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sehen gewesen waren und dann unsterblich unterder Erde fortlebten, den T. und stellt mit derSage von jenen beiden die Verse Hom. x 494 f.zusammen. Es wissen hier die Sagen von Men-schen zu erzählen, die lebend von der Erde ver-schlungen wurden und dort, wo sie in die Tiefeeingefahren sind, an ganz bestimmten Stellenunsterblich weiter lebten. Mit gutem Grundewird demnach Strato die drei berühmten Seherzusammengestellt haben, weil man von demFortleben des T. unter der Erde an seinemOrakel zu Orchomenos Ähnliches erzählt habenmag wie von Amphiaraos und Trophonios. Ausder Erzählung Homers von der Vorzugsstellungdes T. bei den Schatten ertönt ein leiser Nach-klang der Sagen von den lebendig und mitunversehrtem Bewußtsein entrückten Sehern,und es läßt sich die Vermutung nicht von derHand weisen, daß er erst seit Homer seineHöhle verlassen habe und zu den Schatten, abermit unvermindertem Bewußtsein, also als er-habenes Wesen, versetzt worden sei, währendAmphiaraos zu Theben und Trophonios in Le-badeia verbleiben durften (vgl. Rohde 1,113ff.).Auch noch. in anderer Beziehung ergeben sichdurch Vergleichung des T. mit Amphiaraos Paral-lelen. T. wird geblendet und erhält dafür alsEntschädigung die Prophetengabe, die ihm auchnach dem Tode im Hades verbleibt, währendAmphiaraos vom Blitz getroffen unter die Erdeentrückt wird und aus der Tiefe als Seherseine Orakel emporsendet. So sind wir durchVergleichung des T. mit jenen beiden Sehernder ursprünglichen Bedeutung des T. ein Stücknäher gekommen.
Wie Amphiaraos in Theben und später inOropos, Trophonios in Lebadeia , so ist auchT. angerufen worden, aber nicht in Theben,wie man als selbstverständlich annehmen sollte,sondern außerhalb seiner Heimat, die die Hel-densage und Tragödie kennt. Und zwar er-scheint es als sicher, daß er in Tilphossionangerufen worden ist; denn da befand sichsein Grabmal ( Strab. 9, 27 p. 411; 9, 36 p. 413..Paus. 9, 33, 1). Es ist also weder an seinemoltovoaxoitnov zu Theben noch an seinemKenotaphion, das ihm die Thebaner errichtethatten (Paus. 9, 16, 1. 9, 18, 4), ein Orakelentstanden, wenngleich sie den Wunsch danachgehegt haben mögen. Und zwar haben wir unsdas Grab als die Wohnung des Sehers zu den-ken, der unter die Erde entrückt ist, dort wei-ter lebt und von da seine Orakel emporsendet(Gruppe 78. Rohde 117 f. A.). Auch aus demfeindlichen Auftreten des Apollon gegenüberder dem T. geweihten Quelle Tilphussa (Hom.h. 2, 204 ff. Strab. 9, 27 p. 411. Find. fr. 198B 4 .Paus. 9, 33, 5. Gruppe 77) läßt sich folgern,daß T. in Tilphossion zu Hause und von dortdurch Apollon verdrängt worden ist. Freilich istdie Existenz des Orakels an der Tilphussa be-stritten worden, weil immer nur das Orakel desT. zu Orchomenos erwähnt wird. Gab es alsoein oder zwei Orakel des T.? Bestanden diezwei dann zeitlich nebeneinander oder nachein-ander? Wir gehen von der Tatsache aus, daßT. in Tilphossion sein Grab besaß, also ange-rufen worden ist. So wäre es denkbar, daß es
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dem Tilphossion mit der Zeit ergangen wäre wiedem Alalkomeneion; es verfällt, und der reli-giöse Mittelpunkt am Kopaissee wird Orcho-menos (Gruppe 78f.), das die Heroen der ganzenLandschaft, in die Genealogien seiner Fürstenverwebte, dem Hesiod ein Heroon errichtete undals Besitzerin und Hüterin der Quelle Tilphussaund der Gebeine des T. seine besondere Gunstgenoß (Bouche- Leclercq a. a. 0. 3, 333). Einkleiner Schritt nur weiter war es, daß die Oreho-menier behaupteten, die Gebeine des T. in ihreMauern gebracht zu haben, womit das Orakeldes T. in die Stadt verlegt war. Denn das Grab,der Wohnsitz des Sehers (vgl. Rohde a. a. Ο. 1,160), befand sich nunmehr innerhalb der Stadt-mauern. Es würde dieses Ereignis eine Par-allele zu der Überführung der Gebeine desTheseus nach Athen sein. Auch der Grundfür das Eingehen des ursprünglichen Orakelswäre unschwer beizubringen. Die Verehrungdes alten Sehers wurde von der Priesterschaftin Delphi scharf und anscheinend mit Erfolgbekämpft, und Theben, das das Orakel desalten heimischen Sehers schmerzlich entbehrte,begünstigte infolgedessen aus Rivalität gegenOrchomenos das delphische Orakel (Gruppe 78).So erlosch das alte Tilphossion, über der Quelleentstand der Tempel des Apollo Tilphossios(Strab. 9, 27 p. 411. Bursian, Geogr. v. Grie-chenl. 1 , 234. Baedeker, Griechenl. 3 169), und inOrchomenos erblühte das Orakel des T. vonneuem. Dagegen ist Bouche-Leclercq 3, 333 derAnsicht, daß T. von allem Anfang an seineOrakel in Orchomenos erteilt habe, und zwarweil er nach seinem Tode nicht mehr gewilltgewesen sei, Beine Sprüche in Theben weiterzu erteilen, wo sie so schlecht befolgt wordenwaren. Den wirklichen Grund für seine Ver-nachlässigung Thebens kennen wir nicht- AlsParallele dazu kann angeführt werden, daßes (Herod. 8, 134) vom Orakel des Amphiaraos im thebanischen Gebiet heißt: Θηβαίων ονδενϊίξ,εατι μαντενεα&αι. αντό&ί, und der Herakles-tempel in Erythrai (Paus. 7, δ, 7; 8) von keinerFrau aus Erythrai, wohl aber von thrakischenFrauen betreten werden durfte. Die dritteMöglichkeit besteht darin, daß das Orakel zuTilphossion mit dem zu Orchomenos identischwar, insofern als dann Orchomenos im wei-teren Sinne zu fassen ist als das Gebiet, zudem auch Haliartos nebst Umgebung, in derdas Tilphossion lag, gehörte. Diesen Stand-punkt vertritt Stoll (Bedeutung des Ares S. 43 f.),K. 0. Müller (Orch. 72) und K. F. Hermann(a. a. 0. § 41, 11). Und dieser Ausweg scheintwohl der einfachste und einzig natürliche zusein. Der Apollotempel bei der Tilphussa wärealso dann entstanden, als das Orakel des T.überhaupt schwieg und Apollo die Erbschaftdes T. vollständig übernahm.
Dieses Orakel zu Orchomenos oderbesser zu Tilphossion gehört zu denen, überdie man am wenigsten unterrichtet ist. Esklingt wie Ironie des Schicksals, daß man bisjetzt nur von dem Verstummen des Orakelsetwas weiß (Plut. de def. orac. 44 p. 434 C).Schwenck (Allg. Schulztg. 1833, 873ff.), ziehtausden Angaben Homers über T., der ihm den
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