13 Tainaros
die Lokalisierung des Sängers Arion am Tai-naron (inschriftliche Belege für das Vorkommendes Namens Arion auf der Tainaron-Halbinselund in deren Umgehung im Band der lakon.und messen. Inschriften, besorgt von W. Kolbe,
1. G. 5, 1, vgl. Ind. p. 317) in Zusammen-hang steht mit dem Kult des Apollon-Helios,der neben oder schon vor Poseidon der Haupt-gott war am Tainaron, vgl. Hom. Hymn. aufd. ( pyth .) Ap. 411 ff. bzw. v. 233 ff., s. o. Bd. 1,Sp. 2025, 53 ff. 4, Sp. 1028, 44 ff. (am'Tainaronweideten des Helios dichtwollige Schafe); Po-seidon habe von der Leto Kalaureia gegenDelos, von Apoll aber Tainaron gegen Pytho(= Delphi) eingetauscht, Strab. 8 p. 373f. Paus.
2, 33, 2 (und dazu Hitzig-Bliimner 1, 639), wobeidemal (nach Strabon aus Ephoros) auch eindarauf bezüglicher Orakelspruch mitgeteilt wird,vgl. Boeckh, Kl. Schriften 5, 201 A , für Apollon am Tainaron auch Wide S. 72. 88 f. Die Sagenun vom Sänger Arion dürfte (soweit nichteine historische, literargeschichtliche Persön-lichkeit dahinter steckt) sich beispielsweise auseinem Kultbild herausgesponnen haben, dasden Gott, den Apollon Delphinios, aufeinem Delphin reitend darstellte ( Gruppe , Gr.
M. 167), Arion dürfte 'eine dem Phalanthosund Apollon Delphinios ähnliche Sagengestalt’sein ( Wide S. 89), eine Parallelbildung zu Pha-lanthos (s. d.), der in der ursprünglichenÜberlieferung, d. h. vor 'Taras dem Sohnedes Poseidon’ der Delphinreiter Tarents ge-wesen ist ( Usener, Sintflutsagen S. 158), der mitder Leier in der Hand auf einem Delphin übersMeer fährt und in welchem E. Maass, De Le-naeo et Delphinio comm. (Ind. Gryphisw. 1891/92)S. 19 f. den Apollon Delphinios erblickt (überdiesen schon eine Abhandlung von D. Preller,Aus d. Verh. d. k. scichs. Ges. d. Wiss. zu Lpz.,philol.-hist. CI. 6 [1854], 140 ff. in d. ' Ausgew.Aufs.’ hg. von Peinh. Köhler 1864 S. 244ff.);über den Delphinreiter zumal Usener a. 0.138ff.,am Tainaron S. 141. 150 f., auch v. Wilamowitz ,
N. Jahrb. f. d. klass. A. 29 (1912), 469 f., 2.Und mit dem Kult des Apollon Delphinios(Pythios) mochte ursprünglich auch in Verbin-dung stehen die tainarische Sühnungsanstalt,die von dem Kreter Tettix (s. o.) gegründetsein sollte (Flut. a. 0. Suid. s. ’Aq%IX.), vgl.Müller , Dorier l 2 , 230. Wide S. 89. Anderseitswieder hat man Phalanthos den Delphinreiterzurückführen wollen auf Poseidon , den'sacercuBtos Tarenti ’ (Hör. c. 1, 28, 29), vgl. Doehle,Gesch. Tarents ( Progr. d. Straßb. Lyc. 1877).Studnieeka, Kyrene 175 ff. (184), o. Bd. 3, Sp. 2239,23 ff. 2240, 16 ff, und auch mit Poseidon hatman die Gestalt des Arion in nahe Beziehun-gen gebracht; so sucht Klement a. 0. S. 46nachzuweisen, daß auf Tainaron ein MeergottArion verehrt ward, der dann zum Heros herab-sank und später ausgeglichen wurde mit demDichter. Wohl mit Recht bemerkt dazu GruppeS. 1141, 2: 'In Wahrheit sind auf Arion Zügeder beiden nahe verwandten Götter von Tai-naron, Apollon und Poseidon übergegangen...’In der mythischen Gestalt des Arion (einDichter dieses Namens aus Methymna wird jawirklich gelebt haben, vgl. z. B. v. Wilamoivitz,
Talaionides 14
