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Fünfter Band. T.
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181-182
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181 Teiresias (Leben: Mann, Weib)

Leclercq 2, 31). Auf dem Berge Kithairon ( Schol.Hom. x 494. Eustath. Schol Hom. x 494, p. 1665,v. 4142. Schol. Lycophr. 683. Tzetz. Schol.Lycophr. 68283) oder Kyllene, in welcher An-gabe der arkadische Lokalpatriotismus sichkundtut, der die ursprünglich böotischen Sagen(vgl. Gruppe 199) in Arkadien lokalisierte(.Apollod . 3, 6, 7. Phleg. Trall. a. a. 0. Hyginf. 75, wo irrtümlich in monte Cyttenio steht),oder ( Antonin. Liber. 17) an einem Dreiwegesah T. sich paarende Schlangen und erschlugdavon die eine. Augenblicklich wurde er inein Weib verwandelt. Ohne Angabe des Ortesfinden wir dieses Ereignis erzählt Paus. 9, 33,2. Fulgent. mythol. 2, 8. Ov. Met. 3, 325. Auson.epigr. 69, 10. Script, hist, poetic. Gr. ed. Wester-mann p. 314, VII. Nach einiger Zeit ging T.,nunmehr als Weib, an die gleiche Stelle undsah wieder zwei Schlangen sich begatten. Wienun T. den Stab erhob und eines der Tiere er-schlug, verwandelte sich Teiresias wiederumin seine ursprüngliche Gestalt zurück ( Les-sing , Fabeln 28). Und zwar hing die Verwand-lung in die Frau damit zusammen, daß er dieweibliche Schlange erlegt hatte; sein ursprüng-liches Geschlecht erlangte er dann wieder, alser die männliche getroffen hatte {Tzetz. Schol.Lycophr. 683. Schol. Hom. x 494. Eustath.Schol. x 494, p. 1665, 4142). Nach der ge-wöhnlichen Anschauung hatte er in beidenFällen die Schlange getötet, nach Apollod. 3,6, 7 hingegen sie nur verwundet (Ησίοδος δέφησιν Sri &εασάμενος περί ΚνΧΙήνην όψειςβυνονσιάξοντνς καί τοντονς τρώσας έγένετο έξάνδρος γυνή, πάλιν dt τονς αν τονς όψεις πα-ρατηρήαας βονονσίαζοντας έγένετο άνήρ). NachPhleg. Trall. a. a. 0. ist es ihm von Apollon andie Hand gegeben worden, bei der nächstenBegegnung die Schlange zu töten, für den Fall,daß er sein männliches Geschlecht wiederer- ·langen wolle; nach Hygin f. 75 ist ihm vomSchicksal der Auftrag dazu geworden; nachden übrigen Quellen sind beide Ereignisseetwas rein Zufälliges {Luc. astrol. 11); der Zeit-raum dazwischen wird von Ov. Met. 3, 326f.auf 7 Jahre angegeben, während sonst nirgendsüber diesen Punkt etwas erwähnt wird. End-lich ohne alle näheren Umstände sind dieseVerwandlungen von Lust. Martyr. quaest. etrespons. ad orthodox, erzählt. Über das Lebens- ;alter, in dem T. diese Verwandlungen durch-gemacht hat, verlautet nichts Bestimmtes. BeiPtolem. Heph. 183 ed. West, findet sich die Be-merkung, daß T. sogar siebenmal sein Ge-schlecht verändert habe. Diese Angabe scheintder Zeit des späteren Fabulierens zu entstam-men, in welcher auch das ποίημα έΧεγιακ'ονΤειρεσίας des Sostratos entstand, nach welchemT. ebenfalls siebenmal Verwandlungen erlebte(Inhalt bei Eustath. Schol. Hom. x p. 1665, v. 47 ff.; 6Wagner im Hermes 27 S. 132 ff. und Immischa. a. 0. 170, 2). Nach Preller-Plew {Gr. Myth. a2, 479 A. 2) geht diese Mythopoiie auf Ptolem.Heph. zurück (vgl. Hercher, N. Jbb. Suppl. 1,286 f.). Es muß diese siebenmaligeVerwandlungwohl als Spielerei der späteren Zeit aufgefaßtwerden, sie wird sich aus den 7 Menschenaltern,die ihm verliehen waren, erklären lassen. Da-

