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Talitha
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Tallaioa (s. d.) den Gott, der die Pflanzen sprie-ßen läßt (vgl. Thaies). Doch bemerkt v. Prott,Athen . Mitt. 29 (1904), 10, daß gerade diekahle Höhe des Taleton am wenigsten berech-tigt sei, ihren Namen vom Sprießen der Vege-tation zu tragen, und daß wahrscheinlich derZusammenhang der Opfer an Zeus Taletitasund die beiden Göttinnen Auxesia und Damianicht innerlich in der Verwandtschaft der Gott-heiten, sondern nur örtlich bedingt sei, manwerde daher am besten zu der alten Erklärungzurückkehren und den Zeus Taletitas ebensowie den Tallaios mit dem Sonnenkult in Ver-bindung bringen. [Höfer.]
Talitlia (talitfa) ist der etruskische Nameeiner Göttin, wie es scheint, auf einem Spiegelvon Volci, der von II. G. Schultz im Bull, dell’Inst. 1840, 58; von Gerhard, Etruskische Spiegel4, 73. Taf. CLXIII und von Fabretti, G. I. 1.nr. 2154 veröffentlicht ist. Die Darstellungzeigt zwei Figuren, links einen völlig unbe-kleideten Jüngling, der in der Rechten einAlabastron, in der Linken eine Blume hält unddie Beischrift truisie trägt, und ein ebenfallsnacktes Mädchen, das in der Linken ein Hen-kelkörbchen hat und die Beischrift talitta trägt;beide sind in zärtlicher Stellung, und der Jüng-ling reicht die Blume dem Mädchen. Die Deu-tung ist nicht ganz klar. Während Gerharddarin eine erotische Genreszene nach einemBade sieht (die Beischriften sind ihm nichtverständlich), faßt Bugge (in Deeckes Etr.Lorsch. und Stud. 4, 27) die Darstellung alsmythologisch, sieht in dem etr. truisie ein lat.Trosius, welches den Anchises bezeichnensolle, und in der talilta ein griech. T&ctXia =Aphrodite . Beides ist mir, obwohl auch ichdie Szene für mythologisch halte, wenig wahr-scheinlich. Einen positiven Deutungsvorschlagvermag ich indes nicht zu machen.
[C. Pauli.]
Tallaios (TalXalog), Beiname des Zeus inKreta , speziell in Olus, C. I. G. 2, 2554 Z. 95.Collitz 50 7 5 48 . Corr. hell. 3 (1879), 293 Z. 14.(. Dittenberger, Sylloge 2 2 , 514,15. Collitz 5149 14 ).24 (1900), 227 Z. 59 f. (= Collitz 5104 eo ). 29(1905), 205 Z. 19. Er wird angerufen im Eideder Drerier und Knosier (Bangabe, Amt. Hell.
2, 2477 p. 1029. Arch. Zeit. 13 (1855), 58, 1.Museo Ital. di ant. dass. 3 (1890) 660 A. Z. 24.Dittenberger, Sylloge 2 2 , 463. Cauer, Delectus 138. Collitz 4952. Rhein . Mus. 58 (1903), 23, 1),im Eide der Bewohner von Lato ( Hoeck, Kreta
3, 140 g. C. I. G. 2, 2554 Z. 178. Collitz S075 f4 ,vgl. Demargne, Corr. hell. 24 (1900), 231). Auchauf einer Inschrift aus Milet findet sich nachKaicerau und Rehm, Das Delphinion in Milet 62 nr. 38 a Z. 4 (= Königl. Museen zu BerlinMilet 186) TaHaEos als Epiklesis des Zeus ;doch kann es auch ein zu einem Personen-namen gehöriger Ethniker sein. Bei Hesych.(p. 126, 79 Schmidt) steht TaXaiog· b Zsvg IvΚρήτη, und ebenda wird ein Fest erwähnt Ta-Xaidirpg (TaXainpg, ΤαΧΧατάτηςΊ) άγων γυμ,νι-κός, das wohl dem Zeus Tallaios galt, Hoecka. a. Ο. 1, 416. Gerhard, Gr. Myth. § 199. Mitdem Beinamen Tallaios steht im Zusammen-hang der Name der TaXXala ορη, eines nördlich
