3 Tadokomeites
So lautet die Überlieferung; doch schreibt Kern(z. d. St.) nach der Vermutung von Hiller v.Gaertringen Άπόλλωνι Γαδηνω, weil dieser Bei-name des Apollon sich nach Filoio, Klio, Bei-träge zur alten Geschichte 6 (1906), 534 aufeiner thrakischen Inschrift (Selenigrad an derserbischen Grenze) findet, auf der Kalinka,Antike Denkmäler in Bulgarien (= Schriftend. Balkankommission 4) 158 nr. 144: ΆπόλλωνιΚαδρηνώ gelesen hatte. Doch wird die LesungΤαδηνός empfohlen durch zwei lateinische In-schriften, von denen die eine aus der Nähevon Sarajevo stammt: Apolloni Tadeno, C. I. L. 3 Suppl. 13858 p. 2256. Dessau, Inscr. Lat. sei.4879, die andere aus der Nähe von Jamboli(Ostrumelien, Bez. Burgas) und gleichfalls Apol-lini Tadeno geweiht ist, Bev. arch. 1911, 2p. 213 nr. 17 (aus Bull, de la soc. arch. Bulgare1 [1910], 227). G. Seure, Bev. arch. a. a. 0. 438.
[Hofer.]
Tadokomeites (Ταδοχωμείτης), Beiname desApollo auf einer Weihinschrift aus Kyzikos (jetzt im brit. Mus.) έίοχληπιόδοτος ■ . ■ ΑπόλλωνιΤαδοχωμείτη ευχήν, Murray in Bevue archeöl.17 (1891), 12 nr. 3 vgl. 19 (1892), 120 Anm. 5.Bevue des etudes grecques 19 (1906), 316. Arch.Anzeiger 1891, 132, XI, 4. A. H. Smith, A ca-talogue of sculpture in the Brit. Mus. 1 , 359nr. 777. [Höfer.]
Taedifera. Taedifera dea ist Bezeichnungder Demeter bei Ov. Heroid. 2, 42. Fast. 3,786. Über die Fackel als Attribut der Demeters. Bd. 2 Sp. 1315, 33 ff. 1366, 2 ff. 1377, 60.Gruppe, Gr. Myth. 1186, 5. [Höfer.]
Taenos (Ταηνός), Beiname des Zeus vonTavium, der Hauptstadt der galatischen Trok-mer, in der Strabo 12, 567 einen ehernen Ko-loß (vgl. W. Wroth, Catal. of the greek coinsBrit. Mus. Galatia , Cappadocia Introd. 23 f.pl. 5, 12 p. 27; vgl. auch pl. 5, 2. 4 p. 24 f.Head, Hist, numI 749. Mionnet, Suppl. 7, 654nr. 98) und das Asyl des Zeus erwähnt, aufeiner Inschrift aus Ankyra: φυλή Διός Ταηνον,Arch. Epigr. Mitt. aus Österr. 9 (1885), 117, 72.Ebenfalls aus Ankyra stammt die Weihung:Δι\1 Ταονιανω ενχήν, Arch. Ep. Mitt. a. a. 0.114, 65. Zwei Inschriften, die eine aus Napoca (Klausenburg ), die andere Apulum (Carlsburg)sind geweiht: I(ovi) O(ptimo) M(aximo) Taviano,C. I. L. 3, 860 (= Dessau, Inscr. Lat. sei. 4082).1088; vgl. Perrot, De Galatia provincia Bo-mana 161. [Höfer.]
