Band 
Fünfter Band. T.
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201-202
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201 Teiresias (Bildwerke)

Teiresias (Bildwerke) 202

Tempelchen gekrönten Stab trägt T. in seinerRechten, da er ohne Stab nicht denkbar ist.Der König ist auf dem Throne sitzend darge-stellt, er hält in der Rechten ein mit einemAdler verziertes Szepter und ist lorbeerbe-kränzt; hat also eben geopfert oder ist dazubereit. Hinter dem Könige links stützt sicheine weibliche Person auf ein Bassin und schautdabei in einen Spiegel. In ihr erblickt Panofkaa. a. 0. S. 54 Dirke, Hofer (Art. Oidipus 3, 1, ioSp. 731) Iokaste . Von den Göttern, die ober-halb dargestellt sind, also die Szene beobach-

indessen zngibt, daß sich auch die Unter-redung des T. mit dem Könige Kreon nachSoph. Ant. y. 975 ff. herauslesen lasse (s. Fig. 1).

2. Zahlreicher sind die Abbildungen, diesich mit der Befragung des T. durch Odys-seus in der Unterwelt beschäftigen.

a) Der Moment, wie die Schattengestalt desT. aus der Tiefe aufsteigt, ist auf einem meister-haft gemalten Vasengemälde (Mon. Inst. 5,14) inengster Anlehnung an Homer {X 95 ff.) zum Aus-druck gebracht worden (Fig. 2). Der Schatten desT. nur das Haupt ist hier zu sehen, da er

infliuuuiri r

1) Untere Reihe: Iokaste(?), Oidipus, Teiresias mit seinem Knaben. Oben: Athena (Onkaia), Apollon (Ismenios),Aphrodite (Mutter der Harmonia ?). Nach Overbeck, Die Bildwerke zum thebischen und troiachen JIeldenkreia Taf. II, 11.

ten, ist anwesend Athena, auf den Schild ge-lehnt, den Helm in der Rechten und die Lanzein der Linken, neben ihr Apollon , lorbeerbe-kränzt, der sich mit ihr über den Vorgangunten unterhält, und Aphrodite, die mit derLinken die Brust etwas entblößt. Die dreiGötter sind sitzend gedacht; zwischen Athena und Apollon steht ein Kästchen, und Aphrodite stützt sich mit der Rechten auf ein größeresKästchen. Möglicherweise soll dadurch Thebenangedeutet werden ( Hesych . s. v. ®fjßa· noXigBoicoziag «cd y.ißmziov). Neben den Göttinnenist je ein Stern angebracht, neben Apollon einStierschädel mit Perlschnüren. Eine brennendeLampe auf einem Pfeiler zur Rechten schließtdie Szene ab. Anscheinend tritt T. in dieserSzene auf, um dem Könige Oidipus sein drohen-des Geschick zu verkünden {Overbeck, Heroen-gail. S. 62 ff. nr. 75) nach Soph. Oid. Tyr. v.316ff. In gleichem Sinne deuten dieses BildPanofka a. a. 0. und K. O. Müller a. a. 0., der

Roschbr, Lexikon der gr. u. röm. Mythol. V.

im Emporsteigen gedacht ist erhebt sichmit geöffnetem Munde aus der Tiefe, anschei-50 nend, um dem Odysseus zu gebieten, was X 95angegeben ist. Odysseus ist nämlich nochauf einem Steinhaufen sitzend dargestellt undhält das blutige Schwert in der Rechten ge-senkt in Erwartung des Sehers, nach dessenvölligem Auftauchen er sich dann schnell er-heben wird. Die Köpfe der geschlachtetenSchafe liegen an der Grube. Zu beiden Seitenstehen die Gefährten, die nach X 23 den Od.zum Hades begleitet haben; sie sind vomMa-60 1er als nicht geradezu bei dem Vorgang inter-essiert aufgefaßt. Der Seher ist auf dem Ge-mälde blind gedacht, wie die Darstellung sei-ner Augen ergibt; ein voller Bart umrahmtsein Kinn. Der Kopf unseres Sehers ist mat-ter und weniger ausdrucksvoll ausgeprägt, weiler einer Schattengestalt angehören soll. DieArt der Ausführung hat Verdacht erregt, undder Kopf ist geradezu für interpoliert erklärt

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