Talos (Genealogie; Name)
vom Ida auslaufenden Bergzuges mit einer demHermes geweihten Grotte, C. I. G. 2, 2569.Bangabe a. a. O. Hoeck, Kreta 1, 163. 416. Bur-sian, Geogr. v. Griechenland 2, 557. Gruppe, Gr.Myth. 249. 12. Der Zeus Tallaios (Talaios) istwohl ursprünglich mit TdXag (s. d.) identisch,Gruppe a. a. O. A. Fick, Vor griechische Orts-namen 90. W. Aly, Der kretische Apollonkult40 (vgl. 7, wo auch ein Apollon Talaios an-genommen wird). Aly , Philologus 71 (1912)S. 473. — Welcher, Griech. Götterlehre 2, 244(vgl. Gruppe a. a. O.) u. E. Aßmann, Zur Vor-geschichte von Kreta in Philologus 67 (1908), 179setzen den Z. Tallaios dem jugendlichen ZeusJrsX%dvog (s. d.) von Phaistos gleich, und 'daauf Kreta gerade der jugendliche Zeus hervor-tritt’, so erklärt Assmann a. a. O. den BeinamenTaXcaog bzw. TaXXatog durch das aramäische'talia’ = 'Jüngling’. _ Uber Useners Deutungs. d. Art. Taletitas. Übrigens findet sich die-selbe Vermutung schon bei Ed. Gerhard, Arch.Zeit. 13.(1865), 61 Anm. ausgesprochen: 'IstZeus TaXXatog nicht von ftdXXcn abzuleiten?’Vgl. Taletitas. [Höfer.]
Talmithe (talmitte) und Talmite wird an-scheinend in vier Inschriften statt palmitte(= gr. Palamedes) gelesen; näheres darübers. v. palmitte. [C. Pauli.]
Talos ( TaXag ), 1) Sohn des Kres, Vater desHephaistos, Großvater des Rhadamanthys (Paus.8, 53, 5 nach Kinaithon fr. 1), auch Sohn desOinopion, Bruder des Euanthes, Melas, Salagosund Athamas (Paus. 7, 4, 8, vgl. Hoeck, Kreta 2, 231 A. e; 71), galt auch für ein Werk desHephaistos, das dem Minos zum Geschenk ge-geben wurde (Apollod. 1, 9, 26) oder auch füreinen letzten Rest des ehernen Geschlechtes(Apollod.), bekannt als der eherne Wächter derInsel Kreta .
Der Name dieses kretischen Heroen be-gegnet uns in den Formen TdXog (nur bei Paus.7, 4, 8 und Pompon. Mela 2, 7, 12: Grete fa-migerata . .. Tali statione atque morte), TäXcog,wie er gewöhnlich lautet (Zenob. 5, 85. Plato Min. p. 320 C; legg. 1, 3, 11 p. 446. Lucian.Philops. 19. Apoll. Bhod. 4, 1636), TaXcov, dieeigentümliche Form auf den Münzen von Phai-stos. Bei Hesychios findet sich (s. v. TaX&g) dienur hier vorkommende Form TaX&g , die Merck-lin (die Talossage = Mem. des sav. etr. de St.Petersbourg t. VII, S. 49 und A. 129) in seinererschöpfenden Abhandlung für eine ganz ver-einzelte Variante erklärt. Nach Döderlein(Comm.de voc. TtiXvysrog Erlang. 1825 p. 11) stellt Ta-Xmg die Kontraktion aus TaXaiog dar, begün-stigt durch die Mittelform TaXumg, wobei aberD. zur äolischen Zurückziehung des Akzentesauf die Stammsilbe seine Zuflucht nehmen muß,während Mercklin (a. a. 0.) in Talos die alteForm des kretischen Sonnengottes sieht unddementsprechend in TäXcog die kretische FormaXcog = r,Xwg, mit dem verdichteten Spiritusoder Digamma ausgesprochen, vermutet (S. 55).Der Genitiv lautet TdXcoog (Tzetz. Hist. 3, 296),TaXco (Paus. 8, 53, 8), der Akkusativ TaXia (Ap.Bh. 4, 1668. Lucian. de saltat. 49), TdXmv (Phot,bibl. p. 443 B. Suidas s. v. ZagSaviog yiXcog),TdXava (Suidas s. v. TduvQig). Ähnliche Ka-