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Fünfter Band. T.
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19-20
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19 Talassio

posuit (pro muliebri folliculo), unde et Talassus.Dies würde der griechischen. AbleitungTgi-vaiog von vyrjv gut korrespondieren; sonstsind allerdings die Etymologien des Festusmit Vorsicht zu gebrauchen; vgl. Fest. p. 123Minerva.

Talasius kommt abgesehen von jenen aufseine Erklärung bezüglichen Stellen nur 8 malin der Literatur vor, und zwar einmal beiCatull 61, 128 ( satis diu | lusisti nucibus·. lubet\iam servire Talasio).

Zweimal bei Vergil , Catal. 4, 8 ( Talassio !Talassio! Talassio! vgl. Marius Victorin., Arsgrammat. 2) und ebd. 5, 14 (et inscio repenteclamatum insuper Talassio! Talassio!); vier-mal bei Martial: 1, 35, 6 ( quid si me iubeasTalassionem \ verbis dicere non Talassionis);3, 93, 24 sternatur a Coride archiclinico lectus,Talassionem qui tuum decet solus); 12, 42, 3(praelucere faces, velarunt flammea voltus \ nectria defuerunt verba, Talasse, tibi); endlich inobszöner Bedeutung 12, 95, 4 . . . sed puella Jsit tecum tua, ne Talassionem indicas mani-bus libidinosis \ et fias sine femina maritus;bei Sidonius Apollinaris Fp. 15 (per omniatheatra macella, praetoria, fora, templa, gym-nasia Talassio fescenninus explicaretur).

Die zahlreichen Versuche früherer Gelehr-ten, die Entstehung und Bedeutung des Ta-lassio zu erklären, seien im folgenden kurzberührt. Huschke, Osk.-sdbellische Sprachdenkm.tit. 5) und Preller (Röm. Mythol. 2 S S. 216)knüpfen an den, wie wir gesehen haben, auchvon den Alten behaupteten sabinischen Ur-sprung des Talassio an; Huschke meint, daßTalasius ein sabinischer Hochzeitsgott gewesensei; die a. a. 0. herangezogene sabinische In-schrift iuve talseture deutet er als Iovi Talasio,der ihm mit dem Zsvg TccXXaiog der Kreteridentisch scheint, Preller meint, daß Talasiusein Beiname des Quirinus gewesen sei. Völligverfehlt ist die Ansicht Mercklins (Index schol.Dorpat . 1860 p. 14), daß der alte verscholleneErntegott Consus und Neptun identisch seienund des letzteren Beiname %aXaooiog aufConsus übertragen worden sei. Mit Consus,auf dessen Bat (deus consilii ) die Sabinerinnengeraubt wurden, will Roßbach, Römische EheS. 331 und 340 den Talasius identifizieren, dernach seiner Ansicht ein unterirdischer, gleich-sam die Samen der verschiedenen Pflanzen inseinem Schloß tragender Gott ist, wobei erden Namen mit xuX (ferre), TeXagibv, Tellusin Verbindung bringen will.

Hartung, Relig. der Römer 2 S. 245 meint,daß der Ausruf Talassio oder Talasse eben-so wieTfigv coTpivcue auf die Fruchtbar-keit der Ehe hindeuten solle, und hält die Er-klärung des Sextius Sulla (s. o.) für richtig,daß jener Ruf das Signal für die Jungfrauen-räuber gewesen sei. Richard Schmidt, aufdessen Dissertation (De Hymenaeo et Talasiodis veterum nuptialibus Kiel 1886) hier ver-wiesen sei, a. a. 0. p. 91, will Talassius unterHinweis auf die Wurzel Hai - (in der FormtäXig Soph. Ant. 629) mit dem später mitMars gleichgesetzten sabinischen Quirinus inVerbindung bringen, indem er mit Preller,

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Röm. Myth. p. 327 f. meint, a. a. 0. p. 91, daßTalasius ein Beiname des Quirinus, des sabi-nischen Mars, gewesen sei. Die falsche Vor-stellung, die Schmidt von dem Mars der älte-sten römischen Zeit hat, der nie etwas anderesgewesen ist als Kriegsgott, hat ihn zu unhalt-baren Schlußfolgerungen verleitet.