D.L.Z. 19 [1898], 1876) begegnen sich, wie imApollon Delphinios, die beiden Götter Apollon und Poseidon , wie sich, nach Gruppe S. 256 f.,
14, auch in der Person des Poseidonsohnes Eu-rypylo s wie in einem Brennpunkt die ver-schiedenen am Tainaron lebendigen Vorstellun-gen sammeln: Beziehungen zu Poseidon- undHelioskult und tainarischem Hadeseingang;wiederum wurden wahrscheinlich auch zu Ta-rent die Götter von Tainaron, Poseidon undApollon Delphinios, an einem Hadeseingangverehrt, Gruppe S. 374, und auch Aithra, desPhalanthos Gemahlin (Paus. 10, 10, 8), wirdals zugehörig bezeichnet zum Helios- und Po-seidonkreis von Tainaron, Gruppe (266, 11)546, 2 (1227, 2). — Die mannigfachen Beziehun-gen von Tainaron spiegeln sich im vielseitigenGebrauch des Adjektivs Ταινάριος bzw. Tae-narius. Nicht bloß Poseidon heißt T., Paus. 3,12, 5. 1. G. δ, 1 nr. 1226 f. Schol. Aristoph.Ach. 510. Prop. 1, 13, 22, sondern auch Pluton,Coripp. loh. 7, 308 (Taenarius Iuppiter), undin den meisten Fällen drückt das Adj. Tae-narius, zumal bei römischen Dichtern, die Zu-gehörigkeit zur Unterwelt aus = inferus, in-fernus, etwa wie Stygius (s. d. und unt. Styx),vgl. Verg. georg. 4, 467 (fauces). Ovid. met. 10,13 und Stat. Theb. 1, 96 (porta). Ον. fast. 4,612 (vallis), ferner Stat. Theb. 4, 214. 6, 508(und dazu Claud. 33, 2). 7, 659, vgl. auch Tae-nara (soviel wie Unterwelt) Sen. Troad. 407.Claud. 35, 307. Häufig Taenarius = lakedai-monisch, spartanisch, so Ov. met. 2, 247. epist.
15, 274, besonders für Helena, Ov. her. 13, 45(Taenaria marita). 8, 72 (Taenaris soror), auchbloß Taenaris 8, 73, vgl. auch Priapea 68, 9(Taenarius cunnus), Taenaris auch noch Ov. epist. 15, 30. 16, 6, die Maskulinbildung dazuTaenarides für Hyakinthos, Ov. met. 10, 183,ebenso TcuvagiSps bei Nonn. Dion. 30, 188für den Amyklaier Dasyllios (der damit alsonicht als Sohn eines Tainaros bezeichnet wird,wie o. Bd. 1 Sp. 964, 22, in diesem Bd. Sp. 6,20 f. und bei Pauly-Wissowa 4, 2224, 45 an-genommen ist); endlich spricht z. B. Prop. 4,1, 49 von Taenariae columnae, vgl. auch Tib.3, 3,14, weil das Tainaron auch seinee schwar-zen Marmors wegen Ruhm hatte, vgl. Strab. 8p. 367. Plin. nat. hist. 1, 36, 29. 36, 135. 158.Bursian, Üb. d. Vorg. T. 782 f. 789 ff. Geogr.Griech. 2, 106. [Otto Waser .]
Talaimenes (ΤαΧαιμε'νης), Vater des Antiphos(s. d. nr. 3) und des Mesthles (s. d.), Hom,II. 2, 864.Apollod. Epit. 3, 35. p. 200 Wagner. Über denNamen seiner Gattin s. Bd. 1 Sp.385, 25 ff. Wag-ner bei Pauly-Wissowa 1, 2530, ööff. [Höfer.]
Talaionides (ΤαΧαϊονίδης), Patronymikon1) des Mekisteus (s. d.), Hom. 11. 2, 566 (=Certam. Hom. et Hesiodi 286. Preger, Inscr.Gr. metr. 149 p. 118). 23, 678. — 2) des Adra-stos, Find. Ol. 6, 15 (24). Stat. Tlieb. 2, 141.5, 18. Lactant. Plac. zu Stat. a. a. O. 5, 18.Über die Bildung des Patronymikons von Ta-Xaog (s. d.) vgl. Schol. Yen. B. Hom. II. 2, 566(vgl. Eust. ad. Hom. 11. 288, 18 und Schol. rec.Find. Ol. 6, 24): άπο τον ΤαΧαΐων έατιν η ν.Χί-οΐξ · η κατά πΧεονασμόν έοτι τον <m, und dazuLobeck, Pathol. sermon. Gr. Prolegomena 145 f.
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