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gegen ergibt sich aus Aelian {de ngt. an. 1, 25),daß von T. behauptet worden sei, er habe nureinmal sein Geschlecht verändert. Sollte sichdies nicht als Reaktion gegen die übermäßigeFabelei erklären? Diese wunderbar lange Reihevon Verwandlungen bei Sostratos beginnt mitder merkwürdigen Angabe, daß T. ursprüng-lich ein Mädchen gewesen sei. Offenbar liegtder ganzen Sage die Anschauung zugrunde, daßio den Sehern die Geheimnisse der menschlichenNatur und ihres Organismus nicht verborgenwaren, und bei T. ist in naiver Weise die Erfah-rung auf diesem Gebiete davon hergeleitet, daßer selbst die Geschlechts Verwandlung über sichergehen lassen mußte (vgl. Schell S. 96). DieVorstellung, daß den Sehern ein besonderer,den anderen Menschen abgehender Feinsinninnewohne, wird bei Melampus, Kassandra undHelenos daraus erklärt, daß Schlangen ihnen) die Ohren reinigten, worauf sie die Spracheder Vögel und alle Naturlaute verstanden{Porphyr, de abst. 3, 3; vgl. Böttiger, JRaub d.Kassandra 29. Eckermann, Melampus 5. Klau-sen, A. L. Z. 3833, Sept. 12ff. Nitzsch z. Odyss.3, 79. Preller-Blew s 2, 480. K. F. Hermann,Lehrb. d. gottesdienstl. Altert, d. Gr. § 37, 12).Eine große Ähnlichkeit zeigt seine Verwand-lung mit der des Kaineus, der zuerst ein Mäd-chen mit Namen Kainis gewesen sein soll) {Nikander bei Meineke, H. crit. com. 345. An-tonin. Lib. 17. Auson. epigr. 69, lOf. Gruppe

114 A. 4; 1139 A. 1; 1242 A. 1. Bohde, Psyche 3

115 A. lj.

Es bildet dieses eigenartige Erlebnis desT. nun die Veranlassung, daß er zur Lösungeiner äußerst heiklen Streitfrage berufen wurde.Zeus und Hera stritten sich nämlich überdie Stärke des männlichen und weiblichenLiebesgenusses und bestellten ihn, der dochi genau Bescheid wissen mußte {Phleg. Trall. a.a. 0. Ov. Met. 3, 323. Hygin f. 75), zum Schieds-richter {Apollod. 3, 6, 7. Hygin f. 75. Phleg.a. a. 0. Lact. Plac. Narr. Fab. 4. Eustath.Schol. Hom. x 494 p. 1665, v. 4344. Schol.Hom. x 494. Schol. Lycophr. 683. Tzetz. Schol.Lycophr. 68283. Fulgent. mythol. 2, 8. Ov.Met. 3, 320ff.). Er löste die Frage in der Weise,daß er dem Zeus recht gab und Hera sich in'ihrem G eschlechte beleidigt fühlte. Sein Schieds-spruch lautete nach der Melampodie {Hes. Fr.[ed. Goettling] 112 = fr. 190 Hz. und dazuImmisch, Bh. Mus. 46 p. 613 f.):

οΐην μεν μοίραν δέκα μοιρών τέρπεται άνήρ,

τάς δέκα ι) έμπίμπληαι γννή τέρπουβα νόημα.

Nach Fulgent. a. a. 0. wies er dem Manne tresuncias arnoris, der Frau novem uncias zu, nachEustath. Schol. Hom. x 494, p. 1665, v. 4344lautete sein Urteil: ίνδεκα μοιράων . . . τάςέννέα έμπίπληαι γννή. Diese Frage, die demT. zur Lösung aufgegeben worden war, wareine nur allzu natürliche; und es konnte sienur ein berühmter Weiser lösen, dessen Kennt-nis über das Wissen gewöhnlicher Sterblicherweit hinausging. Da es zudem aber unmög-lich erschien, daß selbst der Weiseste sie ohneVerwandlung richtig beantworten konnte, soward ihm die Verwandlung zugeschrieben (vgl.