Von all diesen Ansichten ist wenig halt-bar; es scheint mir zweifellos, daß in der rö-mischen Religion ein Gott Talasius nie wirk-lich existiert hat, sondern eine Schöpfung derrömischen Antiquare und Geschichtsforscherdes ersten Jahrhunderts n. Chr. ist. Dafürspricht schon die Unsicherheit des Namens,die in diesem Grade bei keinem anderen rö-mischen Gott vorliegt; und zwar ist die Bil-dung von dem auf die Fruchtbarkeit der Ehebezüglichen Hochzeitsruf Talassio, der immer-hin sabinisch sein mag, zu Talasius u. a.zweifellos im Anschluß an 'Τμην ώ Υμέναιεvor sich gegangen. Auffallend ist bei den Er-klärungsversuchen der Alten, daß sie fast aus-nahmslos den Talasius irgendwie mit demRaub der Sabinerinnen in Verbindung bringen.Eine hübsche Parallele zur Entstehung desHochzeitsgottes aus dem Hochzeitsruf bietetdas, was uns im Cod. Ven. All. 18, 843 voneinem Argiver Hymenaeus erzählt wird. Dieserhabe Jungfrauen, die von den Pelasgern ge-raubt worden seien, aus den Händen ihrerRäuber befreit, deshalb stimmten die Frauenbei ihrer Hochzeit (vo μίμως γάμον μεν ai) einenHymnus auf ihn an, der nach ihm υμέναιοςgenannt sei. Hier wird also aus dem Hoch-zeitsruf nicht ein Gott, sondern ein gleich-namiger Argiver ätiologisch konstruiert.

Darstellungen dieses verschwommenen gött-lichen Gebildes in der Kunst haben wir natur-gemäß nicht. Die Unterschrift auf einer Vaseder Sammlung Middleton (Catal. Durand p. 160)ΤΑΛΑΣ kann sich natürlich nicht auf Ta-lassio beziehen; wahrscheinlich ergänzte O.Jahnrichtig: "Ερως τάΧας (vgl. Jahn, Über Dar-stellungen griech. Dicht, auf Vasenbildern p. 714;Abhandl. der k. sächs. Ges. d. HVss. 8, 1861;vgl. Körte, Personifik. psychischer Affekte S. 80).

[Fr. Richter.]

Taletitas (TaXs τίτας), Beiname des Zeus aufeiner Inschrift aus Sparta , wo er neben Auxesia(s. d.) und Damoia (Damia) genannt wird, LeBas 2, 143 nr. 162 k. Kumanudes, Α&ήναιον1, 257. v. Prott, Fasti sacri p. 35 nr. 14. Nilsson,Griech. Feste 32. Bull, dell Inst. 1879, 189Cottitz 4496. I. G. 5, 1, 363. Der Name erinnertan den TaXstov genannten Gipfel des Taygetos,auf dem dem Helios Rosse geopfert wurden,Paus. 3, 20, 4. Kumanudes u. v. Prott aa. aa. 00.Wide, Lakonische Kulte 18. 216. 219 f. NachLe Bas a. a. 0. Wide 216. L. Mercklin, DieTalos-Sage (Mem. de Tacad. des Sciences de St.Petersbourg, Mem. des savants itrangers 7 [1854])S. 51 soll der Beiname den Zeus als Sonnengott(vgl. Hesych. ΤάΧως· b pXiog) bezeichnen, wasschon deshalb unwahrscheinlich ist, weil aufdem Gipfel Taleton, von dessen Name der Zeus-beiname nicht zu trennen ist, dem Helios be-sonders geopfert wurde. Usener, Götternamen130 sieht in Zeus Taletitae, ebenso wie in Zeus

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