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Fünfter Band. T.
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169-170
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169 Tefenet (Schützerin des Osiris )

zeugers niederwirft ( ebd. 1, 314). In Philä heißtdie Begleiterin des Arsnuphis-Schow:T.,Tochter des Ke, Stirnschlange des Re ( Brugsch ,Thes. inser. aegypt. 4, 1884, 765 nr. 62 d); oderdie hinter Schow stehende Göttin wird genanntT., Tochter des Re, wohnend in Abaton, Augedes Re, Stirnschlange an seiner Stirn (ebd. 62 a).Unter Tiberius ist T. in Philä die Tochter desRe, die die Feinde ihres Vaters vernichtet(Lepsius, Denkm. IV 76 a). Unter Nero heißtdie Gattin des Schow in Dendera dieTochter

des Re,., Stirnschlange ihres Schöpfers,

die aus seinem Leibe kam, die erste Tochterdes Ahnherrn der Götter (ebd. 79a). Dieserdauernde Schutz, den T. bei Re ausübt, istwohl der Grund dafür, daß eine medizinischeVorschrift ein besonders wirksames Rezept her-stellen läßt alsein Mittel, das T. für Re selbstgemacht hat (Pap. Ebers 46, 20 = Pap. Hearst5,9).

Als Schützerin des Re erscheint T. auch inanderen Stellen, die vielleicht mehr die Löwin(vgl. VI B) als die Schlange im Sinne haben.

In Edfn heißt sieT., Tochter des Re, .,

Herrin des Glanzes bei ihrem Vater und sagtzu dem König:Ich bin bei dir, ich weichenicht von deiner Majestät, meine Augen glühengegen deine Feinde (Bochemonteix, Bdfou 1,661). Oder Ptolemäus IV. verbrennt Fleisch-stücke auf einem Altar vorT., Tochter desRe, wohnend in Edfu , wildblickenden Gesichtesunter den Feinden ihres Vaters, die seine Feindein seiner Stadt Edfu niederwirft an seinem gro-ßen Sitz seit Uranfang (ebd. 1, 58).

3. Schützerin des Osiris .

In der späten Zeit ist T. wie alle anderenGottheiten zum Schutze des Osiris herangezogenworden; was sie früher zum Heile ihres VatersRe geleistet hatte, muß sie nun für Osiris tun.Unter den Schutzgottheiten des Osiris in Den-dera ist die erste eine löwenköpfige Göttin mitzwei Messern: ,,T., Tochter des Re in Dendera ,Mutter des Osiris , die die Gegner mit der Glutihres Mundes verbrennt, die seinen Feind inder Richtstatt verbrennt (Mariette, Denderah4, 81). Die vor Osiris stehende Göttin wird anunveröffentlichter Stelle in Dendera genannt:T., Tochter des Re an dem Throne des Re(= Dendera ?), große Flamme, die den Set mitihrer Glut verbrennt, die Fürstin, die das Ge-metzel veranstaltet unter seinen Genossen (nachH. Junker). Nehem-'awit, die Genossin des Thotvon Schmun-Hermopolis, erhält die Beiworte:T., Königin und Herrin von Rohu (= Hermo-polis), die ihren Bruder (= Osiris ) tn Hermo-j)olis behütet (Brugsch , Bec. de monum. 6 =-michen, Geograph. Inschr. 4, 1885, 121). DieBauinschrift eines dem Osiris geweihten Zim-mers im Tempel von Edfu sagt:Schow istdarin als Nordwind, um ihn in seine (d. h. desOsiris ) Nasenlöcher einziehen zu lassen; zu-sammen mit T. als .Feuer, um seine Feinde zuverzehren (Ztschr. Ägypt. Spr. 13,1875, Taf.1,5).ln allen diesen Beispielen ist zwar nur vomFeuer die Rede; aber man geht wohl nichtfehl, wenn man sich die Flamme ursprünglichaus dem Rachen der Schlange züngelnd denkt.

Rosoher, Lexikon der gr. u. röm. MythoL V.

Tefenet (kosmisch) 170

C. Kosmisch.

1. Wind und Regen.

Die neuesten und kritischsten Beurteiler derT. sehen in ihr zwar eine kosmogonisehe Gott-heit ohne Lokalkultus (Lange bei Ghantepie,Lehrb. d. Beligionsgesch. s 1, 1905, 201) oder eineWeltgottheit ohne Heimatsort (Sethe, Sonnen-auge 19 = Untersuch. 5, 1912, 135), aber sieenthalten sich jeder bestimmten kosmischenDeutung ihres Charakters; diese Resignationberuht auf dem Schweigen des inschriftlichenMaterials, das keine bestimmten Angaben macht.Früher hatte man allerlei Vermutungen auf-gestellt, die sich zunächst sämtlich nicht durchBelege stützen lassen. Man ging einmal vomCharakter des Schow, des Gatten der T aus,in welchem man mit einigem Recht einen Luft-gott sah, und machte deshalb auch seine Gat-tin T von der man nichts Gegenteiliges wußte,zu einer Repräsentantin des Luftraumes, derzwischen Himmel und Erde liegt (Erman, Bei .*1909, 33); dabei könnte man sich berufen aufeine allerdings nicht klare Stelle der Pyramiden-texte:Die Erde ist hoch unter Nut durch deineArme, o T. (§ 1405 ed. Sethe.) Man machteT., aus der dieguten Nordwinde kommen(Rec. trav. egypt. assyr. 7, 1886, 122) zur Göttindes erfrischenden hlen Windes (Brugsch , Bel.188184, 573 und Ägyptologie 1891, 171; Mas-pero in Biblioth. Egyptol. 2, 1893, 357). Maspero (ebd) und Benouf (in Transact. Soc. Bibi. Archaeöl.8, 1885, 207 und Lectures 1880, 109. 250) knüpf-ten an die antike Erklärung des Namens derT. als tfn.tdie Spuckerin an (vgl. oben ISp. 156) und suchten in ihr eine Art von Feuch-tigkeit; so kamen sie zur Deutung: Tau undRegen, wohl auch Nebel. Das Wasser der Lufterkennt auch Schneider (Kultur und Denken deralt. Äg. 1907, 430) in T.

2. Mond.

Eine der mythologischen Anspielungen, diein die Zaubertexte der 30. Dynastie verarbeitetsind, lautet:Du hast dein Auge, o Horus !Dein rechtes Auge ist Schow, dein linkes Augeist T., sie sind die Kinder des Re (Golenischeff,Metternichstele 150). Diese Stelle scheint dieeinzige Veranlassung zur Deutung der T. alsMond gewesen zu sein, weil dieser nämlichebenfalls das linke Auge des Horus genanntwird. Brugsch (Bel. 188184, 575) sah in Schowdie Sonne bei ihrem Eintritt in das Frühlings-zeichen, in T. das in dem zwischen beiden Tagenliegenden Intervall eintretende neue Licht desMondes; er ist bei seiner Auffassung geblieben(Brugsch , Ägyptologie 1891,171), hat aber keineAnerkennung gefunden.

V. Gleiehsetzung und Verallgemeinerung.

A. Gleichsetznng mit anderen Göttinnen.

Wie alle anderen Gottheiten ist auch T.mit solchen Persönlichkeiten des Pantheonsidentifiziert worden, denen sie innerlich nahestand oder zu denen sie im Laufe ihrer Ent-wicklung und Schicksale irgendeine Art voninnerer oder äußerer Beziehung gewann. In

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