamys,hoher spitzer Mütze und hohen Schuhen, mitKerykeion in der Linken und mit Rhabdos(s. o.) in der Rechten, und vor ihm einen 40mächtigen Pithos, mit der untern Hälfte inden Boden eingelassen, an dessen Öffnung vierkleine nackte Flügelgestalten schweben. Offen-bar bedeutet das Fafs den Eingang zur Unter-welt, und es ist an die eben angeführte Escharamit Charondarstellung zu erinnern, an die Sitte,Gefäfse, oft ohne Boden, auf Gräbern anzubrin-gen, sowie an Gemmendarstellungen, z.B. den er-wähnten Chalkedon-Skarabaios aus Chiusi imBrit. Museum (unsere Abb. 11), wo Hermes ßoeine Seele aus einem Pithos, einem Tonfafs,heraufruft. Dem Lekythenmaler aber schwebtebei seiner Darstellung etwas wie das Aller-seelenfest der Griechen vor. Wir wissen ja,dafs am 13. Anthesterion, dem Fest der Chy-tren, den Toten geopfert wurde und die Seelender Verstorbenen an die Oberwelt kommendurften, und keinem der Olympier, nur demchthonischen Hermes, dem Seelengeleiter, wardieser Tag geweiht, vgl. Bohde, Psyche s 1, 60237 ff. Die Seelen kommen, aus der Unter-welt befreit, herauf ans Licht geflattert, bissie am Schlufs des Festes durch den allge-meinen Ruf der Menschen Θί^αξε, χήρες, ovxΜ Αν&εβτήρία wieder von der Oberwelt ver-scheucht werden und der unerbittliche Hermessie auf lange Zeit in den Hades zurückführt.Diese Szene ist festgehalten: ein Teil der
Seelen, aus langer Haft entlassen, flattert ausder Unterwelt ans Tageslicht, um das Opferin Empfang zu nehmen und sich an der Sonnezu freuen; eine Seele aber, die vielleicht vonferne schon den menschlichen Mahnruf gehört,weifs, dafs die Zeit bald abgelaufen ist, undstürzt sich wieder in die düstere Tiefe, ehesie der dabeistehende Hermes kraft seinesAmtes mit Gewalt zur Rückkehr zwingt.
Eidola, die Hermes trägt als Psychopompos,sind wohl auch zu erkennen in den freilichungeflügelten kleinen menschlichen Gestaltenauf etruskischen Skarabaien bei Furtwängler,Die ant. Gemmen Tf. 16, 54 und 18, 12, vgl.Bd. 3, 202. Auf dem Karneol zu Berlin ,Katal. nr. 203, vgl. Welcher, Alte Denkmäler 2,323 f. z. Tf. 16, 30. Müller- Wieseler, D. d. a.K. 2, 331. Furtwängler Tf. 16, 54 (s. unsereAbb. 18), trägt der unbärtige Hermes, imNacken den Petasos, den Winckelmann füreine Schildkröte ansah, in der Rechten dasKerykeion, auf seiner Linken eine kleine nacktemenschliche Figur;, einen Jüngling, der dieRechte adorierend erhebt und in der gesenktenLinken einen Zweig hält. Ebenso ist die Dar-stellung auf dem gestreiften Sardonyx im Brit.Mus. Cat. nr. 320 pl. E aufzufassen, bei Furt-ivängler Tf. 18, 12: Hermes , wieder mit Peta-sos im Nacken und mit langem Kerykeion inder Rechten, trägt eine kleine nackte mensch-liche Gestalt, also ein Eidolon auf dem linkenArm; rechts unten scheint durch Wasser derAcheron angedeutet.
Jeglicher Stütze in der literarischen wieder monumentalen Überlieferung ermangeltPottiers Deutung des sog. Eidolons auf einen„Eros funebre qui personnifie la jeunesse, Vamouret toutes les joies de lavie‘ l (S. 78); dagegenHirsch S. 30 f. Am ehe-sten wecken die Eidolaauf der von Furtwänglerpublizierten Escharaoder jene drei in den ge-lassenen Zwischenräu-men rechtshin durch dieLuft schwebenden Flü-gelwesen einer attischenLekythosdarstellung(unsere Abb. 12) die Er-innerung an Hom. 11. 23,
71 ff., wo des Patroklos den Achill umschleunigste Bestattungbittet: xr\le g tägyovattyv%ai, ei'äala xagov-tcov, ovSi ge itcn gLaysoften inthg ■sioengoiosäaiv. all’ av-tcas aldlr\yca av’ avgoTrvlsg"AiSog SS>, oder an Verg. Aen. 6, 326 ff., , vgl.Waser, Charon S. 45, 9. Als von der Über-fahrt zurückgewiesene Seelen wird man solchekleine Flügelwesen verstehen und begreift diegelegentlich angewandte Gebärde der Klage,wozu auch vgl. Tibull. 1, 5, 51: Hane voli-tent animae circum sua fata querentes. Dafssolche Vorstellung der tyv%ri, des siScolov nichtübel der HomS-rs entspricht, ist nicht zu ver-kennen; das Eidolon ist „das luftige Scheinbild