Band 
Fünfter Band. T.
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171-172
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171 Tefenet (= Mehit, Sechmet)

vielen Pallen vermögenwir den Grund derIdentifikation nicht zu ermitteln; -wenn demVorgehen der Priesterschaft die logische Ab-leitung auch nicht abgesprochen werden soll,so liegt gelegentlich doch der Verdacht nahe,daß die Gleichsetzung mehr im Sinne derherrschenden Tendenz als aus. bestimmter Ver-anlassung ausgesprochen ist.

1. Lokalgöttinnen.

T. gehört zu den über ganz Ägypten ver-breiteten Gottheiten allgemeinen Charakters,die nirgends fest wurzeln und sich deshalbum so leichter an mehreren Orten in ein wenigveränderter Gestalt ansiedeln und mit der Her-rin des betreffenden Tempels verschmelzen.Eine innere Verwandtschaft der beiden Göt-tinnen ist dazu noch nicht erforderlich.

a) Mehit.

Nachdem Schow mit dem Onuris (jn-hr.tAnhüre) von This (tnj) bei Abydos identifiziertwar, setzte man auch seine Genossin T. mitMehit (mhj.t), der Gattin des Onuris , zusam-men. Die Angleichung ist zuerst vermutlich inder Heimat des Onuris , vielleicht auch seinemunterägyptischen Kultort Sehennytos vollzogenworden und von dort in die Tempel übertragen,in denen sie uns begegnet ( Maspero in Bibi.Egyptolog. 2, Paris 1893, 357; Brugsch , Bel.188491, 490). In Edfu räuchert Ptolemäus IV. vor der Barke derMehit, wohnend in Edfu ,T., Stirnschlange des Re, Ehrwürdige, Mäch-tige in Edfu , Gewaltige, Große am Thron desRe usw. ( Bochemonteix, Edfou 2 pl.30e). Unterden hinter Horus dargestellten Göttinnen istMehit, T., wohnend in Edfu , die mit ihrerSchwester den heiligen Obelisken schützt(Bochemonteix, Edfou I 15, 39 = Dümichen,Tempelinschr. I 39, 8).

h) Sechmet .

Die innere Beziehung zwischen T. und derGattin des Ptah von Memphis mag darin be-ruhen, daß Sechmet eine grimmige Löwin undblutdürstige Kämpferin ist, während T. alsfeuerspeiende Schlange ihre Feinde bedroht;als Kampfgöttinnen fanden sie sich zusammen.In Dehod betet der nubische König Azechra-mon (ptolem. Zeit) vor Schow-Arsnuphis undSechmet, Gewaltige, Herrin der Flamme, T.

in Bige, die mit ihrem Bruder.umarmt;

die Göttin sagt zum König:Ich werfe Feuergegen deine Feinde, ich versenge ihre GliederundIch gebe dir die südlichen Fremdländerunter deine Sohlen (Boeder, Debod bis BabKalabsche 1911, 1, 57 § 151 mit Taf. 17). InEdfu heißtT., Tochter des Re, wohnend in

Edfu, ., Sechmet (shm.t), Herrin der Macht,

Erste des großen Thrones, Herrin des Glanzesbei ihrem Vater (Bochemonteix, Edfou 1,561);allerdings ist die Übersetzung in diesem Fallewie in ähnlichen nicht zweifelsfrei, weil dasWort shm t nicht nur den Namen der GöttinSechmet, sondern auch das Adjektivummäch-tige bezeichnen kann.

Tefenet (= Hathor etc.) 172

c) Herrin von Hermopolis .

In einer Gauliste des Tempels von Dendera (römische Zeit) tritt eine Göttin Menut (mnw.t)von untergeordnetem Range auf, die identifi-ziert wird mitT., Herrin von rhw.t (Namevon Schmun-Hermopolis), die ihren Bruder inHermopolis schützt (Brugsch , Becueil de mo-num. 6 = Dümichen, Geograph. Inschr. 4, 1885,121). Eine besondere Bedeutung hat diese Zu-sammenstellung nicht; aber interessant ist sie,,weil ihr eine Ansiedlung der T. in Schmun-Hermopolis, der mittelägyptischen Heimat desThot, voraufgegangen sein muß.

d) Hathor .

In Dendera sind der Hathor , die ohne einenmännlichen Begleiter von ihrem Tempel ausüber die Landschaft gebietet, alle möglichenGöttinnen gleichgesetzt worden, z. T. offenbarnur, weil die mächtige Ortsheilige theoretischalles umfaßte und deshalb auch die übrigenGöttinnen in sich begriff, soweit sie nur irgend-einen Schimmer von Beziehung zu ihr hatten.In der unterirdischen Krypte 9 steht:DieHathor, die an dieser Stätte wohnt, heißt:Herrin von Dendera , T Tochter des Re, Ament(Urgöttin) (Mariette, Denderdh 3, 78 n = Dü-michen, Bauurkunde von Dend. 12). In Dar-stellungen kommt das BeiwortT., Tochterdes Re hei Hathor öfter vor (z. B. Mariette,.Dend. 2,35 a); gelegentlich wird eine als Ha-thor dargestellte Göttin gar nicht Hathor ge-nannt, sondernT., Tochter des Re in Dendera, .Sechmet , Wosret usw. (ebd. 3,19m). Eine Ha-thor, die mit den Namen der verschiedenstenGöttinnen geschmückt ist, heißt auchT.,Herrin der Frauen (ebd. 2526 = Dümichen rGeogr. Inschr. 2 Taf. 34). Auf dem Eintretenfür Hathor , die Mutter des Ahi-Kindes, beruhtes, wenn T. genannt wird:T., Tochter desRe in Dendera , die die Gestalt des Ahi schützt(Mariette, Dend. 3,35 b). Vereinzelt tritt Hathor-T. auch an anderen Orten auf; in Dendur heißtdie Gattin des Arsnuphis:T., Tochter des Re,wohnend in Abaton, Hathor , Gute, Herrin vonPhilä, Königin in Bige (Champollion , Not.descr. 1 , 118).

e) Tsent-nofret in Ombos .

Was die Priesterschaft der Tempel im süd-lichsten Oherägypten zu ptolemäisch-römischerZeit veranlaßt hat, die T. zur Verherrlichungihrer Ortsgöttinnen heranzuziehen, läßt sichschwer ergründen. NeitvonEsne ist eine völligselbständige Urgöttin und wird doch mit T.zusammengeworfen. Tsent-nofret (t3-sn.t-nfr.t),dieschöne Genossin des Sohk von Ombos ,hat wenig eigene Züge; um so leichter schmiegtsie sich an andere Göttinnen an, auch an T.(de Morgan, Gatalogue des monum. et inscr. deVEgypte 2 = Ombos 1 , Caire 1895, 103 mit far-biger Tafel; 116 nr. 166 DC; u. o.).

f) Bastet .

Für die katzenköpfige Bastet, die Herrinvon Bubastis im Delta, liegt es ähnlich wiefür Sechmet (vgl. h); wir kennen die mit T.

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