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Fünfter Band. T.
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23 Talos (Name)

susbildung kehrt im Namen des attischen He-roen Kaltog, den einige, darunter Mercklin(a. a. 0. S. 56 ff.), mit TaXmg identifizieren,wie-der; denn Paus. 1, 21, 4 begegnet uns derAkkusativ KaXtov, der 1, 26, 4 wieder die FormKala hat. Dagegen kennt keine der Münzender Stadt Phaistos , die als Symbol wiederholtDarstellungen des Talos tragen, über dessenBeziehung zu dieser Stadt aber noch keinerechte Klarheit herrscht ( Mercklin S. 91 f.), denNominativ Talos, alle bringen andere Formen,meist TdXcav ( Mionnet, Suppl. 4 p. 332 nr. 233.Head, Hist. num. p. 402. Cavedoni, Annali 7,156 ff.) oder Abkürzungen. Mercklin erklärt(S. 88 f.) die Form TaXeop für den Akkusativ,analog rjgav, yiXav gebildet, neben der Endungauf a, die sich bei Suidas findet. Die FormA .. EAAT (angeführt bei Cavedoni a. a. 0.) istnach Mercklin eine rückläufige Form und iden-tisch mit TA Ab; NA, worin ein Buchstabe ver-dorben ist. Die rückläufige Schrift deutet erdahin, daß man hier einen archaisierendenTypus vor sich habe, der den Schein des Alter-tums erwecken solle. Dieser Akkusativ aufMünzen soll eine Widmung darstellen wie beiMionnet (4, 368; 5, 90 nr. 470; 6, 180 nr. 1159;Suppl. 5, 148 nr. 861; 107 nr. 578), wie diesauch auf Inschriften vorkommt (vgl. Franz,Elem. epigr. Gr. p. 331), und ein Anathemaausdrücken. Warwick Wroth ( Catal. of the Greekcoins of Crete p. XXXII) bemerkt, daß die Mün-zen nur die Form TdXav kennen, die literarischnirgends belegt ist, und Head (a. a. 0.): TheCretan forme of the name (if in the nominative)would appear from the coins to have heen Tdlcovand not Tdlag.

Curtius (Grundzüge d. Griech. Htym. S. 220)und Fick ( Griech. Personennamen S. 80) leitenden Namen vom Stamm TaXai- ab, der dieBedeutung von %Xfyiav hat und in den Vari-anten Tcdao g, Tdlog und TdÄtog repräsentiertwird. Wide (Lakon. Kulte S. 216 A. 2) ziehtzur Deutung den Namen des Zeus Tallaios aufKreta heran und erklärt das Doppellambda hieraus dem Digamma von ralJ-mg = %al&g, wo-nach die Form ein Part. Perf. von der Wurzelxul = ausdauern wäre. Nur stört dabei wie-der die Akzentuierung wie bei Hesychios-, dasucht Wide noch eine Ableitung: *taXs = Tfjleund bringt diese Bildung zusammen mit TaXs-tLzag und Tuvzalog, auch "A-zXag (S. 18; 216),von denen jener Name sich aus der intensivenReduplikation erklären soll. Fick (a. a. 0. 213)führt bei der Ableitung vom Stamme TaXcci.-nochA-zuXdvzri an. Scheint auch die Etymo-logie noch keine volle Klarheit zu bringen, somuß angeführt werden, daß im Mythus Talos,Tantalos und Taletitas Parallelen zeigen (LeBas-Foucart, Expl. p. 144), indem letzterebeiden unzweifelhaft Höhengötter gewesen sindund auch ein Berg Taleton sich sowohl aufKreta als in Lakonien nachweisen läßt (Paus.3, 20, 4; 6. C.l. Gr. 2569). Als einen fernerenBeweis für die Beziehungen zwischen jenenbeiden Landschaften führt Wide (S. 249 f.) dieVerehrung der Pasiphae an.

Man stellte sich unter Talos einen ehernen,aber lebendigen Riesen vor (Orph. Argon. 1359.

