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Fünfter Band. T.
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211-212
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Tekmessa

Tekmessa

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pel Racc. Cum. 239 p. 884f. P. Kretschmer, Diegriech. Vaseninschriften 135 f. nr. 115. Ad.Klüg-mann, Die Amazonen in der attischen Literaturund Kunst 50 f. Vgl. Tekmessa 1. [Höfer.]Tekmessa {Τέχμηοΰα), altlateinische Namens-form Tecumessa, später Tecmessa (vgl. MariusVictorinus 1, p. 2456 P 8 G u. p. 2457 P 9 G[Gramm. Lat . 6 p. 8 sq.]. Priscian 1, p. 555 P36 K [Gr. Lat . 2, p. 29]. Dazu Ritschl, Opusc.2, p. 47476, 485 und ebenda Ribbecks Zu-sätze p. 512 ff., bes. p. 522 f. mit Anm. FernerStolz im Handb. d. kl. A. 2 2 , S. 277 f.).

1) Tochter des phrygischen Königs Teleutas(die erst spät bezeugte Form TeuthrasDictys 2,18f.; Malalas , Chronogr. 103 = Patrol.Graec. vol. 97, p. 192; Georgios Kedrenos T. 1,p. 127 = Patrol. Graec. vol. 121, p. 257; Tze-tzes Chiliad. 3, 263 scheint auf Verwechs-lung mit Teuthras, König von Mysien , zu be-ruhen; vgl. Lobeck ad Soph. v. 210 [ed. 3,p. 132]), von Aias auf einem Beutezug gegenPhrygien gefangen genommen und zu seinerSklavin gemacht. Sie wird von ihm Mutterdes Burysakes. Sophokles läßt jedoch dasSklavenlos der T. möglichst wenig drückenderscheinen; sie nimmt fast die Stellung einerrechtmäßigen Gattin ein und ist in treuer Liebeihrem Herrn ergeben, an dessen Händen nicht,wie die spätere Sage erzählte, das Blut ihresVaters klebte. So beschwört sie ihn denn auchbei allem, was ihm heilig sein muß, bei Zeus ,bei ihrem gemeinsamen Ehelager, bei ihremSohn und bei seinen alten Eltern, vom beab-sichtigten Selbstmorde abzustehen (v. 485 ff.).Und wie sie dann doch vor seiner Leiche steht,rühmt sie ihn noch im Tode ώ; v.aX παρ έχ&ροΐςa&os θρήνων τνχιΐν (924). Als edle Mutter denktsie zuerst an ihren Sohn und das Sklaven-schicksal, dem er nun entgegensehe (v. 944 f.),um dann erst in Klagen über ihr eigenes Losauszubrechen. Aber sie ist ein frommes Weib;sie weiß, daß auch das Unglück von den Göt-tern kommt (v. 950); und so findet sie baldeinen, wenn auch nur geringen, Trost in derÜberzeugung, daß nicht seine Feinde, sonderndie Götter selbst den Aias zu Fall gebrachthaben (v. 970); (vgl. zu ihrer Charakteristikauch Welcher, Kl. Schriften 2, S. 285. 292.300 f.). Der Sophokleischen Darstellung schließtsich ziemlich eng Quintus Smyrnaeus au (V,5, 21 ff.); auch bei ihm sind die Eltern der T.nicht von Aias getötet worden, und auch erbetont, daß Aias die T., obwohl sie nur eineΧηιδίη war, zu seiner αλοχος gemacht habe undzurαναββα πάντων . . ., οβων &va θάμα γυναΐ-HSg εδνωται μεδέονβι παρ άνάράΰι χονριδίοιβΤ.Ja er hat ihr versprochen, sie nach der Rück-kehr zur Herrin von Salamis zu machen. Dieüber des Aias Tod Jammernde tröstet Agamem-non selbst: Solange er und Teukros lebten,solle sie geehrt sein 'wie eine Göttin.