Tages I wird überliefert als der Name einesetruskischen Götterknaben, den (nach Cic. dedivin. 2, 23 und Ovid. met. 15, 553) tyrrhe-nische Pflüger aus der Erdscholle empor-pflügten. Er war ein Sohn des Genius Iovialis,Enkel des Iuppiter [Festus s. v. Tages] und vonder Weisheit eines Greises. Er verkündete denzusammengelaufenen Landleuten die Zukunftund lehrte sie die Haruspizin [vgl. Gens, de dienat. 4, 13], Alsdann starb er. Seine Wortewurden niedergeschrieben und waren in denDivinationsbiichern der Etrusker enthalten [Cic.de div. 2, 23, 50 und Maerob. Sat. 19, 13 übersacra tagetica; mehr bei Wissoiva, Beligion undKultus der Börner 470, 3], Eine Darstellungseiner Geburt hat Braun (Tages und die heilige
Tages 4
Hochzeit Minervens mit Herkules) auf demSpiegel Gerhard Taf. CLXV finden wollen; alleindas ist abzuweisen, teils weil die Szene sachlichganz verschieden ist, teils weil, wie der SpiegelGerhard Taf. CLXXXI dartut, das betreffendeKind des hercle und der menrva den Namenepius trägt (näheres darüber siehe s. v. turan).Die etruskische Form des Namens Tages findetsich nirgends, da aber Ovid ausdrücklich sagt:lndigenae dixere Tagen, so werden wir hierwohl die latinisierte Form des etruskischenNamens vor uns haben. Aber diese latinisierteForm zeigt eine doppelte Gestalt: bei Ovid haben wir den Akk. Tagen und bei Serv. Verg.Aen. 1 , 2 den Gen. Tagae, bei Stat. Silv. 5, 2, 1hingegen den Gen. Tagetis, und den gleichenStamm haben wir auch in Tagetici libri undebenso bei Io. Lyd. de ost. 54 den Gen.Τάγητος. Diese längere Form scheint somitdie echtere. Da lateinische Media im Etrus-kischen zumeist als Aspirata erscheint, sowürde die etruskische Form als ta^et anzusetzensein. Eine Erinnerung an ihn hat sich im Volks-glauben, wie es scheint, erhalten. Leland(Etruscan Boman Bemains 96) berichtet vonihm, er heiße Tago und sei ein spirito bam-bino, 'or appearing as a little boy’. Von le-lands Gewährsmännern erzählte der eine: ’Tagois a spirit who is invoked, teilen tce see chil-dren suffering, with an invocation whith causesthem to recover their heult’, während der an-dere angab: ’there is a spirito bambino, orspirit like a boy, who is, however, a tvizard.His namc is Teriegh. He comes up out of theground, andpredicts thefuture or teils fortunes.’Dies letztere könnte aussehen wie eine Remi-niszenz aus Ovid , wenn nicht der Name Te-riegh wäre. Das scheint doch ein etr. tarcetzu sein, und da der Pflüger bei Io. Li/cZits Tarchongenannt wird und Strabo 5, 2 p. 219 nichtden Tages, sondern den Τάρχων von Geburtgrauhaarig nennt διά τήν in Λαίδών ΰύνεβιν,so scheint der Name des Pflegevaters und derdes Sohnes ein und derselbe zu sein, „und eswird doch wohl [auch bei Leland ] alte Überlie-ferung vorliegen. Dann stände also Tages fürTarges, was im Etruskischen sehr wohl mög-lich ist (vgl. z. B. macani für marcani und ähn-liches), und somit hätten wir als echt etrus-kische Form ein tarnet. Das erinnert lebhaftan den Ταρχέτιος (s. d.), einen Albanerkönig,von dem Plutarch (Bomul. 2) berichtet, daß erwegen eines am Herde erschienenen Phallus dieOrakelgöttin Ty&vg befragt habe. [C. Pauli.]Einen gewissen Einfluß scheint die Tages-sage auch auf die Pythagoraslegende ge-wonnen zu haben, wofern nicht Porph. V. Pyth.10 (p. 21, 21 N.) nach Διογένης iv τοίς υπέρΘονλην άπίβτοις geradezu eine ihrer Variantenaufbewahrt hat. Nach dieser soll Mnesarchos,einer von den Tyrrhenern, welche Lemnos,Imbros und Skyros bewohnen, auf seinen Reisenein Kindlein unter einer schönen und großenWeißpappel gefunden haben: έπιοτάντα δε&εάααα9·αι ύπτιον εις τον ουρανόν άναβλέπονταπρος ήλιον άαχαρδαμνχτ'ι χαίτω ατόματι ένιενταχάλαμον ομιχρ'ον χαι λεπτόν χα&άπερ αύλον.&ανμάσαντα δε χαι δρόβω ix τής λεύκης κατα-
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