Talos (Wesen) 24

Apoll. Bhod. Arg. 4, 1636. Eustath. Od. 20, 302p. 1893. Lukian . de saltat. 49. Apollod. 1 , 9, 26.Suidas s. v. Σαρδάνιος γέλως. Schol.Plat. p. 926 a26 ff. ed. Tur .), der mit der kretischen Sageeng verknüpft ist; dies erhellt schon daraus,daß er in die oben erwähnte Genealogie ver-flochten wurde und für den Sohn des Kres undGroßvater des Rhadamanthys galt. Heyne ( Ob-serv. ad Apollod. p. 89), Boettiger (Ideen zurKunstmythol. 1, 377 ff.) und Hoeck (a. a. O.S. 71) suchen den Ausgangspunkt der Sage ineiner Kolossalstatue des Sonnengottes, währendMercklin (S. 43) sich dahin äußert, daß einsolches Bild immer nur das Sekundäre seinkann und den sichtbaren Ausdruck von Vor-stellungen verkörpert, die eine lange Entwick-lung voraussetzen. Natürlich ist jedoch, daßdurch ein solches Bild die Tradition einenVermittler und eine treue Stütze gefunden hat.Gruppe (Griech. Mythol. S. 1310) spricht sichgleichfalls dafür aus, daß in Kreta zum Schutzegegen die Sonnenhitze eine Erzstatue aufge-stellt war, die nach Mercklin (S. 45) dem Schöp-fer des Koloß von Rhodos als Vorbild diente.Simonides (Suidas a. a. 0. Schol. Plat. p. 926 a26 ff.) nennt Talos geradezu Ήφαίβζόζίνχζος,was an die erwähnte Genealogie erinnert. Essoll aber damit nicht etwa ausgedrückt wer-den, daß er ein wunderbares Kunstwerk ge-wesen sei, sondern die besondere Eigenschaft,daß er beseelt war (vgl. Phot. hihi. p. 443 B)gleich den Werken des Daidalos (Diodor 4, 76:βλεπειν rs γάρ αυτά xal ζιεριπαζεϊν), oder desHephaistos (vgl. II. 18, 375; 417. Od. 7, 92.Nikander fr. 97). Aus diesem Grunde wirdTalos selbst (Schol. Plat. a. a. 0. Schol. (Rep.p. 396) als έμψυχος bezeichnet. Freilich istHolland (Prg. d. Thomassch. Leipz. 1902, 13 A.)der Ansicht, daß sich die Eigenschaft Πφαι-ßzozsvxzog aus einer irrtümlichen Vermengungerklären lasse, obgleich sich dies schon darauBrechtfertigen läßt, daß man sich den Talosimmerfort in Bewegung dachte ( Mercklin S. 44).Wie ferner dieser und Preller (Dem. u. Perse-phone S. 12) nachweisen, läßt sich sehr wohldie Annahme aufrechterhalten, daß (vgl. Apoll..Rhod. 4, 1639 f.) der Riese für einen Rest ausdem ehernen Zeitalter angesehen wurde. DieseVorstellung findet sich auf dem einzigen grö-ßeren Kunstwerke, einer zu Ruvo gefundenenAmphora, das den Talos in einer mythischenSzene darstellt, ausgeprägt (vgl. Arch. Ztg. 1846Taf. 44; 45 aus der Sammlung Jatta), woraufer, als Jüngling gebildet, mit einer eigentüm-lichen Schattierung zu sehen ist, die den Glanzund die Farbe des Erzes versinnbildlichen soll(Baumeister, Denkm. 3, S. 1722). Diese Bil-dung des Heros aus Erz glaubt Preller ( Griech.Myth. 2, 126) weniger für die Unverwundbar-keit als für strahlenden Glanz deuten zu dürfen.

Die Haupteigenschaft des Talos bildetealso seine Beweglichkeit, die ihn zu dem Amte,das wir ihm übertragen finden, besonders be-fähigte. Übereinstimmend nämlich (vgl. Si-monides, Apollod. a. a. 0.) hören wir, daß ervon Minos zum Wächter der Insel Kreta be-stellt worden war. Unterstützt wurde dieseFähigkeit noch durch seine Beflügelung, die

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