Bei Homer ist T. dem Namen nach nichtbekannt; sie wird nur als Αίαν ros γέρας {A 138)erwähnt. Das A-Scholion bietet dazu nur dasInterlinearglossem Τέχμηασα (hierauf scheintauch das bei Bekker erwähnte Seholion in BLΑϊαντος äs γέρας Τέχμησαα ή Tslsicavtog zu-rückzugehen, da weder Bachmann noch Din-

dorf ein solches BL-Seholion kennen. Vgl.auch über diese Scholien E. Schwartz, Descholiis Homericis ad historiam fabularum per-tinentibus: Jahrb. f. klass. Philol. Suppi. 12,

S. 405 ff Merkwürdigerweise bietet auch dersonst so geschwätzige Eustathios z. St. denNamen T. nicht).

In welchen griechischen Dramen außer demsophokleischen Aias T. noch vorgekommen seinmag, entzieht sich unserer Kenntnis. EinDrama Texwrjaau nimmt Hauch hypothetischim Index fabularum der Trag. Graec. fragm.an. Sonst begegnet der Name selten in dergriechischen Literatur, so daß zwischen Sopho-kles und Q. Smyrnaeus nur noch Philostratos zunennen sein dürfte, der T. zusammen mit Iphis,der Sklavin des Patroklos, als typisches Bei-spiel für Kriegssklavinnen nennt, wie demPalamedes keine zur Seite gestanden habe{Heroic. 11, 14). Ferner erwähnen T.: Saidass. v., Tzetzes, Chil. 3, 263, Georgios Kedrenos a. a. O., Joh. Malalas a. a. O. p. 228 u. p. 192(an letzter Stelle ist die Erzählung durch einetrockene Beschreibung des Aussehens der T.und Angabe ihres Alters [17 Jahre] erweitert).

Vom Weiterleben der Gestalt der T. in derlateinischen Dichtung liegen verhältnismäßigmehr Spuren vor: Ein unbekannter, vor JuliusCaesar Strabon lebender Dichter schrieb eineTecumessa (vgl. Marius Victorinus a. a. 0.),Julius Caesar Strabo selbst eine Tecmessa.Ferner ist Pacuvius inc. fab. fragm. 9 {Trag.Lat. rell. ed. Ribbeck 1852) vielleicht als Klageder T. im Armorum iudicium des Pacuvius auf-zufassen {Ribbeck a. a. 0. p. 292), ebenso At-tius , Arm. iudic. frgm. 8 u. 11 (vgl. Ribbeck, a. a. 0.p. 131 u. 312 ff., und Rom . Trag. S. 368 ff.) auf

T. zu beziehen. Dagegen ist Ennius Telamofgm. 8 {Ribbeck a. a. 0. p. 46 = Ennius ed.Vahlen 1 fgm. 1) nicht auf T., sondern auf He-siona oder Eriboea {Ribbeck a. a. 0. p. 277 u.Rom . Trag. S. 134, Vahlen z. Stelle) und ebensoPacuvius inc. fab. 50 {Ribbeck a. a. 0. p. 112)nach Ribbeck, Röm. Trag. S. 229 auf Hesiona,die Mutter der Teucer, zu beziehen und nichtwie das Onomasticon Tullianum ( Ciceronis operaed. Orellius vol. 7) s. v. Tecmessa will, auf Tec-messa.

In Augusteischer Zeit tauchen Reminiszen-zen an T. auf bei Horaz carm. 2, 4, 5 f., woAchill-Briseis, Aiax-Tecmessa und Agamemnon -Cassandra als gleichberühmte Paare nebenein-ander genannt werden,(imd bei Ovid , der sichA. A. 3, 517 ff. über die mulier maestissimalustig macht. fJM- 3, Wt-4

Bei Dictys a. a. 0. (vgl. oben) tötet Aias erst den Vater der T. und führt sie dann selbstin die Gefangenschaft. Eine etwas konfuseNotiz bei Servius ad Aen. 1, 619 gibt als Grundfür die Verbannung de3 Teucer aus Salamis an,daß er T. nicht zu Telamon heimgeführt habe.Ob sich dahinter irgendwelches Wissen vonden weiteren Schicksalen der T. nach dem Ab-züge der Griechen verbirgt, läßt sich nichtmehr erweisen. Nach Plut. Alcibiad. 1 undPlaton, Alcibiad. 1, p. 121 (vgl. auch Paus. 2,29, 4) führte Alkibiades sein Geschlecht aufEurysakes, den Sohn der T., zurück. Jedoch