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Fünfter Band. T.
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193-194
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193 Teiresias (in d. Nekyia)

habe (vgl. Nitzsch z. Od. 3, 35 u. 187. Preller-Bobert 811 ff.). Am Eingänge zum Hades grub0. eine Grube ( X 26 ff.) und goß allen Totenerst einen Weiheguß, dann schlachtete er ihneneinen Widder und ein schwarzes Mutterschaf.Wie die Schatten sich daraufhin um das Blutversammelten, hielt er sie mit dem Schwertefern, bis T. getrunken hatte. Nach der Auf-fassung des Dichters soll das Blut den Seelendas Bewußtsein wiederbringen, da dem Blutedie Kraft innewohnt, das für gewöhnlich beiihnen schlummernde Bewußtsein zu wecken.Anscheinend bedeutet aber hier die Spendeeine Opfergabe zur Labung, da die Opfer-handlung auffallend den Bräuchen gleicht, mitdenen man später an den Stellen, die als Ein-gang zum Hades galten, Totenbeschwörungübte (Paus. 1, 17, 5. K. O. Müller, Prolegg.

363. Bohde 1, 551L). T. hat gar nicht nötig,da seine q>Qevsg unversehrt sind, Blut zu trin-ken, um das Bewußtsein wieder zu erhalten;also muß dieses Opfer ihm zum Genuß und zurEhre dargebracht sein, daher ein Totenopferdarstellen. Wie nun T. als erster getrunkenhat, sagt er dem Odysseus sofort von selbst,daß dieser seiner Rückkehr wegen komme.Dann verkündet er ihm, daß er infolge derBlendung des PolypRem unter dem schwerenZorn des Poseidon zu leiden habe, und er-mahnt ihn, auf der Insel Tbrinakia sich nichtan den Rindern des Helios zu vergreifen undseine Gefährten entschieden davor zu warnen.Wenn dies Hindernis überwunden sei, würdeer samt seinen Gefährten in die Heimat ge-langen. Andernfalls würde sich PolyphemsFluch erfüllen, er werde alle seine Gefährtenverlieren und erst nach langen Jahren auffremdem Schiff nach Ithaka zurückkehren, woübermütige Menschen sein Hab und Gut unter-dessen verpraßten und seine Gemahlin mitHeiratsanträgen belästigten. (Diese Befra-gung des T. durch Odysseus in der Unterweltwird von Roraz ( sat . 2, 5, 1 ff.) höchst komischdahin erweitert, daß T. ihm, der ihn bittet,ihm wieder zu Reichtum zu verhelfen, da erdoch alles verloren habe, eine lange Anleitungüber Erbschleicherei erteilt.) Über dieseFreier würde T. mit List oder Gewalt Herrwerden. Ferner gibt er ihm den Auftrag, miteinem Ruder auf der Schulter Menschen auf-zusuchen, denen Meer und Seefahrt unbekanntsei, und dem Poseidon zu opfern, d. h. denDienst dieses Gottes zu verbreiten (Rom . X 100131; Welcher , Gr. Tr. 1, 245). Schließlichprophezeit er ihm einen friedlichen Tod in-mitten seiner glücklichen Untertanen im höch-sten Alter ii, aX6g (Rom . X 134ff. Gruppe Hb).Entgegen dieser Nachricht läßt Aischylos (Nauck, Tr. Gr. Fr , ä Tvyaymyoi fr. 275) denT. verkünden, eine Möve werde einen Rochen-stachel mit ihrem Kote auf sein Haupt herab-fallen lassen und er daran zugrunde gehen(Sext. Empir. adv. gramm. p. 656 Bekk. Art.Odysseus 3, 1, Sp. 626; 629. Welcher, Gr. Tr.1, 241; 245). Bohde (a. a. 0. 49 ff., vgl. Bh.Mus. 50 (1895), 600 ff.) bestreitet, daß die Er-zählung von der Befragung des T. von allemAnfang an im Zusammenhänge der Odyssee

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gestanden habe. Da nämlich T. die Bitte desOd. im Schattenreiche nur unzureichend er-füllt habe und Kirke ihm nach seiner Rück-kehr ausführlichere und auch inbetreff derWeissagung des T. deutlichere Auskunft er-teilte, sei die Fahrt in die Unterwelt und dieBefragung des T. unnötig gewesen. Es bildediese Szene nur den Vorwand für den Dich-ter, um einen Verkehr des Od. mit seinerMutter und den alten Genossen herbeizuführen,auf den allein es ihm dabei ankomme (Bohde1, 53). Kammer (Einheit der Odyss. 474) hältdie Hadesfahrt und die Begegnung des Od.mit den Heroen für einen Teil des ursprüng-lichen Epos, dagegen die Teiresiasszene undUnterredung des Od. mit Antikleia für einsehr spätes Einschiebsel. Bergk (Griech. IJt-gesch. 1 , 685 ff.) erklärt die Weissagung des T.und besonders deren Schluß für echt (X 119137), aber die ganze Nekyia für ein Ein-zellied, und zwar für die Arbeit eines jüngerenSängers, das ungeschickt nachträglich in dieKirkegeschichte eingefügt worden sei. Auchnach Ed. Meyer (Herrn. 30 (1895), 244) ist dieNekyia ein unabhängiges Gedicht, keine Er-weiterung der Kirkegeschichte. Dies begrün-det er damit, daß die Erzählung nicht in denZusammenhang passe, in den sie gesetzt sei,da es ja widersinnig wäre, daß Kirke den Od.in den Hades sende, T. zu befragen, wenn sieihm hinterher die Rückkehr ausführlich be-schreibt und solche Verhaltungsmaßregeln er-teilt, daß die Prophezeiung zu dem weiternVerlauf des Epos nicht stimmt. Dagegen be-tont Gruppe S. 709, daß der wahre Zweckder Hadesfakrt darin zu suchen sei, daß T.dem Od. das Mittel, glücklich heimzukehren,offenbaren soll. Kirke kannte wohl alle Ge-fahren, die dem Od. drohten, aber nicht dasMittel zu einer glücklichen Heimkehr; deshalbweiß auch T. sofort, daß Od. zu ihm wegendes voßrog kommt; er braucht ihn nicht erstüber den Zweck seines Kommens zu fragen(Z 100). Was bedeutet nun das Gelübde desOd. im Anschluß an die Opferspende, allenSeelen zusammen eine unfruchtbare Kuh unddem T. im besonderen noch ein schwarzesSchaf nach erfolgter glücklicher Heimkehr zuopfern (1 30ff.)? Am einfachsten erklärt sichnoch, warum den Seelen im Hades diese Kuhgeopfert werden soll, weil eben die Vegetationdort traurig und unfruchtbar (% 510 mXseLnaq-xog) ist (vgl. Preller-Bobert 809). Nun findetdas Opfer in Ithaka statt; die Schatten abersind in den Hades gebannt und haben somitkeinen Genuß vom Opfer. Dieses Opfer setztdemnach die Anschauung der ältesten Zeitvoraus, daß nach der Bestattung die Seelenicht in das Schattenreich festgebannt war,sondern ursprünglich Bewegungsfreiheit hatteund sich dem Opfer nahen konnte. Stengel(a. a. O. 97) freilich bestreitet die Möglichkeit,dieses Opfer in Ithaka mit den später üblichenTotenopfern zu vergleichen, eben weil es fernvon den Gräbern der Verstorbenen stattgefun-den habe, bietet aber eine Erklärung der Sache.Nun erwähnt Strabo (16, 38 p. 762) neben Am-phiaraos und Trophonios, die beide erst Men-

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